Nullkuponanleihe (Zerobond): Definition, Rendite & Beispiel

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Eine Nullkuponanleihe – auch Zerobond genannt – ist eine Anleihe, die während der Laufzeit keine laufenden Zinsen (Kupons) zahlt. Der Ertrag des Anlegers entsteht ausschließlich aus der Differenz zwischen dem niedrigen Ausgabekurs und dem höheren Rückzahlungsbetrag am Ende der Laufzeit. Die Nullkuponanleihe zählt damit zu den festverzinslichen Wertpapieren, obwohl sie keine periodischen Zinszahlungen leistet. Für Emittenten hat sie den Vorteil, dass während der Laufzeit keine Liquidität für Zinszahlungen benötigt wird.

Was ist eine Nullkuponanleihe?

Bei einer klassischen Anleihe erhält der Gläubiger regelmäßige Zinszahlungen. Die Nullkuponanleihe verzichtet darauf vollständig. Stattdessen wird sie deutlich unter ihrem Nennwert (abgezinst, mit einem Disagio) verkauft und am Laufzeitende zum vollen Nennwert zurückgezahlt. Der gesamte Zinsertrag ist somit im Kursaufschlag enthalten und wird gebündelt bei Fälligkeit realisiert. Man unterscheidet echte Zerobonds, die von Beginn an ohne Kupon ausgegeben werden, und sogenannte Strips, bei denen die Kupons und der Nennwert einer klassischen Anleihe getrennt und einzeln gehandelt werden. In beiden Fällen gibt es keine Zwischenzahlungen.

Renditeberechnung und Beispiel

Der Ausgabekurs einer Nullkuponanleihe ergibt sich durch Abzinsung des Nennwerts mit der gewünschten Rendite über die Laufzeit:

  • Ausgabekurs = Nennwert ÷ (1 + Rendite)^Laufzeit

Ein Beispiel: Der Nennwert beträgt 10.000 €, die Laufzeit 10 Jahre und die geforderte Rendite 4 %.

  • Ausgabekurs = 10.000 € ÷ (1,04)^10
  • Ausgabekurs = 10.000 € ÷ 1,4802 ≈ 6.756 €

Der Anleger zahlt heute 6.756 € und erhält nach zehn Jahren 10.000 €. Die Differenz von 3.244 € ist der aufgezinste Zinsertrag. Je länger die Laufzeit und je höher die Rendite, desto größer fällt der Abschlag beim Ausgabekurs aus. Umgekehrt lässt sich aus einem gegebenen Ausgabekurs die Effektivverzinsung (Emissionsrendite) berechnen, indem man die Formel nach der Rendite auflöst.

Chancen und Risiken

Nullkuponanleihen haben besondere Eigenschaften, die Anleger kennen sollten:

  • Kein Wiederanlagerisiko: Da keine Kupons anfallen, muss nichts zwischenzeitlich wieder angelegt werden – die Rendite steht bei Kauf fest.
  • Hohe Zinssensitivität: Wegen der langen mittleren Kapitalbindung (Duration) reagiert der Kurs stark auf Zinsänderungen; steigende Marktzinsen drücken den Kurs deutlich.
  • Planbare Endsumme: Der Rückzahlungsbetrag steht von Anfang an fest, was die Anlage für Sparziele mit festem Zeithorizont attraktiv macht.
  • Steuerliche Behandlung: Der Kursgewinn unterliegt in Deutschland bei Rückzahlung oder Verkauf der Abgeltungsteuer.
  • Emittentenrisiko: Bei Insolvenz des Schuldners droht der Totalverlust, da der gesamte Ertrag erst am Ende fließt.

Häufige Fragen zur Nullkuponanleihe

Warum kauft man eine Anleihe ohne Zinsen?

Der Ertrag steckt im Kursabschlag. Anleger profitieren von einer planbaren Endsumme und vermeiden das Risiko, zwischenzeitliche Zinszahlungen zu ungünstigeren Konditionen wieder anlegen zu müssen.

Wie wird die Nullkuponanleihe versteuert?

Der Unterschied zwischen Ausgabe- bzw. Kaufkurs und dem Rückzahlungs- oder Verkaufskurs gilt als Kapitalertrag und wird mit der Abgeltungsteuer belastet, in der Regel erst bei Realisierung am Laufzeitende oder beim Verkauf. Anders als bei kuponzahlenden Anleihen fällt während der Haltedauer somit keine jährliche Steuer auf Zinserträge an.

Für wen eignet sich ein Zerobond?

Zerobonds passen zu Anlegern mit einem festen Kapitalbedarf zu einem bestimmten Zeitpunkt, etwa zur Altersvorsorge, sofern sie die höheren Kursschwankungen während der Laufzeit tragen können.

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