Wechselkurssysteme – feste und flexible Wechselkurse erklärt

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Wechselkurssysteme sind die ordnungspolitischen Rahmenregeln, nach denen der Wechselkurs einer Währung – also ihr Tauschverhältnis zu anderen Währungen – zustande kommt. Sie legen fest, ob der Außenwert einer Währung frei am Devisenmarkt durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird oder ob eine Zentralbank ihn durch Eingriffe an einem bestimmten Niveau festhält. Wechselkurssysteme sind ein zentrales Thema der internationalen Wirtschaftspolitik und beeinflussen Außenhandel, Inflation und Geldpolitik eines Landes.

Was sind Wechselkurssysteme?

Der Wechselkurs gibt an, wie viele Einheiten einer Währung man für eine Einheit einer anderen Währung erhält. Ein Wechselkurssystem regelt, wie dieser Preis gebildet wird und welche Rolle der Staat bzw. die Zentralbank dabei spielt. Die beiden Grundformen sind das System fester (fixer) Wechselkurse und das System flexibler (freier) Wechselkurse. Dazwischen existieren zahlreiche Mischformen, etwa Bandbreiten- oder Stufenflexibilitätssysteme.

Feste und flexible Wechselkurse

Die wichtigsten Systeme im Überblick:

  • Feste Wechselkurse: Die Zentralbank legt einen Leitkurs fest und hält ihn durch An- und Verkauf von Devisen stabil. Vorteil ist die Planungssicherheit für den Außenhandel; Nachteil ist der Verlust geldpolitischer Selbstständigkeit und ein hoher Bedarf an Währungsreserven.
  • Flexible Wechselkurse: Der Kurs bildet sich frei durch Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt. Vorteil ist die autonome Geldpolitik und der automatische Ausgleich von Zahlungsbilanzungleichgewichten; Nachteil sind Kursschwankungen und das damit verbundene Wechselkursrisiko.
  • Bandbreitensystem (Wechselkursband): Der Kurs darf innerhalb einer festgelegten Bandbreite um einen Leitkurs schwanken; nur an den Bandgrenzen greift die Zentralbank ein.
  • Crawling Peg: Der Leitkurs wird in kleinen Schritten regelmäßig angepasst, etwa um Inflationsunterschiede auszugleichen.

Innerhalb der Eurozone gibt es zwischen den Mitgliedstaaten gar keinen Wechselkurs mehr, weil sie eine gemeinsame Währung verwenden – die extremste Form fester Bindung.

Auf- und Abwertung

In einem System fester Wechselkurse spricht man von Aufwertung und Abwertung, wenn die Zentralbank den Leitkurs offiziell ändert. Bei flexiblen Kursen heißen die marktbedingten Veränderungen Appreciation (Wertsteigerung) und Depreciation (Wertverlust). Eine Abwertung verbilligt die eigenen Exporte und verteuert Importe, was tendenziell die Exportwirtschaft begünstigt, aber importierte Güter verteuert.

Häufige Fragen zu Wechselkurssystemen

Was ist der Unterschied zwischen festen und flexiblen Wechselkursen?

Bei festen Wechselkursen hält die Zentralbank den Kurs durch Interventionen stabil, bei flexiblen Wechselkursen bildet er sich frei am Markt. Feste Kurse bieten mehr Planungssicherheit, flexible Kurse mehr geldpolitische Unabhängigkeit.

Welches Wechselkurssystem gilt heute überwiegend?

Die großen Industrieländer wie die USA, der Euroraum, Japan und Großbritannien nutzen überwiegend flexible Wechselkurse. Viele kleinere oder aufstrebende Volkswirtschaften binden ihre Währung dagegen ganz oder teilweise an eine Leitwährung wie den US-Dollar oder den Euro.

Was bedeutet eine Abwertung der Währung?

Eine Abwertung senkt den Außenwert einer Währung. Dadurch werden Exporte für ausländische Käufer günstiger und Importe für inländische Käufer teurer. Das kann die heimische Exportwirtschaft stärken, erhöht aber die Kosten für eingeführte Waren und Rohstoffe.

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