Kostenträgerrechnung: Aufgaben, Methoden und Unterschied zur Kostenstellenrechnung

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Die Kostenträgerrechnung ist die dritte Stufe der Kostenrechnung – nach Kostenartenrechnung und Kostenstellenrechnung. Sie beantwortet die Frage: Was kostet ein Produkt oder eine Leistung?

Drei Stufen der Kostenrechnung

Stufe Fragestellung Ergebnis
1. Kostenartenrechnung Welche Kosten fallen an? Kosten nach Art (Material, Personal, etc.)
2. Kostenstellenrechnung Wo fallen die Kosten an? Kosten nach Abteilungen/Kostenstellen (BAB)
3. Kostenträgerrechnung Wofür fallen die Kosten an? Kosten je Produkt, Auftrag, Dienstleistung

Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation)

Die Kostenträgerstückrechnung ermittelt die Kosten pro Einheit (Stück, Auftrag). Die typischen Kalkulationsverfahren sind:

Verfahren Anwendung
Divisionskalkulation Homogene Massen- oder Sortenproduktion
Äquivalenzziffernkalkulation Ähnliche Produkte mit unterschiedlicher Ressourceninanspruchnahme
Zuschlagskalkulation Heterogene Produktion (Einzelfertigung, Auftragsfertigung)

Kostenträgerzeitrechnung (Kurzfristige Erfolgsrechnung)

Die Kostenträgerzeitrechnung ermittelt das Betriebsergebnis einer Periode. Sie wird als kurzfristige Erfolgsrechnung (KER) bezeichnet und kann nach dem Gesamtkostenverfahren oder dem Umsatzkostenverfahren aufgebaut sein.

Verfahren Prinzip
Gesamtkostenverfahren Gesamte Kosten der Periode werden den Umsätzen gegenübergestellt; Bestandsveränderungen werden berücksichtigt
Umsatzkostenverfahren Nur die Kosten der abgesetzten Leistungen werden angesetzt

Beispiel: Einfache Zuschlagskalkulation

Position Betrag
Materialeinzelkosten 200 €
+ Materialgemeinkosten (20 %) 40 €
= Materialkosten gesamt 240 €
+ Fertigungseinzelkosten 300 €
+ Fertigungsgemeinkosten (80 %) 240 €
= Herstellkosten 780 €
+ Verwaltungsgemeinkosten (10 %) 78 €
+ Vertriebsgemeinkosten (15 %) 117 €
= Selbstkosten 975 €

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Prüfungstipp: Die Zuschlagskalkulation ist eines der häufigsten Klausurthemen in der Kostenrechnung. Lerne den Kalkulationsschema auswendig: von Materialeinzelkosten über Herstellkosten bis zu den Selbstkosten. Zuschlagssätze werden immer auf die jeweiligen Einzel- oder Herstellkosten bezogen.

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