Grenzplankostenrechnung: Grundlagen und Aufbau erklärt

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Die Grenzplankostenrechnung ist ein System der Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis. Sie verrechnet nur die variablen Kosten auf die Kostenträger und behandelt die Fixkosten als Block. Entwickelt wurde sie maßgeblich von Hans-Georg Plaut und dient vor allem der kurzfristigen Planung und Kontrolle.

Was ist die Grenzplankostenrechnung?

Die Grenzplankostenrechnung kombiniert zwei Prinzipien: die Plankostenrechnung, bei der Kosten im Voraus geplant und mit den Istkosten verglichen werden, und die Grenzkosten- beziehungsweise Teilkostenrechnung, bei der nur die variablen (beschäftigungsabhängigen) Kosten den Produkten zugerechnet werden. Die Fixkosten fließen nicht in die Stückkalkulation ein, sondern werden als Periodenkosten in einer Deckungsbeitragsrechnung erfasst. Damit liefert das System entscheidungsrelevante Grenzkosten für kurzfristige Steuerungsentscheidungen.

Aufbau und Vorgehen

Der Aufbau folgt einem klaren Ablauf:

  • Kostenauflösung: Trennung der Gesamtkosten in fixe und variable Bestandteile für jede Kostenstelle.
  • Planung: Festlegung der variablen Plankosten je Bezugsgröße bei einer geplanten Beschäftigung.
  • Verrechnung: Zurechnung der variablen Plankosten auf die Kostenträger als proportionale Kosten.
  • Abweichungsanalyse: Vergleich der Plan- mit den Istkosten, insbesondere die Ermittlung der Verbrauchsabweichung.

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die reine Beschäftigungsabweichung wegfällt, weil Fixkosten nicht proportionalisiert werden. Dadurch lassen sich echte Wirtschaftlichkeitsabweichungen sauberer isolieren.

Unterschied zur Vollkostenrechnung

Der zentrale Unterschied liegt in der Behandlung der Fixkosten:

  • Vollkostenrechnung: Verteilt fixe und variable Kosten auf die Kostenträger; jedes Produkt trägt anteilige Fixkosten. Das birgt die Gefahr der Fixkostenproportionalisierung und kann zu Fehlentscheidungen führen.
  • Grenzplankostenrechnung: Verrechnet nur variable Kosten auf die Produkte; Fixkosten bleiben als Block bestehen und werden über den Deckungsbeitrag gedeckt.

Für kurzfristige Entscheidungen – etwa Preisuntergrenzen, Zusatzaufträge oder Eigenfertigung versus Fremdbezug – ist die Teilkostenbetrachtung der Grenzplankostenrechnung besser geeignet, weil sie nur die tatsächlich entscheidungsrelevanten variablen Kosten berücksichtigt.

Vorteile und Grenzen

Die Grenzplankostenrechnung bietet mehrere Stärken:

  • Entscheidungsrelevanz: Sie liefert die für kurzfristige Entscheidungen maßgeblichen variablen Kosten.
  • Klare Abweichungsanalyse: Verbrauchsabweichungen lassen sich sauber von Beschäftigungseffekten trennen.
  • Deckungsbeitragssteuerung: Sie zeigt, welche Produkte am meisten zur Fixkostendeckung beitragen.

Als Grenze gilt, dass die Grenzplankostenrechnung für langfristige Entscheidungen und die Preispolitik allein nicht ausreicht, weil auf Dauer sämtliche Kosten – auch die Fixkosten – gedeckt werden müssen. Wer dauerhaft nur zu variablen Kosten kalkuliert, erwirtschaftet keinen Beitrag zur Deckung der fixen Kosten und macht Verluste. Deshalb wird die Teilkostenrechnung in der Praxis durch die Vollkostenrechnung und die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung ergänzt, um beide Perspektiven zu verbinden.

Häufige Fragen zur Grenzplankostenrechnung

Warum werden Fixkosten nicht auf die Produkte verrechnet?

Fixkosten fallen unabhängig von der produzierten Menge an. Würde man sie auf die Stücke verteilen, entstünde eine scheinbare Beschäftigungsabhängigkeit, die zu falschen kurzfristigen Entscheidungen führen kann. Deshalb bleiben sie als Block erhalten.

Für welche Entscheidungen eignet sich die Grenzplankostenrechnung?

Sie eignet sich für kurzfristige Entscheidungen wie die Bestimmung der Preisuntergrenze, die Annahme von Zusatzaufträgen, Programmoptimierung und die Frage Eigenfertigung oder Fremdbezug, da hier nur die variablen Kosten relevant sind.

Was ist der Deckungsbeitrag in diesem System?

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen Erlös und variablen Kosten. Er zeigt, welcher Betrag zur Deckung der Fixkosten und zur Gewinnerzielung beiträgt, und ist die zentrale Steuerungsgröße der Grenzplankostenrechnung.

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