Die Fertigungsmenge bezeichnet die produzierte Stückzahl in einer Periode – also die Anzahl der Erzeugnisse, die ein Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums (etwa eines Monats, Quartals oder Jahres) tatsächlich herstellt. Sie ist eine zentrale Mengengröße der Produktions- und Kostenrechnung und darf nicht mit der Absatzmenge verwechselt werden.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die Fertigungsmenge?
Die Fertigungsmenge (auch Produktionsmenge genannt) gibt an, wie viele Einheiten eines Produkts in einer Periode gefertigt wurden. Sie wird in Mengeneinheiten ausgedrückt, beispielsweise in Stück, Kilogramm, Litern oder Metern. Maßgeblich ist allein der Akt der Herstellung – unabhängig davon, ob die fertigen Erzeugnisse anschließend verkauft oder zunächst eingelagert werden.
Die Fertigungsmenge orientiert sich an mehreren Faktoren: an der erwarteten Nachfrage, an den vorhandenen Produktionskapazitäten sowie an der angestrebten Lagerhaltung. Sie ist damit das Ergebnis der Produktionsplanung und bildet die Grundlage für die Kalkulation der Stückkosten.
Fertigungsmenge, Absatzmenge und Lager
Die Fertigungsmenge ist klar von der Absatzmenge zu trennen. Die Absatzmenge umfasst die in einer Periode tatsächlich verkauften Erzeugnisse, während die Fertigungsmenge die hergestellten Erzeugnisse beschreibt. Stimmen beide nicht überein, verändert sich der Lagerbestand. Es gilt der folgende Zusammenhang:
- Anfangsbestand + Fertigungsmenge − Absatzmenge = Endbestand
- Ist die Fertigungsmenge größer als die Absatzmenge, baut sich Lagerbestand auf (Lageraufbau).
- Ist die Fertigungsmenge kleiner als die Absatzmenge, wird Lagerbestand abgebaut (Lagerabbau).
- Sind beide Mengen gleich groß, bleibt der Lagerbestand unverändert.
Ein Beispiel: Beträgt der Anfangsbestand 200 Stück, werden 1.000 Stück gefertigt und 900 Stück abgesetzt, so ergibt sich ein Endbestand von 200 + 1.000 − 900 = 300 Stück. Das Lager ist also um 100 Stück gewachsen, weil mehr produziert als verkauft wurde.
Bedeutung in der Kostenrechnung
In der Kostenrechnung beeinflusst die Fertigungsmenge unmittelbar die Stückkosten. Hintergrund ist die sogenannte Fixkostendegression: Die fixen Kosten – etwa für Maschinen, Miete oder Gehälter – fallen unabhängig von der produzierten Menge an. Je höher die Fertigungsmenge, auf desto mehr Einheiten verteilen sich diese Fixkosten, sodass die Stückkosten sinken.
Ein kleines Rechenbeispiel verdeutlicht dies: Ein Betrieb hat Fixkosten von 50.000 € pro Monat und variable Kosten von 10 € je Stück. Bei einer Fertigungsmenge von 5.000 Stück betragen die anteiligen Fixkosten 10 € pro Stück, die Gesamtstückkosten also 20 €. Steigt die Fertigungsmenge auf 10.000 Stück, sinken die anteiligen Fixkosten auf nur noch 5 € pro Stück – die Gesamtstückkosten fallen damit auf 15 € je Stück. Eine höhere Fertigungsmenge kann die Wirtschaftlichkeit also deutlich verbessern, solange die Erzeugnisse auch absetzbar sind.
Häufige Fragen zur Fertigungsmenge
Was ist der Unterschied zwischen Fertigungsmenge und Absatzmenge?
Die Fertigungsmenge ist die in einer Periode produzierte Stückzahl, die Absatzmenge die in derselben Periode verkaufte Stückzahl. Weichen beide voneinander ab, verändert sich der Lagerbestand entsprechend.
Warum sinken die Stückkosten bei steigender Fertigungsmenge?
Weil sich die Fixkosten auf eine größere Anzahl von Erzeugnissen verteilen. Dieser Effekt wird als Fixkostendegression bezeichnet und führt dazu, dass die fixen Kosten je Stück mit wachsender Menge sinken.
Kann die Fertigungsmenge höher sein als die Absatzmenge?
Ja. In diesem Fall wird mehr produziert als verkauft, und der überschüssige Teil geht als Lageraufbau in den Endbestand ein. Umgekehrt führt eine geringere Fertigungsmenge zum Abbau vorhandener Lagerbestände.