Der Kupon bezeichnet die regelmäßige Zinszahlung, die der Emittent einer Anleihe an den Inhaber leistet. Der Begriff stammt aus der Zeit der Inhaberpapiere, als physische Wertpapierurkunden mit abtrennbaren Zinsscheinen ausgestattet waren – diese Scheine wurden „Kupons“ genannt und zur Einlösung der Zinsen vorgelegt. Heute ist der Kupon eine rein rechnerische Größe, die den Nominalzins einer Anleihe angibt und bei der Beurteilung festverzinslicher Wertpapiere eine zentrale Rolle spielt.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Kupon?
Der Kupon ist der Nominalzinssatz einer festverzinslichen Anleihe, bezogen auf den Nennwert des Papiers. Er legt fest, welchen Zinsbetrag der Anleger pro Jahr je nominal gehaltenem Kapital erhält. Ein Kupon von 4 Prozent bei einer Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro bedeutet folglich eine jährliche Zinszahlung von 40 Euro – unabhängig davon, zu welchem Kurs die Anleihe gehandelt wird. Der Kupon wird bei der Emission festgelegt und in den Anleihebedingungen dokumentiert.
Berechnung der Kuponzahlung
Die jährliche Zinszahlung aus dem Kupon errechnet sich nach folgender Formel:
- Kuponzahlung = Nennwert × Kuponzinssatz
Beispiel: Eine Anleihe mit einem Nennwert von 5.000 Euro und einem Kupon von 3 Prozent leistet eine jährliche Zinszahlung von 5.000 × 0,03 = 150 Euro. Bei halbjährlicher Zahlweise erhält der Anleger zweimal jährlich 75 Euro. Über eine Laufzeit von zehn Jahren summieren sich die Kuponzahlungen damit auf 1.500 Euro, zusätzlich zur Rückzahlung des Nennwerts am Ende der Laufzeit.
Arten von Kupons
Je nach Ausgestaltung der Anleihe unterscheidet man verschiedene Kupontypen:
- Fester Kupon: Der Zinssatz bleibt über die gesamte Laufzeit konstant (Standardfall der klassischen Anleihe).
- Variabler Kupon: Der Zinssatz wird regelmäßig an einen Referenzzinssatz angepasst (Floater).
- Nullkupon: Es erfolgt keine laufende Zinszahlung; der Ertrag ergibt sich allein aus der Differenz zwischen Ausgabe- und Rückzahlungskurs (Zerobond).
- Stufenkupon: Der Zinssatz steigt oder fällt zu festgelegten Zeitpunkten planmäßig.
Abgrenzung Kupon und Rendite
Kupon und Rendite werden häufig verwechselt. Der Kupon bezieht sich stets auf den Nennwert, während die Rendite den tatsächlichen Kaufkurs, die Restlaufzeit und den Rückzahlungsbetrag berücksichtigt. Liegt der Kaufkurs unter dem Nennwert, ist die Rendite höher als der Kupon; liegt er darüber, ist sie niedriger. Für die Anlageentscheidung ist daher die Rendite und nicht der Kupon allein maßgeblich.
Kupon und Stückzinsen
Wird eine Anleihe zwischen zwei Zinsterminen verkauft, stehen dem Verkäufer die bis dahin aufgelaufenen Zinsen zu. Diese anteiligen Zinsen heißen Stückzinsen und werden dem Käufer zusätzlich zum Kurswert in Rechnung gestellt. Sie berechnen sich aus dem Kupon und der Zahl der Tage seit der letzten Zinszahlung.
- Beispiel: Kupon 4 % auf 1.000 € Nennwert, also 40 € pro Jahr.
- Verkauf 90 Tage nach dem Zinstermin: Stückzinsen = 40 € × 90/360 = 10 €.
Der Käufer zahlt diese 10 € an den Verkäufer und erhält sie am nächsten Zinstermin über die volle Kuponzahlung zurück. So wird der Zinsertrag taggenau und gerecht zwischen den Beteiligten aufgeteilt.
Häufige Fragen zum Kupon
Ist der Kupon dasselbe wie die Rendite?
Nein. Der Kupon ist der feste Nominalzins bezogen auf den Nennwert. Die Rendite berücksichtigt zusätzlich den Kaufkurs und die Restlaufzeit und entspricht dem effektiven Ertrag des Anlegers.
Was ist ein Nullkupon?
Ein Nullkupon (Zerobond) ist eine Anleihe ohne laufende Zinszahlungen. Der Gewinn entsteht aus der Differenz zwischen dem niedrigeren Ausgabekurs und dem höheren Rückzahlungsbetrag bei Fälligkeit.
Wie oft wird ein Kupon gezahlt?
Das hängt von den Anleihebedingungen ab. Üblich sind jährliche oder halbjährliche Zahlungen; bei manchen Anleihen erfolgt die Zinszahlung auch vierteljährlich.