Limit-Order: Definition, Vorteile und Rechenbeispiel

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Eine Limit-Order ist ein Börsenauftrag, bei dem der Anleger einen vorab festgelegten Höchst- oder Mindestpreis vorgibt, zu dem ein Wertpapier gekauft oder verkauft werden soll. Im Gegensatz zur Market-Order, die sofort zum aktuellen Marktpreis ausgeführt wird, garantiert die Limit-Order eine Preisgrenze: Der Kauf erfolgt höchstens zum Kauflimit, der Verkauf mindestens zum Verkauflimit. Die Ausführung ist jedoch nicht garantiert – sie findet nur statt, wenn der Marktpreis das Limit erreicht.

Kauflimit und Verkauflimit

Grundsätzlich gibt es zwei Richtungen einer Limit-Order:

  • Kauflimit (Buy Limit): Der Kaufauftrag wird nur ausgeführt, wenn der Kurs auf das Limit fällt oder darunter liegt. Beispiel: Kauflimit 48,00 € – die Order wird ausgeführt, sobald die Aktie für 48,00 € oder günstiger erhältlich ist.
  • Verkauflimit (Sell Limit): Der Verkaufsauftrag wird ausgeführt, wenn der Kurs das Limit erreicht oder überschreitet. Beispiel: Verkauflimit 55,00 € – der Verkauf findet erst statt, wenn die Aktie mindestens 55,00 € kostet.

Orderarten im Vergleich

Orderart Ausführungspreis Preissicherheit Ausführungssicherheit
Market-Order Aktueller Marktpreis Keine (Kurs variiert) Sehr hoch
Limit-Order Höchstens/mindestens Limit Hoch (Preisgarantie) Nicht garantiert
Stop-Loss-Order Marktpreis bei Aktivierung Gering (Slippage möglich) Hoch
Stop-Limit-Order Mindestens Stop-Preis Mittel Mittel

Rechenbeispiel Schritt für Schritt

Anleger Weber möchte Aktien der Muster AG kaufen. Der aktuelle Kurs liegt bei 52,00 €. Er ist bereit, maximal 50,00 € je Aktie zu zahlen, und gibt eine Limit-Order auf 100 Aktien mit einem Kauflimit von 50,00 € auf.

Schritt 1 – Ordererteilung: Weber beauftragt seinen Broker mit dem Kauf von 100 Aktien zum Limit 50,00 €. Die Order landet im Orderbuch der Börse und wartet auf Ausführung.

Schritt 2 – Szenario A: Order wird ausgeführt: Der Kurs fällt innerhalb der nächsten Handelswoche auf 49,60 €. Die Limit-Order wird zum Limitpreis von 50,00 € oder günstiger ausgeführt:

  • Kaufpreis: 100 × 49,60 € = 4.960,00 €
  • Transaktionskosten (Ordergebühr, Börsengebühr): ca. 10,00 €
  • Gesamtkosten: 4.970,00 €
  • Ersparnis gegenüber dem Kurs bei Ordererteilung (52,00 €): 100 × 2,40 € = 240,00 €

Schritt 3 – Szenario B: Order wird nicht ausgeführt: Der Kurs steigt nach Ordererteilung weiter an und erreicht 50,00 € nicht. Die Order verfällt nach Ablauf der Gültigkeitsfrist unausgeführt – Weber hält kein Wertpapier und hat kein Kapital eingesetzt.

Gültigkeitsdauer und Ordertypen

Eine Limit-Order wird nicht automatisch unbegrenzt lange aufrechterhalten. Beim Erteilen der Order legt der Anleger die Gültigkeitsdauer fest. Die gebräuchlichsten Varianten sind:

  • Tagesorder (Day Order): Verfällt am Ende des aktuellen Handelstages automatisch, falls keine Ausführung erfolgte. Ideal für kurzfristige Preiserwartungen.
  • Good-till-Cancelled (GTC): Die Order bleibt aktiv, bis sie manuell storniert oder ausgeführt wird. Die zulässige Maximaldauer hängt von Broker und Börsenplatz ab, liegt aber häufig zwischen 30 und 90 Tagen.
  • Bestimmtes Ablaufdatum: Der Anleger gibt ein konkretes Enddatum an. Nach diesem Datum erlischt die Order automatisch.

Solange eine Limit-Order im Orderbuch liegt, bindet sie Kapital oder Wertpapiere. Anleger sollten offene Orders regelmäßig prüfen, insbesondere wenn sich das Marktumfeld verändert hat.

Buchhalterische Erfassung des Wertpapierkaufs

Wird die Limit-Order ausgeführt, bucht das Unternehmen den Wertpapierkauf (Beispiel: 100 Aktien zu je 49,60 €, Gesamtkosten inkl. Gebühren 4.970,00 €):

Wertpapiere des Umlaufvermögens 4.970,00 € an Bank 4.970,00 €

Gebühren, die eindeutig dem Erwerb zuzurechnen sind, werden als Anschaffungsnebenkosten aktiviert und erhöhen den Buchwert des Wertpapiers (§ 255 Abs. 1 HGB).

Limit-Order im Unternehmenseinsatz

Auch Unternehmen nutzen Limit-Orders beim Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren des Anlage- oder Umlaufvermögens. Eine sorgfältige Orderplatzierung mit Preisgrenzen dient der Kostenkontrolle und verhindert, dass Käufe zu ungünstigen Kursen getätigt werden – beispielsweise bei einer Kurskorrektur oder bei Kursschwankungen im Laufe eines Handelstages. Im Treasury-Management von Unternehmen wird die Limit-Order daher häufig eingesetzt, um Zinsen, Wechselkurse oder Rohstoffpreise innerhalb definierter Bandbreiten zu sichern.

Für einen Überblick über Optionen und andere Finanzinstrumente empfiehlt sich der Beitrag zu Derivaten und Finanzinstrumenten. Wer sich mit Optionsgeschäften beschäftigt, findet ergänzende Informationen zum Long Call. Praktische Übungsaufgaben bietet der Beitrag Wertpapiere – Übungsaufgaben mit Lösungen.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn meine Limit-Order nur teilweise ausgeführt wird?

Bei illiquiden Wertpapieren oder sehr großen Ordervolumina kann es zu Teilausführungen kommen: Ein Teil der Order wird ausgeführt, der Rest bleibt als offene Order im Orderbuch und wird bei erneutem Erreichen des Limits weiter abgearbeitet. An liquiden Märkten ist eine vollständige Ausführung zum Limitpreis die Regel, sobald der Kurs das Limit erreicht.

Wie lange ist eine Limit-Order gültig?

Die Gültigkeitsdauer lässt sich beim Erteilen der Order festlegen. Üblich sind „Tagesorder“ (verfällt am Ende des Handelstages), „Good-till-Cancelled“ (GTC, gültig bis zur manuellen Stornierung) oder ein festes Ablaufdatum. Die zulässige Maximaldauer hängt von Broker und Handelsplatz ab.

Was ist der Unterschied zwischen Limit-Order und Stop-Loss-Order?

Eine Limit-Order wird ausgeführt, wenn der Kurs das Limit erreicht oder unterschreitet (Kauf) bzw. überschreitet (Verkauf) – sie dient der Preisoptimierung. Eine Stop-Loss-Order dient primär der Verlustbegrenzung: Sie löst eine Market-Order aus, sobald ein bestimmter Kurs unterschritten wird. Die Stop-Loss-Order bietet keine Preisgarantie – der tatsächliche Ausführungskurs kann wegen Kurssprüngen (Slippage) schlechter sein als der Stop-Preis.

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