Marktanteil

Home » Marktanteil

Der Marktanteil gibt an, welchen prozentualen Anteil ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Marke am gesamten Marktvolumen oder Marktwert besitzt. Er ist eine zentrale Kennzahl des Marketings und der Marktforschung, um die eigene Position im Wettbewerb zu bestimmen. Ein hoher Marktanteil signalisiert eine starke Marktstellung, während ein niedriger Marktanteil auf einen geringen Einfluss am Markt hindeutet.

Was ist der Marktanteil?

Der Marktanteil setzt den eigenen Absatz oder Umsatz ins Verhältnis zum gesamten Marktvolumen. Er lässt sich auf zwei Arten berechnen, je nachdem ob Mengen oder Werte zugrunde gelegt werden:

  • Mengenmäßiger Marktanteil = (eigener Absatz / Gesamtabsatz des Marktes) × 100
  • Wertmäßiger Marktanteil = (eigener Umsatz / Gesamtumsatz des Marktes) × 100

Der mengenmäßige Marktanteil betrachtet die abgesetzten Stückzahlen, der wertmäßige Marktanteil die erzielten Umsätze. Beide können sich deutlich unterscheiden, etwa wenn ein Unternehmen wenige, aber hochpreisige Produkte verkauft. Voraussetzung für eine sinnvolle Berechnung ist eine klare Abgrenzung des relevanten Marktes nach Produkt, Region und Zeitraum.

Berechnung und Bedeutung

Ein Beispiel verdeutlicht die Ermittlung. Ein Unternehmen setzt in einem Jahr 20.000 Stück eines Produkts ab. Der gesamte Markt umfasst 100.000 Stück. Der mengenmäßige Marktanteil beträgt:

  • (20.000 / 100.000) × 100 = 20 Prozent

Das Unternehmen deckt damit ein Fünftel des Marktes ab. Der Marktanteil ist eine wichtige Grundlage für strategische Entscheidungen: Er dient der Bewertung von Markterfolg, der Beobachtung von Wettbewerbern und der Planung von Marketingmaßnahmen. Vom absoluten Marktanteil zu unterscheiden ist der relative Marktanteil, der den eigenen Marktanteil ins Verhältnis zum stärksten Wettbewerber setzt und etwa in der Portfolioanalyse verwendet wird.

Strategische Bedeutung und Grenzen

Der Marktanteil gilt als Indikator für Marktmacht und Wettbewerbsstärke. Ein hoher Marktanteil bringt häufig Vorteile mit sich, etwa Größenvorteile in der Produktion, eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten und eine höhere Bekanntheit. In der bekannten Portfolioanalyse der Boston Consulting Group wird der relative Marktanteil mit dem Marktwachstum kombiniert, um Produkte als Stars, Cash Cows, Fragezeichen oder Poor Dogs einzuordnen.

Allerdings hat die Kennzahl auch Grenzen. Ein hoher Marktanteil bedeutet nicht automatisch hohe Rentabilität, wenn er etwa durch aggressive Preisnachlässe erkauft wurde. Zudem hängt das Ergebnis stark davon ab, wie der Markt abgegrenzt wird. Eine zu enge oder zu weite Definition kann den Marktanteil verzerren und zu Fehlinterpretationen führen. Der Marktanteil sollte daher stets gemeinsam mit weiteren Kennzahlen wie der Umsatzrendite betrachtet werden.

Häufige Fragen zum Marktanteil

Wie wird der Marktanteil berechnet?

Der Marktanteil ergibt sich, indem man den eigenen Absatz oder Umsatz durch das gesamte Marktvolumen teilt und mit 100 multipliziert. Beim mengenmäßigen Marktanteil werden Stückzahlen verglichen, beim wertmäßigen Marktanteil die erzielten Umsätze. Beide Werte werden als Prozentsatz ausgedrückt.

Was ist der Unterschied zwischen absolutem und relativem Marktanteil?

Der absolute Marktanteil beschreibt den eigenen Anteil am Gesamtmarkt. Der relative Marktanteil setzt den eigenen Marktanteil dagegen ins Verhältnis zum größten Konkurrenten. Er zeigt damit die Stärke der eigenen Position im direkten Wettbewerbsvergleich und wird häufig in der Portfolioanalyse genutzt.

Warum ist der Marktanteil so wichtig?

Der Marktanteil zeigt die Wettbewerbsposition eines Unternehmens und ist ein Indikator für Markterfolg und Marktmacht. Ein wachsender Marktanteil deutet auf eine erfolgreiche Strategie hin, während ein sinkender Anteil auf Probleme oder stärkere Konkurrenz hinweisen kann und Anlass für Gegenmaßnahmen gibt.

Nach oben scrollen