Liquidität: Definition, Liquiditätsgrade & Berechnung

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Die Liquidität bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen zu können. Ein Unternehmen ist liquide, wenn es jederzeit über ausreichend Zahlungsmittel verfügt, um Rechnungen, Löhne, Steuern und Kredite termingerecht zu begleichen. Liquidität ist damit eine zentrale Voraussetzung für den Fortbestand eines Betriebs und steht in engem Zusammenhang mit der Zahlungsfähigkeit.

Was bedeutet Liquidität?

Liquidität beschreibt das Verhältnis zwischen den verfügbaren Zahlungsmitteln eines Unternehmens und seinen kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten. Reichen die liquiden Mittel nicht aus, um fällige Zahlungen zu leisten, droht Zahlungsunfähigkeit – ein Insolvenzgrund nach § 17 InsO. Anders als die Rentabilität, die den Erfolg misst, bezieht sich die Liquidität auf die jederzeitige Zahlungsbereitschaft. Selbst ein gewinnträchtiges Unternehmen kann insolvent werden, wenn liquide Mittel zum falschen Zeitpunkt fehlen.

Man unterscheidet zwischen statischer Liquidität, die zu einem Stichtag aus der Bilanz ermittelt wird, und dynamischer Liquidität, die anhand künftiger Ein- und Auszahlungen im Rahmen eines Liquiditätsplans betrachtet wird.

Liquiditätsgrade 1, 2 und 3

Zur Beurteilung der kurzfristigen Zahlungsfähigkeit werden aus der Bilanz drei Liquiditätsgrade berechnet. Sie setzen einen Teil des Umlaufvermögens ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten:

  • Liquiditätsgrad 1 (Barliquidität): liquide Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten × 100. Richtwert: 10–30 %.
  • Liquiditätsgrad 2 (Einzugsliquidität): (liquide Mittel + kurzfristige Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten × 100. Richtwert: rund 100 %.
  • Liquiditätsgrad 3 (Umsatzliquidität): (liquide Mittel + kurzfristige Forderungen + Vorräte) / kurzfristige Verbindlichkeiten × 100. Richtwert: 120–200 %.

Zu den liquiden Mitteln zählen Kassenbestand, Bankguthaben und Schecks. Je höher der Grad, desto mehr Vermögensteile werden einbezogen.

Bedeutung und Beispiel

Die Liquiditätsgrade zeigen, ob ein Unternehmen seine Schulden aus dem vorhandenen Umlaufvermögen decken kann. Ein Beispiel: Ein Betrieb hat 50.000 € liquide Mittel, 80.000 € kurzfristige Forderungen, 70.000 € Vorräte und 100.000 € kurzfristige Verbindlichkeiten.

  • Liquiditätsgrad 1: 50.000 / 100.000 × 100 = 50 %
  • Liquiditätsgrad 2: (50.000 + 80.000) / 100.000 × 100 = 130 %
  • Liquiditätsgrad 3: (50.000 + 80.000 + 70.000) / 100.000 × 100 = 200 %

Liegt der Liquiditätsgrad 2 bei oder über 100 %, können die kurzfristigen Verbindlichkeiten allein durch flüssige Mittel und Forderungen gedeckt werden – ein Zeichen solider Zahlungsfähigkeit. Sehr hohe Werte können dagegen auf ungenutzte Mittel und damit eine geringe Rentabilität hindeuten. Eine ausgewogene Liquidität sichert den Zahlungsfluss, ohne unnötig Kapital zu binden.

Häufige Fragen zur Liquidität

Was ist der Unterschied zwischen Liquidität und Rentabilität?

Die Liquidität misst die jederzeitige Zahlungsfähigkeit, also ob fällige Verbindlichkeiten beglichen werden können. Die Rentabilität misst dagegen den wirtschaftlichen Erfolg, etwa das Verhältnis von Gewinn zu eingesetztem Kapital. Beide Größen können sich gegenläufig entwickeln.

Welcher Liquiditätsgrad ist am wichtigsten?

In der Praxis gilt der Liquiditätsgrad 2 als besonders aussagekräftig, da er liquide Mittel und kurzfristige Forderungen einbezieht. Ein Wert um 100 % zeigt, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten ohne Verkauf der Vorräte gedeckt sind.

Was passiert bei zu geringer Liquidität?

Reichen die liquiden Mittel nicht aus, gerät das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten. Hält dieser Zustand an, droht Zahlungsunfähigkeit und damit die Insolvenz – unabhängig davon, ob das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet.

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