Die lineare Nachfragekurve beschreibt den Zusammenhang zwischen dem Preis eines Gutes und der nachgefragten Menge als Gerade. Sie fällt von links oben nach rechts unten: Je höher der Preis, desto geringer die Nachfrage. Dieses vereinfachte Modell ist ein grundlegendes Werkzeug der Preistheorie und hilft, Preis-Mengen-Entscheidungen und Elastizitäten anschaulich zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die lineare Nachfragekurve?
Eine lineare Nachfragekurve stellt die Nachfragefunktion als Gerade in einem Preis-Mengen-Diagramm dar. Üblich ist die Form:
- x = a − b · p, wobei x die nachgefragte Menge und p der Preis ist.
- a ist der Achsenabschnitt (Sättigungsmenge), b die Steigung, die angibt, wie stark die Menge auf Preisänderungen reagiert.
Das negative Vorzeichen von b spiegelt das Gesetz der Nachfrage wider: Steigt der Preis, sinkt die nachgefragte Menge. Die Gerade unterstellt einen konstanten, gleichmäßigen Zusammenhang zwischen Preis und Menge.
Prohibitivpreis und Sättigungsmenge
Zwei Punkte kennzeichnen die lineare Nachfragekurve besonders:
- Prohibitivpreis: der Preis, bei dem die Nachfrage auf null sinkt (Schnittpunkt mit der Preisachse). Er ist so hoch, dass niemand mehr kauft.
- Sättigungsmenge: die Menge, die bei einem Preis von null nachgefragt würde (Schnittpunkt mit der Mengenachse). Sie ist die maximal absetzbare Menge.
Beispiel: Gegeben sei die Nachfragefunktion x = 100 − 2 · p. Bei einem Preis von 0 ergibt sich die Sättigungsmenge x = 100. Setzt man x = 0, erhält man den Prohibitivpreis: 0 = 100 − 2p, also p = 50. Die Kurve verläuft damit zwischen dem Punkt (Preis 50, Menge 0) und dem Punkt (Preis 0, Menge 100).
Preiselastizität entlang der Kurve
Ein wichtiges Merkmal ist, dass die Preiselastizität der Nachfrage auf einer linearen Kurve nicht konstant ist, obwohl die Steigung überall gleich bleibt. Sie beschreibt, um wie viel Prozent sich die Menge ändert, wenn der Preis um ein Prozent steigt:
- Im oberen Bereich (hoher Preis, geringe Menge) reagiert die Nachfrage elastisch.
- Im unteren Bereich (niedriger Preis, hohe Menge) reagiert sie unelastisch.
- In der Mitte der Kurve liegt der Punkt mit einer Elastizität von genau eins.
Für Anbieter ist dieser Zusammenhang bedeutsam, weil der Umsatz genau im mittleren, einheitselastischen Bereich sein Maximum erreicht. Verschiebt sich zudem die gesamte Kurve – etwa durch ein gestiegenes Einkommen oder veränderte Präferenzen –, spricht man von einer Nachfrageänderung: Die Gerade verlagert sich parallel nach rechts (mehr Nachfrage) oder nach links (weniger Nachfrage). Davon zu unterscheiden ist die bloße Bewegung entlang der Kurve, die allein aus einer Preisänderung resultiert.
Häufige Fragen zur linearen Nachfragekurve
Warum fällt die Nachfragekurve?
Sie fällt, weil bei steigendem Preis weniger Käufer bereit oder in der Lage sind, das Gut zu erwerben. Dieser negative Zusammenhang wird als Gesetz der Nachfrage bezeichnet.
Was ist der Prohibitivpreis?
Der Prohibitivpreis ist der Preis, bei dem die nachgefragte Menge auf null fällt. Er bildet den obersten Punkt der Nachfragekurve auf der Preisachse.
Ist die Elastizität auf der Geraden konstant?
Nein. Obwohl die Steigung konstant ist, ändert sich die Preiselastizität entlang der Kurve. Sie ist im oberen Bereich elastisch, im unteren unelastisch und in der Mitte genau eins.