Währungsoptionsscheine sind verbriefte Optionen, die ihrem Inhaber das Recht – aber nicht die Pflicht – einräumen, einen bestimmten Währungsbetrag zu einem im Voraus festgelegten Kurs (Basispreis) innerhalb einer festgelegten Frist zu kaufen oder zu verkaufen. Sie dienen der Absicherung gegen Wechselkursrisiken oder der Spekulation auf Kursveränderungen von Devisen.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Währungsoptionsscheine?
Ein Währungsoptionsschein verbrieft ein Optionsrecht auf eine Währung in Form eines handelbaren Wertpapiers. Der Käufer zahlt für dieses Recht eine Optionsprämie. Steigt oder fällt der Wechselkurs in die erwartete Richtung, kann der Schein an Wert gewinnen oder das Optionsrecht ausgeübt werden. Entwickelt sich der Kurs ungünstig, verfällt der Schein höchstens wertlos – der Verlust ist auf die gezahlte Prämie begrenzt.
Man unterscheidet zwei Grundtypen: den Call (Kaufoptionsschein), der von steigenden Kursen der zugrunde liegenden Währung profitiert, und den Put (Verkaufsoptionsschein), der bei fallenden Kursen an Wert gewinnt.
Funktion und Einsatz
Währungsoptionsscheine werden vor allem in zwei Funktionen eingesetzt:
- Absicherung (Hedging): Ein Unternehmen, das künftige Zahlungen in Fremdwährung erwartet, kann sich gegen ungünstige Kursentwicklungen absichern.
- Spekulation: Anleger setzen mit geringem Kapitaleinsatz auf erwartete Wechselkursbewegungen und nutzen den Hebeleffekt.
Beispiel zur Absicherung: Ein deutscher Importeur muss in drei Monaten eine Rechnung in US-Dollar bezahlen und fürchtet einen steigenden Dollarkurs. Mit einem Call auf den US-Dollar sichert er sich einen festen Höchstkurs. Steigt der Dollar tatsächlich, gleicht der Wertzuwachs des Optionsscheins die Mehrkosten aus.
Chancen und Risiken
Der große Vorteil liegt im begrenzten Risiko bei gleichzeitig großem Gewinnpotenzial: Der Verlust ist auf die Optionsprämie beschränkt, während Kursgewinne überproportional wirken können (Hebel). Dem stehen erhebliche Risiken gegenüber. Bewegt sich der Wechselkurs nicht oder in die falsche Richtung, verliert der Schein durch den Zeitwertverfall fortlaufend an Wert und kann am Ende der Laufzeit wertlos verfallen.
Der Wert eines Währungsoptionsscheins setzt sich aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammen. Der innere Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen aktuellem Wechselkurs und Basispreis, der Zeitwert spiegelt die verbleibende Laufzeit und die erwartete Kursschwankung wider. Mit fortschreitender Laufzeit nimmt der Zeitwert ab, bis er bei Fälligkeit auf null sinkt. Anleger sollten zudem beachten, dass neben dem Wechselkurs auch das Bezugsverhältnis – also wie viele Optionsscheine für eine Währungseinheit nötig sind – sowie die Bonität des Emittenten den Wert beeinflussen. Wegen dieser Komplexität eignen sich Währungsoptionsscheine vor allem für erfahrene Anleger.
Häufige Fragen zu Währungsoptionsscheinen
Wozu dienen Währungsoptionsscheine?
Sie dienen entweder der Absicherung gegen Wechselkursrisiken, etwa im internationalen Handel, oder der Spekulation auf Kursbewegungen von Devisen. Mit geringem Kapitaleinsatz lässt sich an Kursveränderungen einer Währung partizipieren.
Was ist der Unterschied zwischen Call und Put?
Ein Call (Kaufoptionsschein) gewinnt an Wert, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Währung steigt. Ein Put (Verkaufsoptionsschein) profitiert von fallenden Kursen. Beide verbriefen ein Recht, jedoch keine Pflicht zur Ausübung.
Welches Risiko besteht bei Währungsoptionsscheinen?
Der maximale Verlust ist auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt. Allerdings kann diese vollständig verloren gehen, wenn sich der Wechselkurs ungünstig entwickelt oder bis zum Laufzeitende nicht ausreichend bewegt. Der Zeitwertverfall mindert den Wert zusätzlich.