Der Gleichgewichtspreis ist jener Preis, bei dem sich Angebot und Nachfrage genau decken – die angebotene Menge entspricht also exakt der nachgefragten Menge. Man spricht in diesem Zustand von Markträumung, weil der Markt vollständig „geräumt“ wird: Es bleiben weder unverkaufte Güter beim Anbieter liegen noch unbefriedigte Käufer zurück. Der Gleichgewichtspreis ist damit ein zentraler Begriff der Mikroökonomie und beschreibt das natürliche Ergebnis des freien Zusammenspiels von Marktkräften.

Inhaltsverzeichnis
Was ist der Gleichgewichtspreis?
Der Gleichgewichtspreis (auch Marktgleichgewicht oder Räumungspreis genannt) ist der Preis, zu dem ein Gut in genau der Menge angeboten wird, die die Nachfrager zu diesem Preis abnehmen möchten. Bei diesem Preis besteht weder ein Überschuss noch ein Mangel an Ware. Sowohl Anbieter als auch Nachfrager haben kein Interesse, vom erreichten Preis abzuweichen, weshalb der Markt in einem stabilen Zustand verharrt. Die zugehörige Menge wird als Gleichgewichtsmenge bezeichnet.
Wichtig ist die Annahme eines funktionierenden Marktes mit vielen Anbietern und Nachfragern (vollkommene Konkurrenz). Greift der Staat ein – etwa durch Höchst- oder Mindestpreise – kann sich der tatsächliche Marktpreis dauerhaft vom Gleichgewichtspreis entfernen.
Entstehung am Markt
Grafisch entsteht der Gleichgewichtspreis im Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve. Die Nachfragekurve fällt von links oben nach rechts unten (je niedriger der Preis, desto mehr wird nachgefragt), die Angebotskurve steigt an (je höher der Preis, desto mehr wird angeboten). Der Markt steuert sich über Preisbewegungen selbst:
- Nachfrageüberhang (Nachfragelücke): Liegt der Preis unter dem Gleichgewichtspreis, wollen mehr Käufer kaufen, als Ware vorhanden ist. Die knappe Ware lässt den Preis steigen.
- Angebotsüberhang (Angebotsüberschuss): Liegt der Preis über dem Gleichgewichtspreis, bleibt Ware liegen, weil zu wenige kaufen. Die Anbieter senken den Preis, um die Ware abzusetzen.
- Gleichgewicht: Beide Bewegungen enden genau dort, wo sich Angebot und Nachfrage decken – beim Gleichgewichtspreis.
Beispiel
Betrachtet wird der Markt für ein Kilogramm Äpfel. Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Kilogramm bei verschiedenen Preisen angeboten und nachgefragt werden:
| Preis (€/kg) | Nachfrage (kg) | Angebot (kg) | Marktlage |
|---|---|---|---|
| 1,00 | 500 | 200 | Nachfrageüberhang |
| 1,50 | 400 | 300 | Nachfrageüberhang |
| 2,00 | 350 | 350 | Gleichgewicht |
| 2,50 | 300 | 450 | Angebotsüberhang |
| 3,00 | 250 | 550 | Angebotsüberhang |
Bei einem Preis von 2,00 €/kg stimmen nachgefragte und angebotene Menge mit jeweils 350 kg überein. Der Markt ist geräumt – dies ist der Gleichgewichtspreis, die Gleichgewichtsmenge beträgt 350 kg. Bei 1,50 € fehlen 100 kg (Nachfrageüberhang, Preis steigt), bei 2,50 € bleiben 150 kg liegen (Angebotsüberhang, Preis sinkt).
Häufige Fragen zum Gleichgewichtspreis
Was passiert, wenn der Preis über dem Gleichgewichtspreis liegt?
Dann entsteht ein Angebotsüberhang: Die Anbieter bieten mehr an, als die Nachfrager kaufen wollen. Um die liegengebliebene Ware abzusetzen, senken sie den Preis, bis wieder das Gleichgewicht erreicht ist.
Ist der Gleichgewichtspreis dauerhaft stabil?
Er ist nur so lange stabil, wie sich Angebot und Nachfrage nicht ändern. Verschiebt sich eine der beiden Kurven – etwa durch veränderte Einkommen, Trends oder Produktionskosten – entsteht ein neuer Schnittpunkt und damit ein neuer Gleichgewichtspreis.
Was bedeutet Markträumung?
Markträumung bedeutet, dass beim Gleichgewichtspreis die gesamte angebotene Menge verkauft und die gesamte zahlungsbereite Nachfrage befriedigt wird. Es bleiben weder unverkaufte Güter noch leer ausgehende Käufer übrig – der Markt ist „geräumt“.