Ein Wechselkurs gibt das Austauschverhältnis zweier Währungen an, also wie viele Einheiten einer Währung man für eine Einheit einer anderen Währung erhält. Wechselkurse entstehen am Devisenmarkt durch Angebot und Nachfrage und sind für den internationalen Handel sowie die Buchhaltung von Fremdwährungsgeschäften zentral.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Wechselkurs?
Der Wechselkurs drückt den Preis einer Währung in einer anderen Währung aus. Er ist die Grundlage dafür, ausländische Zahlungen, Forderungen und Verbindlichkeiten in die eigene Währung umzurechnen. Man unterscheidet den Devisenkurs für den bargeldlosen Zahlungsverkehr (Guthaben auf ausländischen Konten) vom Sortenkurs für ausländisches Bargeld. Für Unternehmen ist vor allem der Devisenkurs maßgeblich, etwa bei der Umrechnung einer Rechnung in US-Dollar in Euro. Daneben unterscheidet man feste Wechselkurse, die staatlich festgelegt werden, von flexiblen Wechselkursen, die sich frei am Markt bilden.
Mengen- und Preisnotierung
Wechselkurse können auf zwei Arten dargestellt werden:
- Preisnotierung: Sie gibt an, wie viele Einheiten der Inlandswährung für eine Einheit der Auslandswährung zu zahlen sind (z. B. 0,92 EUR für 1 USD).
- Mengennotierung: Sie gibt an, wie viele Einheiten der Auslandswährung man für eine Einheit der Inlandswährung erhält (z. B. 1,09 USD für 1 EUR).
Im Euroraum ist die Mengennotierung üblich; der Euro-Dollar-Kurs wird also als „1 EUR = x USD“ angegeben. Beide Notierungen sind Kehrwerte voneinander. Steigt der Wert der eigenen Währung, spricht man von Aufwertung, sinkt er, von Abwertung. Diese Begriffe sind im Außenhandel entscheidend, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit von Ex- und Importen unmittelbar beeinflussen.
Einflussfaktoren auf Wechselkurse
Bei flexiblen Wechselkursen bestimmen Angebot und Nachfrage nach Devisen den Kurs. Wesentliche Einflussfaktoren sind:
- Zinsniveau: Höhere Zinsen ziehen Kapital an und stärken tendenziell die Währung.
- Inflation: Eine hohe Inflation schwächt die Kaufkraft und damit die Währung.
- Außenhandel: Exportüberschüsse erhöhen die Nachfrage nach der heimischen Währung.
- Erwartungen und politische Stabilität der Anleger und Märkte.
Für die Buchhaltung gilt: Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sind am Bilanzstichtag nach § 256a HGB umzurechnen. Kursänderungen führen zu Kursgewinnen oder Kursverlusten, die erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen sind. Schwankende Wechselkurse stellen damit ein eigenes unternehmerisches Risiko dar, das sich über Kurssicherungsgeschäfte begrenzen lässt.
Für international tätige Unternehmen sind Wechselkurse mit einem konkreten Risiko verbunden, dem sogenannten Währungs- oder Wechselkursrisiko. Verkauft ein deutsches Unternehmen Waren in die USA und vereinbart eine Zahlung in US-Dollar in drei Monaten, kann eine zwischenzeitliche Abwertung des Dollars den Euro-Erlös schmälern. Zur Absicherung nutzen Unternehmen Kurssicherungsgeschäfte wie Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen, mit denen sie einen Kurs bereits heute festschreiben. So wird die Kalkulation planbar und das Ergebnis vor ungünstigen Kursschwankungen geschützt. Diese Absicherung ist gerade im Export- und Importgeschäft ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Risikomanagements.
Häufige Fragen zu Wechselkursen
Was ist der Unterschied zwischen Devisen und Sorten?
Devisen sind auf fremde Währung lautende Buchgelder und Zahlungsmittel im bargeldlosen Verkehr. Sorten sind ausländisches Bargeld. Für beide gelten unterschiedliche Kurse.
Was bedeutet Aufwertung einer Währung?
Eine Aufwertung bedeutet, dass eine Währung gegenüber einer anderen an Wert gewinnt. Importe werden dadurch günstiger, Exporte hingegen teurer und damit weniger wettbewerbsfähig.
Wie werden Fremdwährungen in der Bilanz umgerechnet?
Nach § 256a HGB sind Fremdwährungsposten am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umzurechnen. Bei Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr sind dabei das Realisations- und das Imparitätsprinzip zu beachten.