Personalcontrolling: Aufgaben, Kennzahlen und Instrumente

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Das Personalcontrolling ist ein Teilbereich des betrieblichen Controllings, der sich mit der Planung, Steuerung und Kontrolle aller personalwirtschaftlichen Aktivitäten befasst. Es liefert Informationen, um Personalentscheidungen fundiert zu treffen und Ressourcen effizient einzusetzen.

Definition und Ziele

Das Personalcontrolling verfolgt zwei Hauptziele:

  • Informationsziel: Bereitstellung entscheidungsrelevanter Personaldaten für das Management
  • Steuerungsziel: Optimierung des Personaleinsatzes hinsichtlich Kosten, Qualität und Effizienz

Aufgaben des Personalcontrollings

Aufgabenbereich Beschreibung
Personalplanung Bedarfsermittlung: Wie viele Mitarbeiter mit welcher Qualifikation?
Personalkosten-Controlling Überwachung der Personalkosten, Soll-Ist-Vergleich
Personalentwicklung Controlling der Weiterbildungsmaßnahmen und ROI von Schulungen
Fluktuation und Bindung Analyse von Kündigungsquoten und Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung
Personalreporting Erstellung von Berichten (monatlich, quartalsweise) für das Management
HR-Kennzahlensystem Aufbau und Pflege eines Systems relevanter Personalkennzahlen

Wichtige Personalkennzahlen

Kennzahl Formel Bedeutung
Fluktuationsquote Abgänge / Ø Mitarbeiter × 100 % der Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen
Krankenquote Krankentage / Soll-Arbeitstage × 100 Fehlzeitenanteil durch Krankheit
Personalkostenquote Personalkosten / Umsatz × 100 Anteil der Personalkosten am Umsatz
Umsatz je Mitarbeiter Umsatz / Anzahl Mitarbeiter Produktivität des Personals
Time-to-Hire Tage von Ausschreibung bis Einstellung Effizienz des Recruiting-Prozesses
Weiterbildungskosten/MA Schulungskosten / Anzahl Mitarbeiter Investition in Personalentwicklung

Instrumente des Personalcontrollings

1. HR-Scorecard: Abgeleitet von der Balanced Scorecard, mit Perspektiven für Personalstrategie, Prozesse, Entwicklung und Finanzen.

2. Personalbedarfsplanung: Ermittlung des qualitativen und quantitativen Personalbedarfs auf Basis von Stellenplänen und Arbeitszeitmodellen.

3. Soll-Ist-Vergleich Personalkosten: Monatlicher Abgleich der geplanten mit den tatsächlichen Personalkosten – ähnlich der allgemeinen Abweichungsanalyse im Controlling.

4. Personalportfolio: Analyse der Belegschaft nach Leistung und Potenzial (ähnlich der BCG-Matrix).

Operatives vs. Strategisches Personalcontrolling

Dimension Operativ Strategisch
Zeithorizont Kurzfristig (1 Jahr) Langfristig (3–5 Jahre)
Inhalte Kosten, Fehlzeiten, Fluktuation Demografieentwicklung, Employer Branding
Instrumente Berichte, Dashboards Szenarien, Strategiemaps

Verwandte Themen

Prüfungstipp: Lerne die wichtigsten Personalkennzahlen und ihre Formeln. In Klausuren wird oft gefragt, welche Kennzahlen das Personalcontrolling verwendet und wie sie interpretiert werden. Vergiss nicht: Personalcontrolling ist Teil des operativen Controllings.

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