Hausse: Definition, Merkmale und Bedeutung an der Börse

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Die Hausse bezeichnet an der Börse eine längere Phase steigender Kurse, in der die Nachfrage nach Wertpapieren das Angebot deutlich übersteigt. Der Begriff stammt aus dem Französischen (von „hausser“ – erhöhen) und beschreibt eine anhaltend optimistische Marktstimmung. Eine Hausse wird häufig auch als Bullenmarkt bezeichnet, weil das Bild des von unten nach oben stoßenden Bullen sinnbildlich für nach oben gerichtete Kurse steht. Sie gehört zu den Grundbegriffen der Börsensprache.

Was ist eine Hausse?

Von einer Hausse spricht man, wenn die Kurse an den Finanzmärkten über einen längeren Zeitraum überwiegend steigen. Anleger erwarten weitere Kursgewinne und sind bereit, höhere Preise zu zahlen. Diese positive Erwartungshaltung verstärkt sich oft selbst: Steigende Kurse locken neue Käufer an, was die Nachfrage und damit die Kurse weiter erhöht. Dadurch entsteht eine sich selbst tragende Aufwärtsdynamik, die über Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten kann.

Typische Auslöser einer Hausse sind eine gute Konjunktur, niedrige Zinsen, steigende Unternehmensgewinne oder ein allgemein wachsendes Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung. Auch eine expansive Geldpolitik der Notenbanken, die den Markt mit günstigem Kapital versorgt, kann eine Hausse befeuern. Das Gegenstück zur Hausse ist die Baisse, eine Phase fallender Kurse, die im Bild des Bärenmarktes ausgedrückt wird.

Merkmale und Verlauf einer Hausse

Eine Hausse zeichnet sich durch mehrere typische Merkmale aus, an denen Marktteilnehmer sie erkennen können:

  • Steigende Kurse über einen längeren Zeitraum hinweg
  • Hohe Handelsumsätze durch rege Kauftätigkeit
  • Optimistische Stimmung unter Anlegern und Analysten
  • Zunehmende Risikobereitschaft der Marktteilnehmer
  • Steigende Bewertungen der Unternehmen

Im Verlauf einer Hausse durchläuft der Markt meist mehrere Phasen. Zu Beginn steigen die Kurse, weil die wirtschaftlichen Aussichten sich verbessern. In der mittleren Phase folgt eine breite Beteiligung vieler Anleger. Häufig endet eine Hausse in einer Übertreibungsphase, in der die Kurse stärker steigen als es die wirtschaftlichen Fundamentaldaten rechtfertigen. Solche Übertreibungen können in eine Spekulationsblase münden, deren Platzen dann eine Baisse einleitet. Ein bekanntes historisches Beispiel ist die Dotcom-Hausse Ende der 1990er-Jahre.

Bedeutung für Anleger

Für Anleger bietet eine Hausse die Chance auf erhebliche Kursgewinne. Gleichzeitig steigt mit fortschreitender Dauer das Risiko, zu überhöhten Kursen einzusteigen. Erfahrene Investoren achten daher auf Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis und lassen sich nicht allein von der allgemeinen Euphorie leiten. Wer antizyklisch handelt, kauft eher in der Baisse zu günstigen Kursen und verkauft in der späten Phase der Hausse. Wichtig ist eine nüchterne Einschätzung: Niemand kann den exakten Höhepunkt einer Hausse vorhersagen, weshalb eine breite Streuung des Vermögens und ein langfristiger Anlagehorizont sinnvoll bleiben.

Häufige Fragen zur Hausse

Was ist der Unterschied zwischen Hausse und Baisse?

Die Hausse beschreibt eine Phase steigender Kurse (Bullenmarkt), die Baisse eine Phase fallender Kurse (Bärenmarkt). Beide Begriffe stammen aus dem Französischen und bilden ein Gegensatzpaar in der Börsensprache.

Wie lange dauert eine Hausse?

Eine Hausse kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren andauern. Ihre Dauer hängt von konjunkturellen Rahmenbedingungen, der Geldpolitik und der Stimmung der Marktteilnehmer ab. Eine feste Zeitspanne gibt es nicht.

Woran erkennt man das Ende einer Hausse?

Ein Ende kündigt sich oft durch nachlassende Handelsumsätze, überzogene Bewertungen und erste deutliche Kursrückgänge an. Sichere Prognosen sind jedoch nicht möglich, da Märkte stark von Erwartungen und Stimmungen getrieben werden.

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