Marktkapitalisierung: Definition, Berechnung und Bedeutung

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Die Marktkapitalisierung bezeichnet den Börsenwert eines Unternehmens und ergibt sich aus dem aktuellen Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen an den Kapitalmärkten und dient dazu, die Größe börsennotierter Unternehmen zu vergleichen und einzuordnen. Auch die Gewichtung in wichtigen Aktienindizes richtet sich nach der Marktkapitalisierung.

Was ist die Marktkapitalisierung?

Die Marktkapitalisierung (englisch Market Capitalization oder kurz Market Cap) gibt an, welchen Wert der Aktienmarkt einem Unternehmen insgesamt beimisst. Sie ist kein bilanzieller Wert, sondern spiegelt die aktuelle Einschätzung der Marktteilnehmer wider. Da der Aktienkurs börsentäglich schwankt, verändert sich auch die Marktkapitalisierung fortlaufend. Sie ist Grundlage für die Zusammensetzung vieler Aktienindizes wie DAX oder S&P 500 und ein Maßstab für die Bedeutung eines Unternehmens.

Berechnet wird sie mit einer einfachen Formel:

  • Marktkapitalisierung = Aktienkurs × Anzahl ausgegebener Aktien

Berechnung mit Beispiel

Eine Aktiengesellschaft hat 10 Millionen Aktien ausgegeben. Der aktuelle Börsenkurs beträgt 45 € je Aktie.

  • Marktkapitalisierung = 45 € × 10.000.000 = 450.000.000 €

Das Unternehmen wird an der Börse also mit 450 Millionen € bewertet. Nach der Höhe der Marktkapitalisierung werden Unternehmen häufig in Klassen eingeteilt:

  • Large Caps – sehr große Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung,
  • Mid Caps – mittelgroße Unternehmen,
  • Small Caps – kleinere Unternehmen mit geringerem Börsenwert.

Bedeutung und Grenzen

Die Marktkapitalisierung dient als Maßstab für die Größe und Bedeutung eines Unternehmens am Kapitalmarkt. In vielen Indizes bestimmt sie die Gewichtung der einzelnen Werte. Sie ist jedoch nicht mit dem Unternehmenswert gleichzusetzen, da sie die Verschuldung außer Acht lässt. Aussagekräftiger für Übernahmen ist daher der Enterprise Value, der Nettofinanzschulden einbezieht. Zudem beruht die Marktkapitalisierung auf Kurserwartungen und kann von Marktstimmungen und Spekulation beeinflusst sein, weshalb sie den inneren Wert eines Unternehmens nur bedingt widerspiegelt.

Marktkapitalisierung und Streubesitz

Für die Aufnahme und Gewichtung in Indizes ist häufig nicht die gesamte Marktkapitalisierung maßgeblich, sondern nur der frei handelbare Anteil, der sogenannte Streubesitz (Free Float). Festbesitz großer Ankeraktionäre bleibt dabei außer Betracht. Man unterscheidet daher:

  • Gesamte Marktkapitalisierung – alle ausgegebenen Aktien,
  • Streubesitz-Marktkapitalisierung – nur die frei handelbaren Aktien.

Indizes wie der DAX gewichten ihre Mitglieder nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung, weil nur diese Aktien tatsächlich am Markt gehandelt werden. Damit spiegelt die Gewichtung die reale Handelbarkeit und Bedeutung eines Wertes am Kapitalmarkt wider. Für Anleger ist die Marktkapitalisierung zudem ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Aktien, da große Werte in der Regel liquider und schwankungsärmer sind als kleine Nebenwerte.

Häufige Fragen zur Marktkapitalisierung

Ist die Marktkapitalisierung gleich dem Unternehmenswert?

Nein. Die Marktkapitalisierung erfasst nur den Wert des Eigenkapitals an der Börse. Der Unternehmenswert im Sinne des Enterprise Value berücksichtigt zusätzlich die Nettoverschuldung und liegt daher meist höher.

Warum ändert sich die Marktkapitalisierung ständig?

Weil der Aktienkurs börsentäglich durch Angebot und Nachfrage schwankt. Bei gleichbleibender Aktienzahl bewegt sich die Marktkapitalisierung im gleichen Maß wie der Kurs.

Wozu wird die Marktkapitalisierung verwendet?

Sie dient dem Größenvergleich von Unternehmen, der Einteilung in Large-, Mid- und Small-Caps sowie der Gewichtung in kapitalisierungsgewichteten Aktienindizes wie dem DAX.

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