Zinsen einfach erklärt: Definition, Formel & Buchung

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Zinsen sind der Preis beziehungsweise das Entgelt für die zeitweise Überlassung von Kapital. Wer Geld leiht, zahlt für die Nutzung des fremden Kapitals einen Betrag an den Geldgeber; wer Geld verleiht oder anlegt, erhält im Gegenzug eine Vergütung. Zinsen drücken damit den Wert aus, den Kapital über einen bestimmten Zeitraum hat.

Was sind Zinsen?

Zinsen entstehen immer dann, wenn ein Geldbetrag (das Kapital) für eine bestimmte Zeit von einer Person oder einem Unternehmen einer anderen Partei überlassen wird. Aus Sicht des Schuldners sind Zinsen die Kosten für die Aufnahme von Fremdkapital, etwa bei einem Bankkredit. Aus Sicht des Gläubigers stellen sie einen Ertrag dar, beispielsweise für ein Sparguthaben oder eine Geldanlage.

Die Höhe der Zinsen hängt vom Zinssatz (meist in Prozent pro Jahr, p. a.), von der Höhe des überlassenen Kapitals und von der Laufzeit ab. Je länger das Kapital gebunden ist und je höher das Ausfallrisiko, desto höher fällt in der Regel der geforderte Zinssatz aus.

Zinsberechnung

Für die Berechnung der einfachen Zinsen wird im Rechnungswesen häufig die deutsche Zinsmethode verwendet. Dabei wird das Jahr mit 360 Tagen und jeder Monat mit 30 Tagen angesetzt. Die Zinsformel lautet:

Z = K · p · t / (100 · 360)

  • Z = Zinsbetrag in Euro
  • K = Kapital (überlassener Geldbetrag)
  • p = Zinssatz in Prozent pro Jahr
  • t = Laufzeit in Tagen (deutsche Methode: 30 Tage je Monat, 360 Tage je Jahr)

Zu unterscheiden sind Sollzinsen und Habenzinsen. Sollzinsen muss der Bankkunde zahlen, wenn sein Konto im Soll steht oder er einen Kredit in Anspruch nimmt. Habenzinsen erhält der Kunde gutgeschrieben, wenn er ein Guthaben auf dem Konto hat. Aus Unternehmenssicht sind gezahlte Zinsen ein Zinsaufwand, erhaltene Zinsen ein Zinsertrag.

Beispiel und Buchung

Ein Unternehmen nimmt ein Darlehen von 20.000 Euro zu einem Zinssatz von 6 % p. a. auf. Die Zinsen sollen für ein halbes Jahr (180 Tage) berechnet werden.

Z = 20.000 · 6 · 180 / (100 · 360) = 600 Euro

Das Unternehmen zahlt also 600 Euro Zinsen. Da es sich um gezahlte Zinsen für Fremdkapital handelt, wird ein Zinsaufwand gebucht:

Zinsaufwand 600 € an Bank 600 €

Erhält ein Unternehmen umgekehrt Zinsen aus einer Geldanlage gutgeschrieben, etwa 150 Euro Habenzinsen, lautet der Buchungssatz:

Bank 150 € an Zinsertrag 150 €

Der Zinsaufwand mindert als Aufwand den Gewinn, der Zinsertrag erhöht ihn entsprechend.

Häufige Fragen zu Zinsen

Was ist der Unterschied zwischen Soll- und Habenzinsen?

Sollzinsen zahlt der Kontoinhaber für ein in Anspruch genommenes Darlehen oder einen überzogenen Kontostand. Habenzinsen erhält er gutgeschrieben, wenn auf dem Konto ein Guthaben besteht. Sollzinsen sind also Kosten, Habenzinsen ein Ertrag.

Warum rechnet man mit 360 Tagen statt 365?

Die deutsche Zinsmethode setzt das Jahr mit 360 Tagen und jeden Monat mit 30 Tagen an. Das vereinfacht die Berechnung erheblich, weil sich runde Werte ergeben. Banken und Lehrbücher im deutschsprachigen Raum nutzen diese Methode bis heute häufig.

Wie werden gezahlte Zinsen gebucht?

Gezahlte Zinsen für Kredite oder Darlehen werden als Zinsaufwand erfasst. Der Buchungssatz lautet typischerweise „Zinsaufwand an Bank“. Der Zinsaufwand ist ein Aufwandskonto und mindert den Gewinn des Unternehmens.

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