Der Markt ist der ökonomische Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage, an dem sich durch den Tausch von Gütern, Dienstleistungen oder Produktionsfaktoren ein Preis bildet. Ein Markt setzt voraus, dass Anbieter und Nachfrager in Kontakt treten und Tauschgeschäfte abschließen. Er muss nicht räumlich gebunden sein – auch Online-Plattformen oder Börsen sind Märkte.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Markt?
Ein Markt entsteht überall dort, wo Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen und einen Preis aushandeln. Die Anbieter wollen ihre Güter möglichst teuer verkaufen, die Nachfrager möglichst günstig kaufen. Aus diesem Interessengegensatz bildet sich der Marktpreis, der die Funktion eines Knappheitssignals übernimmt: Je knapper ein Gut, desto höher tendenziell sein Preis. Der Markt steuert über den Preismechanismus, welche Güter in welcher Menge produziert und verteilt werden, und übernimmt damit eine zentrale Koordinationsfunktion in der Marktwirtschaft.
Marktarten
Märkte lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien einteilen. Gängige Unterscheidungen sind:
- Nach dem Gut: Gütermarkt, Dienstleistungsmarkt, Arbeitsmarkt, Geldmarkt, Kapitalmarkt, Devisenmarkt.
- Nach dem Zugang: offener Markt (jeder kann teilnehmen) und geschlossener Markt (Zugang beschränkt).
- Nach der Marktstufe: Beschaffungsmarkt (Einkauf) und Absatzmarkt (Verkauf).
- Nach dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage: Käufermarkt (Angebot überwiegt) und Verkäufermarkt (Nachfrage überwiegt).
Marktformen
Die Marktformen beschreiben die Anzahl der Anbieter und Nachfrager. Je nach Konstellation ergeben sich neun Grundformen. Die wichtigsten sind:
- Polypol: viele Anbieter, viele Nachfrager (z. B. Wochenmarkt). Der einzelne Anbieter hat kaum Einfluss auf den Preis.
- Oligopol: wenige Anbieter, viele Nachfrager (z. B. Mineralölkonzerne). Die Anbieter beobachten sich gegenseitig stark.
- Monopol: ein einziger Anbieter, viele Nachfrager. Der Monopolist kann den Preis weitgehend selbst bestimmen.
Auf der Nachfrageseite gibt es entsprechend Nachfrageoligopol und Nachfragemonopol (Monopson). Ein vollkommener Markt im theoretischen Sinne setzt zudem voraus, dass die Güter homogen sind, vollständige Markttransparenz herrscht und keine zeitlichen, räumlichen oder persönlichen Präferenzen bestehen.
Häufige Fragen zu Markt
Worin unterscheiden sich Markt und Börse?
Die Börse ist eine besondere, stark organisierte und reglementierte Form des Marktes. Dort werden vertretbare Güter wie Wertpapiere, Devisen oder Rohstoffe gehandelt, die nach festen Regeln und meist ohne Vorlage der Ware zustande kommen. Jede Börse ist ein Markt, aber nicht jeder Markt ist eine Börse.
Was ist der Unterschied zwischen Käufer- und Verkäufermarkt?
Auf einem Käufermarkt übersteigt das Angebot die Nachfrage, sodass die Käufer eine starke Verhandlungsposition haben und die Preise eher sinken. Auf einem Verkäufermarkt ist die Nachfrage größer als das Angebot, wodurch die Anbieter höhere Preise durchsetzen können.
Welche Funktion erfüllt der Preis auf dem Markt?
Der Preis erfüllt mehrere Funktionen: Er signalisiert Knappheit, lenkt Produktion und Konsum (Lenkungsfunktion), verteilt knappe Güter auf die zahlungsfähigen Nachfrager (Verteilungsfunktion) und koordiniert die Pläne von Anbietern und Nachfragern, ohne dass eine zentrale Stelle eingreifen muss.