Der Saldo ist im Rechnungswesen die Differenz zwischen der Soll- und der Habenseite eines Kontos. Er gibt an, welche Kontoseite überwiegt, und ist die Grundlage für den Abschluss von Konten in der doppelten Buchführung. Der Begriff stammt vom italienischen Wort „saldare“ (ausgleichen).
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Saldo?
Jedes Konto in der Buchführung hat eine Sollseite (links) und eine Habenseite (rechts). Werden alle Buchungen einer Seite addiert, ergibt sich jeweils eine Summe. Die Differenz dieser beiden Summen ist der Saldo. Er steht auf der wertmäßig kleineren Seite, um das Konto rechnerisch auszugleichen, und wird beim Abschluss auf ein anderes Konto übertragen.
Man spricht von einem Sollsaldo, wenn die Sollseite überwiegt, und von einem Habensaldo, wenn die Habenseite größer ist. Der Saldo ist damit das zentrale Hilfsmittel, um den aktuellen Wert oder Bestand eines Kontos auf einen Blick abzulesen.
Berechnung mit Beispiel
Die Ermittlung des Saldos folgt einem einfachen Schema. Beispiel für ein Kassenkonto:
- Summe Sollseite (Einzahlungen): 8.000 €
- Summe Habenseite (Auszahlungen): 5.500 €
- Saldo: 8.000 € − 5.500 € = 2.500 €
Da die Sollseite überwiegt, ergibt sich ein Sollsaldo von 2.500 €. Dieser stellt den Kassenbestand dar. Beim Kontoabschluss wird der Saldo auf der schwächeren Seite (hier im Haben) eingetragen, damit beide Seiten gleich groß sind. Der Buchungssatz zur Übertragung des Schlussbestands über das Schlussbilanzkonto lautet: Schlussbilanzkonto an Kasse 2.500 €. So wird der Bestand in die Schlussbilanz übernommen.
Arten und Verwendung
Saldi treten in vielen Bereichen auf:
- Kontensaldo: Differenz auf einem einzelnen Buchungskonto.
- Kontokorrentsaldo: aktueller Stand eines Geschäftskontos.
- Schlusssaldo: Bestand am Ende einer Abrechnungsperiode.
- Eröffnungssaldo: Anfangsbestand zu Beginn der Periode.
Auch außerhalb der reinen Buchführung wird der Begriff genutzt, etwa als Kontostand auf dem Bankauszug oder als Saldo der Handels- und Leistungsbilanz in der Volkswirtschaftslehre. In jedem Fall steht der Saldo für das Ergebnis einer Gegenüberstellung von Zugängen und Abgängen.
Im Rahmen des Jahresabschlusses werden zunächst alle Bestandskonten saldiert und ihre Schlussbestände in das Schlussbilanzkonto übertragen. Die Erfolgskonten dagegen geben ihren Saldo an das Gewinn- und Verlustkonto ab. Auf diese Weise bildet die Saldenbildung das verbindende Glied zwischen den laufenden Buchungen und dem zusammenfassenden Jahresabschluss, der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung umfasst.
Häufige Fragen zum Saldo
Was ist der Unterschied zwischen Soll- und Habensaldo?
Beim Sollsaldo überwiegt die Sollseite, beim Habensaldo die Habenseite. Aktivkonten (z. B. Kasse) weisen üblicherweise einen Sollsaldo aus, Passivkonten (z. B. Verbindlichkeiten) einen Habensaldo.
Wozu dient der Saldo beim Kontoabschluss?
Der Saldo gleicht ein Konto rechnerisch aus, indem er auf der kleineren Seite eingetragen wird. So werden beide Seiten gleich groß und der Bestand kann auf das Schlussbilanzkonto oder die Gewinn- und Verlustrechnung übertragen werden.
Bedeutet „saldieren“ dasselbe wie „ausgleichen“?
Ja. Saldieren bezeichnet das Ermitteln und Eintragen des Saldos, um ein Konto auszugleichen. Im weiteren Sinne meint es auch die Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten miteinander.