Lagerkosten berechnen: Formel, Kostenarten und Optimierung

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Lagerkosten sind alle Kosten, die durch die Lagerung von Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen im Unternehmen entstehen. Sie zählen zu den Logistikkosten und beeinflussen unmittelbar die Wirtschaftlichkeit der Materialwirtschaft. Wer Lagerkosten berechnen kann, erkennt Einsparpotenziale und findet die optimale Bestellmenge sowie den richtigen Lagerbestand.

Was sind Lagerkosten?

Lagerkosten umfassen sämtliche Aufwendungen für das Bereithalten von Beständen. Dazu zählen nicht nur die reinen Raumkosten, sondern auch die Kapitalbindungskosten – also Zinsen für das im Lager gebundene Kapital – sowie Kosten für Schwund, Versicherung und Verwaltung. Je höher der durchschnittliche Lagerbestand und je länger die Lagerdauer, desto höher fallen die Lagerkosten aus. Sie stehen häufig im Zielkonflikt mit der Lieferbereitschaft: Ein hoher Bestand sichert die Verfügbarkeit, verursacht aber hohe Kosten.

Kostenarten und Formeln

Die Lagerkosten setzen sich aus mehreren Kostenarten zusammen:

  • Raumkosten: Miete, Abschreibung, Energie, Instandhaltung der Lagerräume.
  • Kapitalbindungskosten: kalkulatorische Zinsen auf den durchschnittlichen Lagerbestand.
  • Personal- und Verwaltungskosten: Löhne für Lagerpersonal, Lagerverwaltung.
  • Risikokosten: Schwund, Verderb, Versicherung, Veralterung.

Zentrale Kennzahl ist der Lagerkostensatz:

  • Durchschnittlicher Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2
  • Lagerkostensatz (%) = (Lagerkosten ÷ durchschnittlicher Lagerbestand) × 100

Beispiel: Bei einem durchschnittlichen Lagerbestand von 100.000 € und Lagerkosten von 12.000 € ergibt sich ein Lagerkostensatz von (12.000 ÷ 100.000) × 100 = 12 %. Eng damit verknüpft ist die Umschlagshäufigkeit, die angibt, wie oft der Bestand im Jahr umgeschlagen wird.

Optimierung der Lagerkosten

Zur Senkung der Lagerkosten stehen mehrere Ansätze zur Verfügung:

  • Bestände senken durch bedarfsgerechte Beschaffung und Just-in-Time-Lieferungen.
  • Umschlagshäufigkeit erhöhen, um Kapitalbindung und Lagerdauer zu verringern.
  • Optimale Bestellmenge ermitteln, um Bestell- und Lagerkosten auszugleichen.
  • ABC-Analyse nutzen, um hochwertige Artikel gezielt zu steuern.

Eine höhere Umschlagshäufigkeit senkt die durchschnittliche Kapitalbindung und damit die Lagerkosten spürbar, ohne die Lieferfähigkeit zu gefährden.

Lagerkosten und Bestellmenge

Lagerkosten stehen in einem engen Zusammenhang mit den Bestellkosten. Große Bestellmengen senken die Bestellkosten je Stück, erhöhen aber die durchschnittlichen Lagerbestände und damit die Lagerkosten. Kleine, häufige Bestellungen wirken umgekehrt. Ziel ist die optimale Bestellmenge, bei der die Summe aus Lager- und Bestellkosten am niedrigsten ist. Sie lässt sich mit der Andlerschen Formel berechnen. Eine sorgfältige Steuerung von Bestellmenge und Bestellrhythmus ist daher der Schlüssel zu wirtschaftlich vertretbaren Lagerkosten bei gleichzeitig hoher Lieferbereitschaft.

Häufige Fragen zu Lagerkosten

Wie berechnet man den durchschnittlichen Lagerbestand?

Der durchschnittliche Lagerbestand ergibt sich aus Anfangs- plus Endbestand geteilt durch zwei. Genauer wird die Berechnung, wenn man mehrere Monatsbestände einbezieht und durch ihre Anzahl teilt. So werden saisonale Schwankungen des Bestands besser abgebildet und die Kapitalbindung realistischer erfasst.

Was sind Kapitalbindungskosten?

Kapitalbindungskosten sind kalkulatorische Zinsen auf das im Lagerbestand gebundene Kapital. Dieses Geld steht dem Unternehmen nicht für andere Zwecke zur Verfügung, wodurch kalkulatorische Zinskosten entstehen, die sich nach dem üblichen Zinssatz und der durchschnittlichen Kapitalbindung richten.

Wie lassen sich Lagerkosten senken?

Durch niedrigere Bestände, eine höhere Umschlagshäufigkeit, optimale Bestellmengen und eine bedarfsgerechte Beschaffung lassen sich vor allem die Kapitalbindungs- und Raumkosten reduzieren. Wichtig ist dabei, die Lieferbereitschaft nicht zu gefährden, denn zu geringe Bestände können zu Fehlmengen und Produktionsstillständen führen.

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