Ein Ratenkredit ist ein Darlehen, das der Kreditnehmer in regelmäßigen, meist monatlich gleichbleibenden Raten an die Bank zurückzahlt. Jede Rate setzt sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Ratenkredite werden überwiegend an Privatpersonen zur Finanzierung von Konsumgütern wie Autos, Möbeln oder Elektronik vergeben und daher auch als Konsumenten- oder Anschaffungskredite bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Ratenkredit?
Beim Ratenkredit wird eine feste Kreditsumme über eine vereinbarte Laufzeit ausgezahlt und in gleichbleibenden Beträgen getilgt. Charakteristisch ist die Annuität: Die monatliche Rate bleibt konstant, jedoch verschiebt sich ihre Zusammensetzung. Zu Beginn ist der Zinsanteil hoch und der Tilgungsanteil niedrig; mit sinkender Restschuld nimmt der Zinsanteil ab und der Tilgungsanteil zu. Der Zinssatz ist in der Regel über die gesamte Laufzeit fest, sodass der Kreditnehmer von Anfang an mit einer planbaren Belastung kalkulieren kann.
Merkmale und Konditionen
Ratenkredite zeichnen sich durch einige typische Eigenschaften aus:
- Feste Laufzeit: meist zwischen 12 und 84 Monaten.
- Gleichbleibende Raten: verlässliche monatliche Belastung.
- Fester Sollzins: Schutz vor Zinssteigerungen während der Laufzeit.
- Bonitätsabhängiger Zinssatz: Je besser die Schufa-Bewertung, desto günstiger der Zins.
- Zweckungebunden: Der Kreditnehmer kann frei über die Summe verfügen.
Der gesetzlich vorgeschriebene effektive Jahreszins macht verschiedene Angebote vergleichbar, da er neben dem Sollzins auch weitere Kosten der Kreditaufnahme berücksichtigt.
Sondertilgung und vorzeitige Rückzahlung
Nach dem Recht über Verbraucherdarlehen darf ein Ratenkredit grundsätzlich jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückgezahlt werden. Die Bank kann dafür eine begrenzte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Eine Sondertilgung verkürzt die Laufzeit oder senkt die Restschuld und spart so Zinsen.
Voraussetzungen und Bonitätsprüfung
Vor der Vergabe prüft die Bank, ob der Kreditnehmer voraussichtlich in der Lage sein wird, die Raten zu tragen. Üblicherweise werden dazu folgende Angaben herangezogen:
- Einkommen: Nachweis regelmäßiger Einkünfte über Gehaltsabrechnungen oder Kontoauszüge.
- Schufa-Auskunft: Bewertung der bisherigen Zahlungserfahrungen.
- Haushaltsrechnung: Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben.
Aus dieser Prüfung ergibt sich auch der individuelle Zinssatz: Eine gute Bonität führt in der Regel zu günstigeren Konditionen, während ein höheres Ausfallrisiko mit einem höheren Zins ausgeglichen wird. Reicht die Bonität nicht aus, kann die Bank Sicherheiten oder einen zweiten Kreditnehmer verlangen.
Häufige Fragen zum Ratenkredit
Wie setzt sich eine Kreditrate zusammen?
Jede Rate besteht aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil. Da die Rate konstant bleibt, sinkt mit fortschreitender Tilgung der Zinsanteil, während der Tilgungsanteil steigt.
Wofür darf ein Ratenkredit verwendet werden?
Ein klassischer Ratenkredit ist zweckungebunden. Der Kreditnehmer kann die Summe frei einsetzen, etwa für Anschaffungen, eine Umschuldung oder unerwartete Ausgaben. Daneben gibt es zweckgebundene Varianten wie den Autokredit, der oft günstigere Zinsen bietet.
Kann ein Ratenkredit vorzeitig abgelöst werden?
Ja. Verbraucher dürfen einen Ratenkredit jederzeit vorzeitig zurückzahlen. Die Bank kann hierfür eine gesetzlich begrenzte Vorfälligkeitsentschädigung berechnen.