Deckungsbeitragsrechnung: einstufig und mehrstufig erklärt

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Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein Verfahren der Teilkostenrechnung, das den Beitrag eines Produkts zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn ermittelt. Sie trennt konsequent zwischen variablen und fixen Kosten und liefert damit eine bessere Entscheidungsgrundlage als die Vollkostenrechnung, etwa bei Preisuntergrenzen, Sortimentsentscheidungen oder der Annahme von Zusatzaufträgen.

Was ist die Deckungsbeitragsrechnung?

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen den Erlösen und den variablen Kosten eines Produkts. Er gibt an, wie viel jedes verkaufte Stück zur Deckung der fixen Kosten beiträgt. Erst wenn die Summe aller Deckungsbeiträge die gesamten Fixkosten übersteigt, entsteht Gewinn. Weil fixe Kosten kurzfristig ohnehin anfallen, ist der Deckungsbeitrag die entscheidende Größe für kurzfristige Entscheidungen. Die Vollkostenrechnung schlägt die Fixkosten dagegen anteilig auf die Produkte um und kann dadurch zu Fehlentscheidungen führen, etwa zur Ablehnung eines Auftrags, der trotz Vollkostenverlust einen positiven Deckungsbeitrag liefert. Der Deckungsbeitrag ist damit die Brücke zwischen Umsatz und Betriebsergebnis und steht im Mittelpunkt jeder kurzfristigen Erfolgsrechnung. Die Grundformel lautet:

  • Deckungsbeitrag = Erlös − variable Kosten
  • Stückdeckungsbeitrag = Verkaufspreis − variable Stückkosten

Einstufige Deckungsbeitragsrechnung

Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung (Direct Costing) werden die gesamten Fixkosten als ein einziger Block behandelt und in einer Summe von der Summe aller Deckungsbeiträge abgezogen:

  • Summe der Deckungsbeiträge − gesamte Fixkosten = Betriebsergebnis

Beispiel: Ein Produkt wird für 50 € verkauft, die variablen Stückkosten betragen 30 €. Der Stückdeckungsbeitrag liegt bei 20 €. Werden 10.000 Stück verkauft, ergibt sich ein Gesamtdeckungsbeitrag von 200.000 €. Betragen die Fixkosten 150.000 €, verbleibt ein Betriebsergebnis von 50.000 €. Der Vorteil dieser Variante ist ihre Einfachheit, ihr Nachteil, dass der Fixkostenblock nicht weiter aufgeschlüsselt wird.

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (Fixkostendeckungsrechnung) spaltet den Fixkostenblock in mehrere Stufen auf und rechnet ihn dort ab, wo er verursacht wird:

  • Erzeugnisfixkosten – einem einzelnen Produkt zurechenbar
  • Erzeugnisgruppenfixkosten – einer Produktgruppe zurechenbar
  • Bereichsfixkosten – einer Kostenstelle oder Sparte zurechenbar
  • Unternehmensfixkosten – nur dem Gesamtunternehmen zurechenbar

So entstehen mehrere Deckungsbeitragsstufen (DB I, DB II, DB III …), die zeigen, welchen Erfolgsbeitrag ein Produkt oder eine Sparte nach Abzug der jeweils zurechenbaren Fixkosten wirklich leistet. Dadurch werden verlustbringende Bereiche leichter erkennbar, und es lässt sich beurteilen, ob die Aufgabe eines Produkts tatsächlich Kosten spart oder nur die verbleibenden Produkte stärker mit Fixkosten belastet.

Häufige Fragen zur Deckungsbeitragsrechnung

Wozu dient der Deckungsbeitrag?

Er zeigt, ob ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Ist der Deckungsbeitrag positiv, lohnt sich die Weiterproduktion kurzfristig, selbst wenn nach Vollkosten ein Verlust ausgewiesen wird, da die Fixkosten kurzfristig ohnehin anfallen und durch jeden positiven Deckungsbeitrag zumindest teilweise gedeckt werden.

Wann ist die mehrstufige Rechnung sinnvoll?

Immer dann, wenn ein Unternehmen mehrere Produkte, Gruppen oder Sparten führt. Sie macht sichtbar, welche Bereiche ihre eigenen Fixkosten decken und welche das Gesamtergebnis belasten.

Was ist die kurzfristige Preisuntergrenze?

Sie entspricht den variablen Stückkosten. Solange der Preis darüber liegt, bleibt der Deckungsbeitrag positiv und das Produkt trägt zur Fixkostendeckung bei. Die langfristige Preisuntergrenze liegt dagegen bei den Vollkosten, weil auf Dauer auch die Fixkosten gedeckt werden müssen.

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