Junge Aktien sind Aktien, die eine Aktiengesellschaft im Zuge einer Kapitalerhöhung neu ausgibt. Sie erhöhen das Grundkapital der Gesellschaft und werden so genannt, um sie von den bereits im Umlauf befindlichen „alten“ Aktien abzugrenzen. Junge Aktien werden in der Regel zunächst den bisherigen Aktionären angeboten, bevor sie an neue Anleger gehen.
Inhaltsverzeichnis
Was sind junge Aktien?
Wenn ein Unternehmen zusätzliches Eigenkapital benötigt, kann es über eine ordentliche Kapitalerhöhung neue Aktien ausgeben. Diese jungen Aktien werden zu einem festgelegten Bezugskurs angeboten, der meist unter dem aktuellen Börsenkurs der alten Aktien liegt, um die Zeichnung attraktiv zu machen. Mit dem Erlös finanziert die Gesellschaft beispielsweise Investitionen, Übernahmen oder die Stärkung der Eigenkapitalbasis. Nach Ablauf des Geschäftsjahres, in dem sie ausgegeben wurden, sind junge Aktien von alten nicht mehr zu unterscheiden.
Bezugsrecht der Altaktionäre
Damit sich die Beteiligungsquote der bisherigen Aktionäre nicht ungewollt verwässert, steht ihnen grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Es erlaubt, junge Aktien im Verhältnis zum bisherigen Anteil zum vergünstigten Bezugskurs zu erwerben. Wichtige Aspekte:
- Bezugsverhältnis: Es gibt an, wie viele alte Aktien zum Bezug einer jungen Aktie berechtigen, etwa 4:1.
- Handelbarkeit: Wer das Bezugsrecht nicht nutzen will, kann es während der Bezugsfrist an der Börse verkaufen.
- Verwässerungsschutz: Das Bezugsrecht gleicht den rechnerischen Wertverlust der alten Aktien aus.
Dividende und Kursabschlag
Junge Aktien sind oft erst ab dem Ausgabejahr voll dividendenberechtigt; für das laufende Jahr kann die Dividende anteilig geringer ausfallen. Durch die Ausgabe zusätzlicher Aktien zu einem niedrigeren Kurs entsteht zudem ein rechnerischer Mischkurs, der unter dem bisherigen Kurs liegt – der wirtschaftliche Wert wird über das Bezugsrecht ausgeglichen.
Bedeutung der Kapitalerhöhung
Die Ausgabe junger Aktien ist für eine Aktiengesellschaft eine wichtige Möglichkeit der Außenfinanzierung über Eigenkapital. Im Unterschied zu einem Kredit muss das so beschaffte Kapital nicht zurückgezahlt werden und belastet das Unternehmen nicht mit festen Zins- und Tilgungspflichten. Typische Anlässe für die Ausgabe junger Aktien sind:
- Wachstumsfinanzierung: Mittel für Investitionen, Forschung oder den Ausbau von Kapazitäten.
- Übernahmen: Finanzierung des Erwerbs anderer Unternehmen.
- Stärkung der Eigenkapitalquote: Verbesserung der Bonität und der Krisenfestigkeit.
Für Anleger bietet die Zeichnung junger Aktien die Chance, sich zu einem oft vergünstigten Kurs an einer Gesellschaft zu beteiligen, die sie als zukunftsträchtig einschätzen.
Häufige Fragen zu jungen Aktien
Wodurch entstehen junge Aktien?
Junge Aktien entstehen durch eine Kapitalerhöhung. Die Aktiengesellschaft gibt neue Aktien aus, um ihr Grundkapital und damit ihr Eigenkapital zu erhöhen.
Was ist ein Bezugsrecht?
Das Bezugsrecht erlaubt den bisherigen Aktionären, junge Aktien entsprechend ihrem Anteil zum vergünstigten Bezugskurs zu erwerben. So wird eine Verwässerung ihrer Beteiligung vermieden.
Sind junge Aktien voll dividendenberechtigt?
Häufig sind junge Aktien im Ausgabejahr nur anteilig dividendenberechtigt. Ab dem folgenden Geschäftsjahr unterscheiden sie sich nicht mehr von den alten Aktien.