Die doppelte Buchführung (Doppik) ist das grundlegende System zur systematischen Erfassung aller Geschäftsvorfälle eines Unternehmens. Ihr Kennzeichen: Jeder Geschäftsvorfall wird auf mindestens zwei Konten gebucht – einmal im Soll und einmal im Haben. Sie ist die Grundlage der kaufmännischen Buchführung und für die meisten Kaufleute nach § 238 HGB verpflichtend.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die doppelte Buchführung?
Der Begriff „doppelt“ beschreibt, dass jeder Vorgang in doppelter Hinsicht erfasst wird:
- auf zwei Konten – im Soll des einen und im Haben des anderen Kontos;
- zur doppelten Erfolgsermittlung – der Gewinn lässt sich sowohl über den Betriebsvermögensvergleich in der Bilanz als auch über die Gewinn- und Verlustrechnung ermitteln, und beide Wege führen zum selben Ergebnis.
Grundlage bildet das System aus Bestandskonten (Aktiv- und Passivkonten) und Erfolgskonten (Aufwendungen und Erträge), die alle aus der Bilanz beziehungsweise der Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitet werden. Am Ende des Geschäftsjahres werden die Konten über das Schlussbilanzkonto und das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
Prinzip und Buchungssatz
Jede Buchung folgt der Regel Soll an Haben. Die Summe der Sollbuchungen muss stets der Summe der Habenbuchungen entsprechen. Dadurch bleibt die Bilanzgleichung – Vermögen gleich Eigenkapital plus Schulden – immer im Gleichgewicht.
- Aktivkonten mehren sich im Soll und mindern sich im Haben.
- Passivkonten mehren sich im Haben und mindern sich im Soll.
- Aufwandskonten werden im Soll, Ertragskonten im Haben gebucht.
Diese Systematik sorgt dafür, dass jeder Geschäftsvorfall lückenlos nachvollziehbar ist und Fehler durch die Kontrolle der Summengleichheit auffallen.
Beispiele für Buchungssätze
Barkauf von Büromaterial für 200 Euro: Der Aufwand steigt, die Kasse sinkt.
- Büromaterial (Aufwand) 200 Euro an Kasse 200 Euro
Ein Kunde zahlt eine Rechnung über 1.000 Euro per Bank: Das Bankguthaben steigt, die Forderung sinkt.
- Bank 1.000 Euro an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.000 Euro
Kauf einer Maschine auf Ziel für 5.000 Euro: Das Anlagevermögen steigt, die Verbindlichkeit steigt.
- Maschinen 5.000 Euro an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.000 Euro
Man unterscheidet vier Grundtypen von Geschäftsvorfällen, die sich auf die Bilanz auswirken. Beim Aktivtausch ändert sich nur die Zusammensetzung des Vermögens, die Bilanzsumme bleibt gleich (etwa Barabhebung vom Bankkonto in die Kasse). Beim Passivtausch verschieben sich nur die Positionen des Kapitals. Bei der Aktiv-Passiv-Mehrung (Bilanzverlängerung) steigen Vermögen und Kapital gleichzeitig, etwa beim Kauf auf Ziel. Bei der Aktiv-Passiv-Minderung (Bilanzverkürzung) sinken beide, zum Beispiel bei der Begleichung einer Verbindlichkeit per Bank. Dieses Schema hilft, jeden Buchungssatz systematisch herzuleiten.
Häufige Fragen zur doppelten Buchführung
Warum heißt sie „doppelte“ Buchführung?
Weil jeder Geschäftsvorfall auf zwei Konten erfasst wird und der Erfolg auf zwei Wegen – über Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung – zum gleichen Ergebnis ermittelt werden kann.
Wer ist zur doppelten Buchführung verpflichtet?
Grundsätzlich alle Kaufleute nach HGB. Kleinere Gewerbetreibende und Freiberufler können unter bestimmten Grenzen die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung nutzen.
Was bedeutet „Soll an Haben“?
Es ist die Grundform des Buchungssatzes: Zuerst wird das im Soll gebuchte Konto genannt, dann das im Haben gebuchte, wobei beide Beträge übereinstimmen müssen.