Zuschlagskalkulation: Aufbau und Berechnung Schritt für Schritt

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Die Zuschlagskalkulation ist das meistverwendete Kalkulationsverfahren in der Praxis und ein Standardthema in BWL-Klausuren. Sie baut auf den Ergebnissen des Betriebsabrechnungsbogens (BAB) auf und ermittelt die Selbstkosten sowie den Angebotspreis eines Produktes.

Grundlage der Zuschlagskalkulation ist die Trennung in Einzelkosten (direkt zurechenbar) und Gemeinkosten (über Zuschlagsätze verteilt). Die Grundlagen der KLR solltest du vor diesem Thema gefestigt haben.

Schema der Zuschlagskalkulation

Position Berechnung Betrag (€)
Materialeinzelkosten (MEK) gegeben 200,00
+ Materialgemeinkosten (MGK) MEK × MGK-Satz (z. B. 10 %) 20,00
= Materialkosten 220,00
Fertigungseinzelkosten (FEK) gegeben 300,00
+ Fertigungsgemeinkosten (FGK) FEK × FGK-Satz (z. B. 150 %) 450,00
= Fertigungskosten 750,00
= Herstellkosten Materialkosten + Fertigungskosten 970,00
+ Verwaltungsgemeinkosten (VwGK) Herstellkosten × VwGK-Satz (z. B. 8 %) 77,60
+ Vertriebsgemeinkosten (VtGK) Herstellkosten × VtGK-Satz (z. B. 6 %) 58,20
= Selbstkosten 1.105,80
+ Gewinnzuschlag (z. B. 10 %) Selbstkosten × 10 % 110,58
= Nettoverkaufspreis 1.216,38

Häufige Fehler in Klausuren

Ein typischer Fehler ist die falsche Berechnungsreihenfolge: Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten werden immer auf die Herstellkosten aufgeschlagen, nicht auf die Selbstkosten. Außerdem verwechseln Studierende häufig Herstellungskosten nach HGB mit den kalkulatorischen Herstellkosten.

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Prüfungstipp: Lerne das Kalkulationsschema auswendig und übe es an mindestens drei unterschiedlichen Zahlenbeispielen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Zuschlagsätze: Sie werden stets im BAB ermittelt und müssen korrekt auf die jeweilige Bezugsgröße angewendet werden.

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