Eine Stop-Order ist ein Wertpapierauftrag an der Börse, der erst dann ausgelöst wird, wenn der Kurs eines Wertpapiers eine zuvor festgelegte Schwelle erreicht oder überschreitet. Sie dient Anlegern vor allem dazu, Verluste zu begrenzen oder Kaufgelegenheiten automatisch zu nutzen, ohne den Markt ständig beobachten zu müssen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Stop-Order?
Bei einer Stop-Order legt der Anleger einen Stop-Kurs (auch Auslöseschwelle genannt) fest. Solange dieser Kurs nicht erreicht ist, bleibt der Auftrag inaktiv. Wird die Schwelle berührt, wandelt sich die Stop-Order automatisch in eine ausführbare Order um, in der Regel in eine Market-Order (Bestens-Auftrag). Sie wird dann zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt.
Die Stop-Order unterscheidet sich damit von der einfachen Limit-Order, bei der ein Höchst- oder Mindestkurs für die Ausführung gilt. Bei der Stop-Order dient der Kurs hingegen als Auslöser, nicht als Ausführungsgrenze. Stop-Orders gehören zu den wichtigsten Instrumenten des Risikomanagements für private und professionelle Anleger.
Arten von Stop-Orders
Es gibt zwei grundlegende Varianten:
- Stop-Loss-Order: Der Verkaufsauftrag wird ausgelöst, wenn der Kurs unter den Stop-Kurs fällt. Er schützt vor weiteren Verlusten, indem die Position automatisch verkauft wird.
- Stop-Buy-Order: Der Kaufauftrag wird aktiviert, wenn der Kurs über den Stop-Kurs steigt. Anleger nutzen ihn, um auf einen erwarteten Aufwärtstrend zu setzen.
Eine Weiterentwicklung ist die Trailing-Stop-Order: Hier wird der Stop-Kurs in einem festen Abstand automatisch nachgezogen, wenn sich der Kurs günstig entwickelt. So lassen sich Gewinne absichern, während Verlustrisiken begrenzt bleiben. Bei der Stop-Limit-Order wird nach Auslösung statt einer Market-Order eine Limit-Order erzeugt.
Vorteile und Grenzen
Stop-Orders ermöglichen ein diszipliniertes Handeln und eine automatische Risikosteuerung. Ein wichtiger Nachteil: Da die ausgelöste Order meist als Market-Order ausgeführt wird, ist der genaue Ausführungskurs nicht garantiert. In volatilen Marktphasen kann der tatsächliche Verkaufs- oder Kaufkurs deutlich vom Stop-Kurs abweichen (sogenanntes Slippage). Eine Stop-Limit-Order kann dieses Risiko begrenzen, birgt aber die Gefahr, dass die Order bei schnellen Kursbewegungen gar nicht ausgeführt wird.
Wichtig ist auch die Wahl des Stop-Kurses selbst. Wird er zu eng unter dem aktuellen Kurs gesetzt, kann eine normale Kursschwankung den Verkauf auslösen, obwohl der langfristige Trend intakt bleibt. Ein zu weit entfernter Stop-Kurs lässt dagegen größere Verluste zu. Viele Anleger orientieren sich daher an markttechnischen Marken wie Unterstützungslinien, um sinnvolle Schwellen festzulegen.
Häufige Fragen zur Stop-Order
Was ist der Unterschied zwischen Stop-Loss und Stop-Buy?
Eine Stop-Loss-Order löst einen Verkauf aus, wenn der Kurs eine untere Schwelle erreicht, und dient der Verlustbegrenzung. Eine Stop-Buy-Order löst dagegen einen Kauf aus, wenn der Kurs eine obere Schwelle überschreitet, und wird bei erwarteten Kurssteigerungen genutzt.
Wird die Stop-Order zum Stop-Kurs ausgeführt?
Nicht zwingend. Der Stop-Kurs ist nur der Auslöser. Da die Order anschließend meist als Market-Order ausgeführt wird, kann der tatsächliche Kurs je nach Marktlage abweichen.
Was ist eine Trailing-Stop-Order?
Bei einer Trailing-Stop-Order wird der Stop-Kurs automatisch in einem festen Abstand nachgezogen, sobald sich der Kurs zugunsten des Anlegers bewegt. Dadurch lassen sich aufgelaufene Gewinne absichern, ohne den Auftrag manuell anpassen zu müssen.