Die BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) ist eine standardisierte Kurzübersicht, die unterjährig die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens abbildet. Sie wird meist monatlich aus der laufenden Finanzbuchhaltung erstellt und stellt Erlöse, Kosten und das vorläufige Ergebnis übersichtlich gegenüber. Für Unternehmer, Banken und Steuerberater ist die BWA ein wichtiges Steuerungs- und Informationsinstrument, das rasch über die aktuelle Ertragslage informiert.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine BWA?
Die BWA fasst die Buchungen einer Periode zu aussagekräftigen Kennzahlen zusammen, ohne den formalen Anforderungen eines Jahresabschlusses zu genügen. Am weitesten verbreitet ist die kurzfristige Erfolgsrechnung nach dem DATEV-Standard-Schema. Sie zeigt, wie sich das Betriebsergebnis eines Monats zusammensetzt, und ermöglicht den Vergleich mit Vormonaten oder Vorjahreswerten. Voraussetzung für eine aussagekräftige BWA ist eine zeitnahe und korrekt kontierte Buchhaltung.
Typische Adressaten der BWA sind:
- Unternehmer zur laufenden Steuerung,
- Kreditinstitute im Rahmen der Bonitätsprüfung,
- Steuerberater zur Beratung ihrer Mandanten.
Aufbau der Standard-BWA
Die klassische Standard-BWA folgt einem gestuften Aufbau vom Umsatz bis zum vorläufigen Ergebnis:
- Umsatzerlöse der Periode,
- abzüglich Material- bzw. Wareneinsatz ergibt den Rohertrag,
- abzüglich Personalkosten, Raumkosten, Abschreibungen und sonstiger Kosten,
- ergibt das Betriebsergebnis,
- korrigiert um neutrale Aufwendungen und Erträge ergibt das vorläufige Ergebnis.
Neben der Standard-BWA existieren Varianten wie die Bewegungs-BWA oder branchenspezifische Auswertungen, die zusätzliche Kennzahlen ausweisen.
BWA lesen und interpretieren
Für die Auswertung sind vor allem Entwicklungen und Verhältniszahlen relevant. Wichtig ist der Zeitvergleich: Steigende Personalkostenquoten oder ein sinkender Rohertrag fallen erst im Verlauf auf. Ein einfaches Beispiel:
- Umsatzerlöse: 100.000 €
- Wareneinsatz: 40.000 €
- Rohertrag: 60.000 € (Rohertragsquote 60 %)
Sinkt diese Quote gegenüber den Vormonaten, kann das auf Preisverfall, gestiegene Einkaufspreise oder eine veränderte Produktstruktur hindeuten. Die BWA ersetzt jedoch keinen Jahresabschluss, da Bestandsveränderungen, Abschreibungen und Rückstellungen unterjährig oft nur pauschal berücksichtigt werden.
Wichtige Kennzahlen der BWA
Für die Beurteilung der BWA sind neben den absoluten Werten vor allem Verhältniszahlen aussagekräftig. Sie ermöglichen den Vergleich über die Zeit und mit anderen Betrieben:
- Rohertragsquote – Rohertrag im Verhältnis zum Umsatz,
- Personalkostenquote – Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz,
- Umsatzrentabilität – vorläufiges Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz,
- Cashflow-Größen als Hinweis auf die Innenfinanzierungskraft.
Damit die Kennzahlen belastbar sind, müssen die Buchungen zeitnah und periodengerecht erfolgen. Werden etwa Abschreibungen oder Warenbestände nicht unterjährig berücksichtigt, verzerrt dies das ausgewiesene Ergebnis erheblich. Erfahrene Berater ergänzen die Standard-BWA deshalb häufig um vorläufige Abschreibungen und Bestandsveränderungen, damit das Monatsergebnis dem späteren Jahresergebnis möglichst nahekommt und Fehlsteuerungen vermieden werden.
Häufige Fragen zur BWA
Wie oft wird eine BWA erstellt?
In der Regel monatlich, nachdem die Buchhaltung des jeweiligen Monats abgeschlossen ist. Auf Wunsch sind auch kürzere oder kumulierte Auswertungen über mehrere Monate möglich.
Ist die BWA für die Bank verbindlich?
Die BWA ist kein testierter Abschluss, aber ein anerkanntes Instrument der unterjährigen Beurteilung. Banken verlangen sie häufig zur laufenden Überwachung von Krediten, weil sie schneller verfügbar ist als der Jahresabschluss.
Worin unterscheidet sich die BWA vom Jahresabschluss?
Der Jahresabschluss folgt den handelsrechtlichen Vorschriften und erfasst alle Abgrenzungen vollständig. Die BWA ist eine vereinfachte, unterjährige Momentaufnahme und dient primär der internen Steuerung.