Der Begriff Long bezeichnet im Börsen- und Wertpapierhandel eine Kaufposition, bei der ein Anleger einen Vermögenswert erwirbt oder hält, um von steigenden Kursen zu profitieren. Wer „long“ ist, hat den Basiswert gekauft und erzielt einen Gewinn, wenn dessen Kurs steigt, und einen Verlust, wenn der Kurs fällt.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Long-Position?
Eine Long-Position entsteht, wenn ein Marktteilnehmer ein Wertpapier, einen Rohstoff, eine Währung oder ein Derivat kauft beziehungsweise besitzt. Die wirtschaftliche Erwartung dahinter lautet: Der Kurs wird in Zukunft steigen, sodass der Vermögenswert später teurer verkauft werden kann. Der Gewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen niedrigerem Kaufkurs und höherem Verkaufskurs. Das Gegenstück bildet die Short-Position, bei der auf fallende Kurse gesetzt wird.
Der Begriff stammt aus dem englischen Börsenjargon. „To go long“ bedeutet, eine Kaufposition einzugehen. Im Alltag spricht man auch davon, „long zu gehen“ oder eine „Long-Position aufzubauen“. Long-Positionen sind die häufigste und intuitivste Form der Geldanlage, da der klassische Aktienkauf nichts anderes ist als eine Long-Position.
Long und Short im Vergleich
Die beiden Grundrichtungen unterscheiden sich in ihrer Markterwartung und ihrem Risikoprofil:
- Long: Erwartung steigender Kurse; Gewinn bei Kursanstieg, Verlust bei Kursrückgang. Der maximale Verlust ist auf den Einsatz begrenzt, der Gewinn ist theoretisch unbegrenzt.
- Short: Erwartung fallender Kurse; Gewinn bei Kursrückgang. Der Gewinn ist begrenzt (der Kurs kann höchstens auf null fallen), der Verlust theoretisch unbegrenzt.
Beispiel: Ein Anleger kauft 100 Aktien zu je 50 Euro und ist damit long. Steigt der Kurs auf 60 Euro, ergibt sich ein Buchgewinn von 1.000 Euro. Fällt der Kurs auf 40 Euro, beträgt der Buchverlust 1.000 Euro.
Long im Derivatehandel
Auch bei Derivaten wie Optionen, Futures oder Optionsscheinen wird zwischen Long und Short unterschieden. Ein Long Call ist das gekaufte Recht, einen Basiswert zu kaufen, und setzt auf steigende Kurse. Ein Long Put ist das gekaufte Recht, einen Basiswert zu verkaufen, und setzt – obwohl es eine Long-Position ist – auf fallende Kurse. Hier zeigt sich, dass „long“ zunächst nur bedeutet, ein Finanzinstrument gekauft zu haben; ob davon steigende oder fallende Kurse profitieren, hängt von der Art des Instruments ab.
Häufige Fragen zu Long
Was bedeutet „long gehen“ konkret?
„Long gehen“ bedeutet, einen Vermögenswert zu kaufen oder eine Kaufposition aufzubauen, in der Erwartung, dass der Kurs steigt. Der Anleger profitiert von Kurssteigerungen und verliert bei fallenden Kursen.
Ist ein normaler Aktienkauf eine Long-Position?
Ja. Wer Aktien kauft und hält, hat automatisch eine Long-Position. Der Begriff wird im Alltag selten verwendet, weil der Kauf die natürliche Standardrichtung an der Börse ist.
Wie hoch ist das Risiko einer Long-Position?
Bei einem direkten Kauf ist der maximale Verlust auf den eingesetzten Betrag begrenzt, da der Kurs nicht unter null fallen kann. Bei gehebelten Long-Positionen, etwa über Derivate, können die Verluste jedoch deutlich höher ausfallen.