Inflation bezeichnet den anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus einer Volkswirtschaft, der mit einem Wertverlust des Geldes einhergeht. Steigen die Preise für Waren und Dienstleistungen über einen längeren Zeitraum, kann mit derselben Geldmenge weniger gekauft werden; die Kaufkraft des Geldes sinkt.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Inflation?
Inflation liegt vor, wenn das allgemeine Preisniveau dauerhaft steigt und nicht nur einzelne Güter teurer werden. Gemessen wird sie in der Regel über den Verbraucherpreisindex, der die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs abbildet. Die Inflationsrate gibt an, um wie viel Prozent das Preisniveau im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Ein moderater Anstieg von etwa zwei Prozent pro Jahr gilt in vielen Volkswirtschaften als Zeichen einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung. Steigen die Preise dagegen sehr stark, spricht man von einer galoppierenden Inflation oder im Extremfall von einer Hyperinflation, die das Vertrauen in die Währung zerstören kann. Häufig wird die Inflation auch nach ihrer Sichtbarkeit unterschieden: Die offene Inflation zeigt sich in steigenden Preisen, während die verdeckte Inflation bei staatlichen Preisbindungen eher in Form von Güterknappheit oder Qualitätsverlusten auftritt. Für die wirtschaftliche Planung ist vor allem entscheidend, ob die Preissteigerung dauerhaft und über die gesamte Volkswirtschaft hinweg verläuft.
Ursachen der Inflation
Inflation kann verschiedene Ursachen haben, die sich grob in zwei Gruppen einteilen lassen:
- Nachfrageinflation: Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage übersteigt das Angebot, sodass die Preise steigen.
- Angebots- oder Kosteninflation: Steigende Produktionskosten, etwa für Rohstoffe oder Löhne, werden über höhere Preise weitergegeben.
- Geldmengeninflation: Eine zu stark wachsende Geldmenge steht einer geringeren Gütermenge gegenüber.
- Importierte Inflation: Preissteigerungen im Ausland verteuern eingeführte Güter.
In der Praxis wirken häufig mehrere Ursachen zusammen, was die Bekämpfung der Inflation erschwert.
Auswirkungen der Inflation
Inflation hat weitreichende Folgen für Verbraucher, Unternehmen und den Staat. Sparer verlieren an Kaufkraft, wenn die Zinsen unter der Inflationsrate liegen, da der reale Wert ihres Vermögens sinkt. Schuldner profitieren dagegen, weil ihre Verbindlichkeiten real an Wert verlieren. Für Unternehmen erschwert eine hohe Inflation die Kalkulation, da Preise und Kosten schwer planbar werden. Eine wesentliche Aufgabe der Zentralbanken besteht darin, die Geldwertstabilität zu sichern und die Inflationsrate über die Geldpolitik in einem moderaten Bereich zu halten.
Häufige Fragen zur Inflation
Wie wird die Inflationsrate gemessen?
Die Inflationsrate wird über den Verbraucherpreisindex ermittelt, der die Preisentwicklung eines festgelegten Warenkorbs typischer Konsumgüter im Zeitverlauf vergleicht.
Was ist das Gegenteil von Inflation?
Das Gegenteil ist die Deflation, also ein anhaltender Rückgang des allgemeinen Preisniveaus. Sie kann ebenfalls schädlich sein, weil sie Konsum und Investitionen bremst.
Warum gilt eine moderate Inflation als wünschenswert?
Eine niedrige, stabile Inflation von rund zwei Prozent fördert Konsum und Investitionen, verhindert eine Deflationsspirale und gibt der Geldpolitik Spielraum, ohne die Kaufkraft stark zu mindern.