Das Agio (auch Aufgeld genannt) bezeichnet den Betrag, um den der Ausgabe- oder Kaufpreis eines Wertpapiers über dessen Nennwert liegt. Wird ein Wertpapier oder ein Kredit zu einem Preis ausgegeben, der höher ist als der aufgedruckte Nominalwert, spricht man von einem Agio. Es wird üblicherweise in Prozent des Nennwerts oder als absoluter Geldbetrag angegeben und spielt vor allem bei der Ausgabe von Aktien, Anleihen und bei der Aufnahme von Darlehen eine Rolle.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Agio?
Der Begriff Agio stammt aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie „Aufschlag“. Das Agio ist die positive Differenz zwischen dem höheren Ausgabekurs und dem niedrigeren Nennwert eines Papiers. Beträgt der Nennwert einer Aktie beispielsweise 1,00 € und der Ausgabekurs 1,20 €, so liegt ein Agio von 0,20 € beziehungsweise 20 % vor. Das Gegenteil des Agios ist das Disagio (Abgeld): Hier liegt der Ausgabe- oder Kaufpreis unter dem Nennwert. Aus Sicht des ausgebenden Unternehmens ist ein Agio vorteilhaft, weil ihm mehr Kapital zufließt, als der reine Nennwert ergeben würde.
Agio bei Aktien und Anleihen
Je nach Wertpapierart hat das Agio unterschiedliche Bedeutung:
- Emissions-Agio bei Aktien: Gibt eine Aktiengesellschaft junge Aktien über dem Nennwert aus, entsteht ein Agio. Dieser Mehrbetrag darf nicht als Gewinn ausgewiesen werden, sondern ist nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB in die Kapitalrücklage einzustellen.
- Agio bei Anleihen: Wird eine Anleihe über pari (über 100 % des Nennwerts) ausgegeben oder gekauft, zahlt der Anleger ein Agio. Dies ist häufig bei Anleihen mit überdurchschnittlich hohem Zinskupon der Fall.
- Agio bei Krediten: Bei Darlehen kann ein Agio als zusätzlicher Aufschlag auf den Auszahlungsbetrag vereinbart werden – im Kreditgeschäft ist allerdings das Disagio deutlich gebräuchlicher.
- Ausgabeaufschlag bei Fonds: Auch der Ausgabeaufschlag von Investmentfonds wird oft als Agio bezeichnet.
Beispiel und Buchung
Eine Aktiengesellschaft gibt 10.000 junge Aktien mit einem Nennwert von je 1,00 € zu einem Ausgabekurs von 1,50 € aus. Die Einzahlung erfolgt auf das Bankkonto.
- Eingezahlter Gesamtbetrag: 10.000 × 1,50 € = 15.000 €
- Erhöhung des gezeichneten Kapitals (Nennwert): 10.000 × 1,00 € = 10.000 €
- Agio (Aufgeld): 10.000 × 0,50 € = 5.000 €
Der Nennwert erhöht das gezeichnete Kapital, das Agio fließt in die Kapitalrücklage. Der Buchungssatz lautet:
Bank 15.000 €
an Gezeichnetes Kapital 10.000 €
an Kapitalrücklage 5.000 €
So wird sichergestellt, dass das Aufgeld als Eigenkapital ausgewiesen und nicht fälschlich als Ertrag verbucht wird.
Häufige Fragen zum Agio
Was ist der Unterschied zwischen Agio und Disagio?
Das Agio ist ein Aufschlag über den Nennwert, das Disagio ein Abschlag darunter. Beim Agio zahlt der Käufer mehr als den Nominalwert, beim Disagio weniger.
Wohin wird ein Agio bei der Aktienemission gebucht?
Das Emissions-Agio wird nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB in die Kapitalrücklage eingestellt und zählt damit zum Eigenkapital der Gesellschaft.
Ist ein Agio steuerlich ein Ertrag?
Nein. Das bei der Ausgabe von Anteilen erzielte Agio ist eine Kapitaleinlage und kein Gewinn. Es wird deshalb erfolgsneutral in die Kapitalrücklage gebucht und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.