Ein limitierter Auftrag (auch Limit-Order genannt) ist eine Wertpapierorder, bei der der Anleger eine konkrete Preisgrenze (das Limit) vorgibt. Der Auftrag wird nur ausgeführt, wenn der Marktpreis das Limit erreicht oder günstiger ist. Damit behält der Anleger die Kontrolle über den Preis und schützt sich vor unerwünschten Ausführungskursen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein limitierter Auftrag?
Beim Kauf oder Verkauf von Aktien und anderen Wertpapieren kann der Anleger zwischen einem unlimitierten Auftrag (Bestens- oder Billigst-Order) und einem limitierten Auftrag wählen. Beim limitierten Auftrag legt er fest, zu welchem Höchst- oder Mindestpreis die Order ausgeführt werden darf. Dadurch wird verhindert, dass ein Wertpapier zu einem deutlich ungünstigeren Kurs gehandelt wird, als beabsichtigt. Der Nachteil: Erreicht der Kurs das Limit nicht, kommt das Geschäft nicht zustande. Grundlagen zum Handelsplatz selbst vermittelt der Beitrag Börse Grundlagen.
Kauflimit und Verkaufslimit
Je nach Handelsrichtung wirkt das Limit unterschiedlich:
- Kauflimit: Der Auftrag wird nur zum angegebenen Limit oder darunter ausgeführt. Beispiel: Kauf einer Aktie mit Limit 50 Euro bedeutet, dass höchstens 50 Euro je Aktie gezahlt werden.
- Verkaufslimit: Der Auftrag wird nur zum angegebenen Limit oder darüber ausgeführt. Beispiel: Verkauf mit Limit 60 Euro bedeutet, dass mindestens 60 Euro je Aktie erzielt werden.
Häufig wird das Limit mit einer Gültigkeitsdauer kombiniert, etwa „tagesgültig“ oder „gültig bis zum Monatsende“. Läuft die Frist ab, ohne dass das Limit erreicht wurde, verfällt der Auftrag ohne weitere Kosten.
Rechenbeispiel: Ausführung einer Kauf-Limit-Order Schritt für Schritt
Ein Anleger möchte 100 Stück einer Aktie kaufen und gibt ein Kauflimit von 48,00 Euro auf. Der Kurs notiert aktuell bei 49,20 Euro.
- Schritt 1: Die Order wird im Orderbuch des Handelsplatzes als Kauflimit 48,00 Euro über 100 Stück hinterlegt.
- Schritt 2: Solange der Briefkurs (niedrigster Verkaufspreis im Markt) über 48,00 Euro liegt, bleibt die Order unausgeführt.
- Schritt 3: Fällt der Kurs im Tagesverlauf auf 47,80 Euro, erreicht der Markt das Limit. Die Order wird jetzt ausführbar.
- Schritt 4: Ausgeführt wird zum bestmöglichen verfügbaren Preis, der nicht über dem Limit liegen darf — hier zu 47,80 Euro, da dieser Kurs günstiger ist als das Limit von 48,00 Euro.
- Schritt 5: Kaufpreis gesamt: 100 Stück × 47,80 Euro = 4.780,00 Euro, zuzüglich der Ordergebühr des Brokers.
Hätte der Kurs das Limit von 48,00 Euro bis zum Ende der Gültigkeitsdauer nicht erreicht, wäre die Order ersatzlos verfallen und kein Geschäft zustande gekommen.
Abgrenzung zur unlimitierten Order und zur Stop-Order
Bei einer unlimitierten Order (Market-Order) wird das Wertpapier sofort zum nächsten verfügbaren Kurs gehandelt. Das garantiert die Ausführung, nicht aber den Preis. Der limitierte Auftrag garantiert dagegen den Preis, nicht aber die Ausführung. Eine dritte Variante ist die Stop-Order, die erst bei Erreichen einer Kursschwelle automatisch zu einer Market- oder Limit-Order wird und damit vor allem zur Verlustbegrenzung dient.
| Merkmal | Market-Order | Limit-Order | Stop-Order |
|---|---|---|---|
| Preis festgelegt | Nein | Ja (Limit) | Erst nach Auslösung |
| Ausführung garantiert | Ja, sofort | Nein, nur bei Limit-Erreichen | Nein, nur bei Schwellen-Erreichen |
| Typischer Einsatzzweck | Schnelle Ausführung | Zielpreis sichern | Verlust begrenzen |
In der Praxis kommt es gerade bei größeren Stückzahlen vor, dass eine Limit-Order nicht komplett, sondern nur teilweise ausgeführt wird (Teilausführung). Reicht im Beispiel oben zum Kurs von 47,80 Euro nur ein Angebot über 60 Stück aus, werden zunächst 60 Stück ausgeführt und die restlichen 40 Stück bleiben als offene Order im Orderbuch bestehen, bis weitere passende Gegenangebote eintreffen oder die Gültigkeit endet. Anleger können bei der Ordererteilung festlegen, ob Teilausführungen zugelassen sind oder die Order nur vollständig („fill or kill“) ausgeführt werden soll. An deutschen Handelsplätzen wie Xetra oder im außerbörslichen Direkthandel gelten für Limit-Orders im Übrigen unterschiedliche Ausführungsregeln, weshalb sich ein Blick in die Ausführungsgrundsätze des jeweiligen Brokers lohnt.
Vor- und Nachteile in der Praxis
Der wesentliche Vorteil des limitierten Auftrags liegt im Schutz vor ungünstigen Preisen, gerade bei wenig gehandelten (illiquiden) Wertpapieren mit großen Abständen zwischen Geld- und Briefkurs. Ein limitierter Auftrag eignet sich auch, um in fallenden Märkten gezielt zu einem Wunschpreis zu kaufen oder in steigenden Märkten zu einem Zielkurs zu verkaufen. Der Nachteil ist das Ausführungsrisiko: Bewegt sich der Kurs nur knapp am Limit vorbei, kann eine günstige Gelegenheit verpasst werden. Anleger sollten das Limit daher realistisch und nicht zu eng am aktuellen Kurs setzen, wenn ihnen die Ausführung wichtiger ist als der letzte Cent. Eine bewährte Strategie ist es, Limit-Orders an klar definierten Kursmarken zu platzieren, statt impulsiv zum jeweils aktuellen Marktpreis zu handeln.
Häufige Fragen zum limitierten Auftrag
Wird ein limitierter Auftrag immer ausgeführt?
Nein. Eine Ausführung erfolgt nur, wenn der Marktkurs das gesetzte Limit erreicht. Bleibt der Kurs außerhalb der Grenze, verfällt der Auftrag nach Ablauf der Gültigkeitsdauer ohne Ausführung. Es besteht also kein Ausführungszwang.
Welche Kosten entstehen bei einem limitierten Auftrag?
Es fallen die üblichen Ordergebühren der Bank oder des Brokers an. Einige Anbieter berechnen für das Setzen oder Ändern eines Limits ein zusätzliches Entgelt (Limitgebühr), während viele Online-Broker dies kostenfrei anbieten.
Kann das Limit nachträglich geändert werden?
Ja, solange der Auftrag noch nicht ausgeführt wurde, kann der Anleger das Limit anpassen oder die Order ganz streichen. Bei einer Änderung wird die ursprüngliche Order gelöscht und eine neue mit dem geänderten Limit erstellt. Das geänderte Limit sollte erneut zu den aktuellen Marktbedingungen passen, damit eine realistische Ausführungschance besteht.