ROI berechnen: Formel und Du-Pont-Schema einfach erklärt

Home » ROI berechnen: Formel und Du-Pont-Schema einfach erklärt

Der Return on Investment (ROI) ist eine der wichtigsten Rentabilitätskennzahlen der Betriebswirtschaft. Er misst, wie effizient das eingesetzte Kapital eines Unternehmens einen Gewinn erwirtschaftet, und setzt den Erfolg ins Verhältnis zum investierten Kapital.

Was ist der Return on Investment?

Der ROI gibt an, wie viel Gewinn je eingesetzter Kapitaleinheit erzielt wird. Er wird in Prozent ausgedrückt und lautet in der Grundform:

ROI = Gewinn / Gesamtkapital · 100

Ein ROI von 12 % bedeutet, dass jeder investierte Euro 12 Cent Gewinn abwirft. Je höher der Wert, desto rentabler wird das Kapital eingesetzt. Der ROI lässt sich auf das gesamte Unternehmen, auf einzelne Bereiche oder auf einzelne Investitionsprojekte anwenden und eignet sich damit gut für Vergleiche.

Zerlegung nach dem Du-Pont-Schema

Das Du-Pont-Schema, benannt nach dem gleichnamigen US-Konzern, zerlegt den ROI in zwei aussagekräftige Bestandteile:

ROI = Umsatzrendite · Kapitalumschlag

  • Umsatzrendite = Gewinn / Umsatz · 100 – zeigt die Gewinnspanne je Umsatzeuro.
  • Kapitalumschlag = Umsatz / Gesamtkapital – zeigt, wie oft sich das Kapital im Umsatz umschlägt.

Diese Zerlegung macht sichtbar, ob eine schwache Rentabilität an geringen Margen oder an einem trägen Kapitalumschlag liegt. Ein Handelsunternehmen erreicht seinen ROI eher über einen hohen Kapitalumschlag bei niedriger Marge, ein Spezialmaschinenbauer eher über eine hohe Marge bei geringem Umschlag. So lassen sich Ansatzpunkte zur Verbesserung gezielt identifizieren.

Beispiel zur Berechnung

Ein Unternehmen erzielt bei einem Umsatz von 500.000 Euro einen Gewinn von 50.000 Euro und setzt ein Gesamtkapital von 250.000 Euro ein.

  • Umsatzrendite = 50.000 / 500.000 = 10 %
  • Kapitalumschlag = 500.000 / 250.000 = 2
  • ROI = 10 % · 2 = 20 %

Der ROI beträgt 20 %. Das Unternehmen verdient somit 20 Cent Gewinn je eingesetztem Euro Kapital – ein sowohl über die Marge als auch über den Kapitalumschlag getragener Wert. Würde die Marge auf 12 % steigen, erhöhte sich der ROI bei gleichem Umschlag auf 24 %. Alternativ ließe sich derselbe Effekt über einen höheren Kapitalumschlag erreichen, etwa durch einen Abbau der Vorräte oder eine schnellere Einziehung der Forderungen. Genau diese beiden Hebel macht das Du-Pont-Schema sichtbar und liefert damit einen klaren Ansatzpunkt für die Steuerung. Als Spitzenkennzahl des Du-Pont-Kennzahlensystems bündelt der ROI so die wesentlichen Werttreiber eines Unternehmens in einer einzigen Zahl.

Häufige Fragen zum ROI

Was sagt ein hoher ROI aus?

Ein hoher ROI zeigt eine effiziente Kapitalverwendung: Das Unternehmen erwirtschaftet mit vergleichsweise wenig Kapital einen hohen Gewinn. Er sollte stets im Branchenvergleich beurteilt werden.

Warum ist das Du-Pont-Schema nützlich?

Weil es den ROI in Umsatzrendite und Kapitalumschlag aufteilt und so zeigt, an welcher Stellschraube – Marge oder Kapitalbindung – Verbesserungen ansetzen sollten.

Welche Grenzen hat der ROI?

Als reine Verhältniszahl ignoriert er die absolute Gewinnhöhe, das Risiko und zeitliche Aspekte. Er sollte daher nie isoliert, sondern stets zusammen mit weiteren Kennzahlen und im Zeitverlauf betrachtet werden, um Fehlsteuerungen zu vermeiden. Zudem hängt sein Wert davon ab, wie Gewinn und Kapital abgegrenzt werden; unterschiedliche Definitionen erschweren den Vergleich zwischen Unternehmen. Ein sinnvoller Vergleich setzt daher einheitliche Bezugsgrößen voraus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen