Long Put: Definition, Funktion und Beispiel der Put-Option

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Der Long Put bezeichnet den Kauf einer Verkaufsoption (Put). Der Käufer erwirbt damit das Recht, einen Basiswert – etwa eine Aktie – zu einem vorab festgelegten Preis (Basispreis oder Strike) innerhalb einer bestimmten Frist zu verkaufen. Der Long Put zählt zu den vier Grundpositionen im Optionshandel und wird vor allem genutzt, um auf fallende Kurse zu spekulieren oder ein bestehendes Depot abzusichern.

Was ist ein Long Put?

Wer einen Long Put eingeht, zahlt eine Optionsprämie an den Stillhalter (Short Put) und erhält dafür ein Wahlrecht. Steigt der Kurs des Basiswertes, verfällt die Option wertlos – der Verlust ist auf die gezahlte Prämie begrenzt. Fällt der Kurs dagegen deutlich unter den Basispreis, gewinnt die Option an Wert. Der Long Put profitiert also von sinkenden Kursen und von steigender Volatilität.

Charakteristisch ist das asymmetrische Chance-Risiko-Profil: Das maximale Risiko ist klar begrenzt, während das Gewinnpotenzial bis zum Basispreis (abzüglich Prämie) reicht. Damit unterscheidet sich der Long Put grundlegend vom Leerverkauf, bei dem theoretisch unbegrenzte Verluste drohen.

Funktion und Gewinnberechnung

Der Wert eines Long Put hängt von mehreren Faktoren ab. Die wichtigsten sind:

  • Kurs des Basiswertes: Je tiefer der Kurs, desto höher der innere Wert.
  • Basispreis (Strike): Der vereinbarte Verkaufspreis.
  • Restlaufzeit: Mit der Zeit nimmt der Zeitwert ab (Zeitwertverfall).
  • Volatilität: Höhere Schwankungen erhöhen die Optionsprämie.

Beispiel: Ein Anleger kauft einen Put auf eine Aktie mit Basispreis 100 € und zahlt eine Prämie von 5 €. Fällt der Aktienkurs am Verfallstag auf 80 €, beträgt der innere Wert 20 € (100 € − 80 €). Nach Abzug der Prämie ergibt sich ein Gewinn von 15 € je Aktie. Notiert die Aktie dagegen bei 100 € oder höher, verfällt die Option und der Verlust beträgt genau die 5 € Prämie.

Der Break-even-Punkt liegt beim Basispreis abzüglich Prämie, im Beispiel also bei 95 €. Erst unterhalb dieses Kurses erzielt der Long Put einen Gewinn.

Einsatzmöglichkeiten und Abgrenzung

In der Praxis wird der Long Put für zwei Zwecke genutzt:

  • Spekulation: Erwartet ein Anleger fallende Kurse, setzt er mit geringem Kapitaleinsatz auf den Abschwung (Hebelwirkung).
  • Absicherung (Protective Put): Wer Aktien im Depot hält, sichert sich gegen Kursverluste ab, ähnlich einer Versicherung.

Vom Short Put unterscheidet sich der Long Put durch die Käuferposition: Der Long Put hat das Recht zu verkaufen, der Short Put die Pflicht zu kaufen. Vom Long Call grenzt er sich durch die entgegengesetzte Markterwartung ab.

Häufige Fragen zum Long Put

Wann lohnt sich ein Long Put?

Ein Long Put lohnt sich, wenn ein Anleger mit deutlich fallenden Kursen rechnet oder ein bestehendes Portfolio gegen Verluste absichern möchte. Der Kursrückgang muss die gezahlte Prämie übersteigen.

Wie hoch ist das maximale Risiko?

Das Risiko ist auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt. Mehr als den Einsatz kann der Käufer eines Long Put nicht verlieren, selbst wenn der Kurs stark steigt.

Was passiert am Verfallstag?

Liegt der Kurs unter dem Basispreis, wird die Option ausgeübt oder bar ausgeglichen. Liegt er darüber, verfällt der Long Put wertlos und die Prämie ist verloren.

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