Prozentkurs: Definition, Berechnung und Beispiel

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Der Prozentkurs gibt den Preis eines Wertpapiers als Prozentsatz seines Nennwerts an. Er ist die übliche Notierungsform für festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen und Pfandbriefe und ermöglicht den Vergleich von Papieren mit unterschiedlichen Nennwerten.

Was ist ein Prozentkurs?

Anders als Aktien, die meist als Stückkurs in Euro je Stück notiert werden, werden Anleihen in Prozent ihres Nennwerts gehandelt. Ein Prozentkurs von 100 % bedeutet, dass das Papier genau zum Nennwert (pari) gehandelt wird. Notiert der Kurs über 100 %, spricht man von einer Notierung über pari, liegt er darunter, von einer Notierung unter pari.

Der Prozentkurs macht Kurse unabhängig vom Nennwert vergleichbar: Zwei Anleihen mit unterschiedlichem Nennwert lassen sich anhand ihres Prozentkurses direkt gegenüberstellen.

Berechnung des Kurswerts

Um den tatsächlichen Kaufpreis (Kurswert) zu ermitteln, wird der Nennwert mit dem Prozentkurs multipliziert:

  • Kurswert = Nennwert × Prozentkurs ÷ 100

Bei einer Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einem Prozentkurs von 98,50 % ergibt sich:

  • Kurswert = 10.000 € × 98,50 ÷ 100 = 9.850 Euro

Der Anleger zahlt also 9.850 Euro, erhält bei Fälligkeit aber den vollen Nennwert von 10.000 Euro zurück. Die Differenz erhöht die Rendite über die reine Nominalverzinsung hinaus.

Warum schwankt der Prozentkurs?

Der Kurs festverzinslicher Wertpapiere reagiert vor allem auf die Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus:

  • Steigende Marktzinsen lassen den Kurs bestehender, niedriger verzinster Anleihen sinken (unter pari).
  • Sinkende Marktzinsen lassen den Kurs bestehender, höher verzinster Anleihen steigen (über pari).
  • Auch die Bonität des Emittenten und die Restlaufzeit beeinflussen den Kurs.

So gleicht der Markt die feste Nominalverzinsung an das aktuelle Zinsumfeld an.

Stückzinsen beim Kauf beachten

Beim Kauf einer Anleihe während der Zinsperiode zahlt der Käufer neben dem Kurswert zusätzlich die sogenannten Stückzinsen. Das sind die seit dem letzten Zinstermin bereits aufgelaufenen, aber noch nicht ausgezahlten Zinsen, die dem Verkäufer zustehen. Der Prozentkurs selbst enthält diese Stückzinsen nicht – er bildet nur den reinen Kurswert ab.

  • Der Kurswert ergibt sich aus Nennwert und Prozentkurs.
  • Die Stückzinsen werden gesondert berechnet und hinzugerechnet.
  • Der Gesamtkaufpreis ist die Summe aus Kurswert, Stückzinsen und Nebenkosten wie Provision.

Diese Trennung sorgt dafür, dass der bisherige Inhaber die ihm zustehenden Zinsen anteilig erhält, obwohl der nächste Zinstermin erst dem neuen Eigentümer zufließt.

Wer Anleihen kauft oder verkauft, sollte deshalb stets den vollständigen Abrechnungsbetrag im Blick behalten und den reinen Prozentkurs von den zusätzlich anfallenden Stückzinsen und Nebenkosten unterscheiden, um Kaufpreis und tatsächliche Rendite richtig einschätzen zu können.

Häufige Fragen zum Prozentkurs

Was bedeutet ein Kurs von 100 Prozent?

Ein Prozentkurs von 100 % bedeutet, dass das Wertpapier genau zu seinem Nennwert gehandelt wird. Man spricht von einer Notierung „pari“. Kurswert und Nennwert stimmen dann überein.

Wie unterscheidet sich der Prozentkurs vom Stückkurs?

Der Prozentkurs drückt den Kurs in Prozent des Nennwerts aus und ist bei Anleihen üblich. Der Stückkurs nennt den Preis je Stück in Euro und wird vor allem bei Aktien verwendet.

Warum kann ein Kurs unter 100 Prozent liegen?

Liegt der Marktzins über der Nominalverzinsung der Anleihe, sinkt ihr Kurs unter pari. Käufer werden so für die vergleichsweise niedrige Verzinsung durch einen niedrigeren Kaufpreis entschädigt.

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