Vertriebscontrolling: Definition, Aufgaben und Kennzahlen

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Vertriebscontrolling überwacht und steuert die Vertriebsaktivitäten eines Unternehmens. Es analysiert, ob Umsatz- und Kundenziele erreicht werden, identifiziert schwache Vertriebsbereiche und liefert dem Vertriebsmanagement die Datenbasis für Entscheidungen.

Kernaufgaben des Vertriebscontrollings

Aufgabe Instrument Frage
Umsatz- und Absatzanalyse ABC-Analyse, Regionalvergleich Wo läuft es gut, wo nicht?
Kundenrentabilität Kundenergebnisrechnung Welche Kunden sind wirklich profitabel?
Vertriebskosten-Analyse Kostenträgerrechnung Was kostet ein Verkauf tatsächlich?
Pipeline- und Forecast-Tracking CRM-Daten, Win-Rate Wieviel Umsatz wird kommen?
Außendienststeuerung KPI-Dashboards, Quotas Wie effektiv ist der Außendienst?

Wichtige Kennzahlen im Vertriebscontrolling

Kennzahl Formel Aussage
Conversion Rate Abschlüsse ÷ Kontakte × 100 Anteil erfolgreicher Verkaufsgespräche
Customer Acquisition Cost (CAC) Vertriebskosten ÷ Neukunden Kosten pro gewonnenem Kunden
Umsatz je Außendienstmitarbeiter Umsatz ÷ Anzahl AD Produktivität des Außendienstes
Deckungsbeitrag je Kunde Umsatz − variable Kosten Profitabilität je Kundensegment
Churn Rate Verlorene Kunden ÷ Gesamtkunden × 100 Kundenverlustrate

Kundenrentabilitätsanalyse: Das Pareto-Prinzip

In den meisten Unternehmen gilt das Pareto-Prinzip auch im Vertrieb: 20 % der Kunden generieren 80 % des Deckungsbeitrags. Die Kundenrentabilitätsanalyse ordnet jedem Kunden seine Erlöse und direkten Kosten zu – oft stellt sich heraus, dass ein Teil der Kunden trotz hohem Umsatz kaum oder sogar negativ zum Ergebnis beiträgt (durch hohe Servicekosten, Rabatte, Lieferaufwand).

Das Ergebnis: Fokussierung auf A-Kunden, Entwicklung von B-Kunden, kritische Prüfung von C-Kunden mit negativem Deckungsbeitrag.

Vertriebscontrolling in der Praxis

Moderne Vertriebscontrolling-Systeme sind direkt in CRM-Software (Salesforce, HubSpot, Microsoft Dynamics) integriert. Echtzeit-Dashboards zeigen Pipeline-Status, Win-Rates und Forecast-Genauigkeit. Die Verbindung zum Finanzcontrolling entsteht durch die regelmäßige Überleitung von Vertriebsdaten in den Umsatz-Forecast des operativen Controllings.

ABC-Analyse im Vertrieb: Praxisbeispiel

Ein Unternehmen mit 100 Kunden analysiert den kumulierten Deckungsbeitrag:

Kategorie Anzahl Kunden Anteil Kunden Anteil am Gesamt-DB
A-Kunden 8 8 % 62 %
B-Kunden 22 22 % 28 %
C-Kunden 70 70 % 10 %

Konsequenz: A-Kunden erhalten intensivere Betreuung (Key Account Management), B-Kunden werden für eine A-Entwicklung qualifiziert, C-Kunden werden über effizientere Kanäle (Self-Service, Telesales) betreut oder – bei negativem DB – kritisch hinterfragt.

Vertriebsberichtswesen: Aufbau eines Sales Reports

Das Vertriebscontrolling stellt regelmäßige Berichte bereit:

  • Tagesbericht: Pipeline-Status, neue Angebote, Tagesabschlüsse (für aktive Vertriebsteams)
  • Wochenbericht: Forecast-Aktualisierung, Konversionsraten, neue Leads vs. verlorene Deals
  • Monatsbericht: Umsatz vs. Budget, DB je Produkt/Region/Außendienstmitarbeiter, Churn-Rate, CAC
  • Quartalsbericht: Strategischer Vergleich (Marktanteile, Wettbewerbsposition), Kundenzufriedenheit (NPS)

Sales Funnel: Von Lead bis Abschluss

Das Vertriebscontrolling überwacht den gesamten Sales Funnel und identifiziert Engstellen:

Funnel-Stufe Typische KPI Optimierungsansatz
Lead-Generierung Anzahl qualifizierter Leads/Monat Marketing-Effizienz, Inbound vs. Outbound
Qualifizierung Lead-to-Opportunity-Rate Vertriebsschulung, Zielgruppen-Schärfung
Angebot Angebots-Win-Rate Preisgestaltung, Wettbewerbsanalyse
Abschluss Ø Sales Cycle (Tage) Entscheidungsprozesse beim Kunden beschleunigen

Sinkende Win-Rates auf einer bestimmten Stufe zeigen genau, wo der Hebel liegt – eine Stärke des datengetriebenen Vertriebscontrollings gegenüber reiner Umsatzsteuerung.

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Prüfungstipp: Vertriebscontrolling hat eine doppelte Funktion: Umsatzsteuerung (was wird verkauft?) UND Kostensteuerung (was kostet der Vertrieb?). Die Kundenrentabilitätsanalyse verbindet beide Dimensionen.

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