Nominalzins

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Der Nominalzins ist der im Vertrag festgelegte Zinssatz, der auf den Nennbetrag eines Kredits oder einer Geldanlage angewendet wird. Er gibt an, wie viel Prozent der Schuldner pro Jahr an Zinsen zahlt beziehungsweise der Anleger gutgeschrieben bekommt, ohne dass weitere Kosten oder Gebühren einbezogen werden. Der Nominalzins wird auch als Sollzins bezeichnet.

Was ist der Nominalzins?

Der Nominalzins bezieht sich allein auf den nominalen Kapitalbetrag und berücksichtigt keine Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsentgelte oder die Art der Zinsverrechnung. Er ist damit eine reine Rechengröße, die die Grundverzinsung beschreibt. Wer einen Kredit über 10.000 Euro zu 4 % Nominalzins aufnimmt, zahlt im ersten Jahr nominal 400 Euro Zinsen auf den vollen Betrag.

Weil der Nominalzins die tatsächliche Belastung nicht vollständig abbildet, schreibt der Gesetzgeber bei Verbraucherkrediten die zusätzliche Angabe des effektiven Jahreszinses vor. So lassen sich Angebote besser vergleichen. Auch bei Geldanlagen ist der Nominalzins die Ausgangsgröße: Er gibt an, wie hoch die nominale Verzinsung des eingezahlten Kapitals ausfällt, bevor Inflation oder Steuern berücksichtigt werden.

Abgrenzung zum Effektivzins

Der wichtigste Unterschied besteht zwischen Nominal- und Effektivzins:

  • Nominalzins: reiner Grundzins ohne Nebenkosten.
  • Effektivzins: berücksichtigt zusätzlich Auszahlungskurs, Zinsverrechnungstermine und sonstige preisbestimmende Kosten.

Der Effektivzins liegt deshalb fast immer über dem Nominalzins. Für den Vergleich von Kreditangeboten ist der Effektivzins die aussagekräftigere Größe, da er die tatsächlichen Gesamtkosten widerspiegelt.

Berechnung und Bedeutung

Der nominale Jahreszins berechnet sich nach der einfachen Zinsformel:

  • Zinsen = Kapital × Zinssatz × Zeit ÷ 100

Beispiel: Bei einem Kapital von 5.000 Euro, einem Nominalzins von 3 % und einer Laufzeit von einem Jahr ergeben sich Zinsen von 5.000 × 3 × 1 ÷ 100 = 150 Euro. Beträgt die Laufzeit nur ein halbes Jahr, halbiert sich der Betrag auf 75 Euro, da der Zeitfaktor entsprechend angepasst wird. Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zum Realzins: Dieser zieht vom Nominalzins die Inflationsrate ab und zeigt den tatsächlichen Wertzuwachs einer Anlage.

Häufige Fragen zum Nominalzins

Warum ist der Effektivzins höher als der Nominalzins?

Der Effektivzins enthält neben dem Nominalzins auch Nebenkosten und berücksichtigt, wie häufig im Jahr Zinsen verrechnet werden. Da diese Faktoren die Belastung erhöhen, liegt der Effektivzins regelmäßig über dem reinen Nominalzins.

Ist der Nominalzins gleich dem Sollzins?

Ja, im Kreditbereich werden die Begriffe weitgehend synonym verwendet. Der Sollzins ist die heute gebräuchliche Bezeichnung für den vertraglich vereinbarten Grundzins, also den Nominalzins, der auf die Darlehenssumme anfällt.

Was ist der Unterschied zwischen Nominalzins und Realzins?

Der Nominalzins ist der vereinbarte Zinssatz, der Realzins zieht davon die Inflationsrate ab. Bei 3 % Nominalzins und 2 % Inflation beträgt der Realzins nur etwa 1 %. Der Realzins zeigt, wie viel Kaufkraftzuwachs tatsächlich übrig bleibt.

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