Die Parität bezeichnet ein festes oder rechnerisch ermitteltes Austauschverhältnis zwischen zwei Größen – am häufigsten zwischen zwei Währungen, aber auch zwischen einer Währung und einem Sachwert wie Gold. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „paritas“ (Gleichheit) ab und spielt in der Volkswirtschaft, im Devisenhandel und an der Börse eine zentrale Rolle. Wer internationale Geld- und Warenströme verstehen will, kommt am Paritätsbegriff nicht vorbei.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Parität?
Eine Parität drückt aus, in welchem Verhältnis zwei Werte gegeneinander getauscht werden können. Bei einer Wechselkursparität von 1:1 entspricht eine Währungseinheit exakt einer Einheit der anderen Währung – man spricht dann etwa von der Euro-Dollar-Parität. Paritäten können behördlich oder durch eine überregionale Institution festgelegt werden (feste Parität) oder sich frei aus Angebot und Nachfrage am Markt ergeben (flexible Parität). Historisch waren feste Paritäten im System von Bretton Woods verbreitet, in dem die wichtigsten Währungen an den US-Dollar gekoppelt waren. Heute lassen die meisten Industrieländer ihre Wechselkurse weitgehend frei schwanken.
Arten der Parität
In der Wirtschaftspraxis werden mehrere Paritätsbegriffe unterschieden:
- Wechselkursparität: festes oder aktuelles Umtauschverhältnis zwischen zwei Währungen.
- Kaufkraftparität: Verhältnis der Geldmengen zweier Währungen, die zum Kauf desselben Warenkorbs nötig sind (bekannt durch den „Big-Mac-Index“).
- Goldparität: Wert einer Währungseinheit, ausgedrückt in einer bestimmten Menge Feingold.
- Optionsparität: rechnerischer Wert, ab dem die Ausübung eines Optionsscheins gegenüber dem Verkauf gleichwertig ist.
- Zinsparität: Zusammenhang zwischen Zinsdifferenzen zweier Länder und dem Verhältnis von Kassa- zu Terminkurs.
Diese Begriffe verbindet, dass stets ein Tauschverhältnis im Mittelpunkt steht – sei es zwischen Währungen, zwischen Geld und Ware oder zwischen Geld und Edelmetall.
Bedeutung und Berechnung
Die Kaufkraftparität dient als Maßstab dafür, ob eine Währung über- oder unterbewertet ist. Kostet ein identischer Warenkorb in den USA 100 US-Dollar und in der Eurozone 90 Euro, ergibt sich rechnerisch eine Kaufkraftparität von 0,90 USD je Euro. Liegt der tatsächliche Devisenkurs darüber, gilt der Euro als unterbewertet, liegt er darunter, als überbewertet.
- Steigt die Geldmenge einer Währung, sinkt tendenziell ihr Außenwert – die Parität verschiebt sich.
- Feste Paritäten erfordern Eingriffe der Zentralbank, um den Kurs zu stützen.
- Im internationalen Handel beeinflussen Paritäten die Wettbewerbsfähigkeit von Exporten und Importen.
- Volkswirte nutzen die Kaufkraftparität, um die Wirtschaftsleistung verschiedener Länder besser vergleichbar zu machen.
Für Unternehmen mit internationalen Geschäftsbeziehungen sind Paritäten von praktischer Bedeutung: Verschiebt sich der Wechselkurs gegenüber der erwarteten Parität, verändern sich Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung. Daher sichern viele Betriebe ihre Devisenpositionen über Termingeschäfte ab, um Planungssicherheit zu gewinnen.
Häufige Fragen zur Parität
Was bedeutet Euro-Dollar-Parität?
Von Euro-Dollar-Parität spricht man, wenn ein Euro genau einem US-Dollar entspricht, der Wechselkurs also bei 1,00 liegt. Notiert der Kurs darüber oder darunter, ist die Parität nicht mehr gegeben.
Worin unterscheiden sich feste und flexible Parität?
Eine feste Parität wird von einer Institution vorgegeben und durch Interventionen stabil gehalten. Eine flexible Parität ergibt sich dagegen frei aus Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt.
Was sagt die Kaufkraftparität aus?
Sie zeigt, wie viel Geld in zwei Währungen nötig ist, um denselben Warenkorb zu kaufen. Damit macht sie das Preisniveau verschiedener Länder vergleichbar und deckt Über- oder Unterbewertungen auf.