Zuschlagskalkulation: Aufbau & Berechnung Schritt für Schritt

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Die Zuschlagskalkulation ist das klassische Verfahren der Kostenträgerstückrechnung. Sie ermittelt die Selbstkosten eines Produkts, indem sie die Gemeinkosten über prozentuale Zuschlagssätze auf die Einzelkosten verteilt. Sie eignet sich besonders für Betriebe mit unterschiedlichen Erzeugnissen, etwa in der Einzel- und Serienfertigung, und ist damit eine der wichtigsten Kalkulationsmethoden im industriellen Rechnungswesen.

Was ist die Zuschlagskalkulation?

Grundgedanke ist die Trennung in Einzelkosten und Gemeinkosten. Einzelkosten (z. B. Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne) lassen sich einem Produkt direkt zurechnen. Gemeinkosten (z. B. Miete, Verwaltung, Hilfslöhne) können nur indirekt verrechnet werden. Dazu bildet man aus dem Betriebsabrechnungsbogen (BAB) Zuschlagssätze, die als Prozentsatz auf die jeweilige Einzelkostenbasis aufgeschlagen werden. Man unterscheidet die summarische Zuschlagskalkulation mit einem einzigen Gemeinkostenzuschlag und die genauere differenzierte Zuschlagskalkulation, die für Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb eigene Zuschlagssätze verwendet.

Aufbau des Kalkulationsschemas

Das Grundschema läuft stufenweise ab:

  • Fertigungsmaterial (FM)
  • + Materialgemeinkosten (MGK, Zuschlag auf FM)
  • = Materialkosten
  • + Fertigungslöhne (FL)
  • + Fertigungsgemeinkosten (FGK, Zuschlag auf FL)
  • = Fertigungskosten
  • Materialkosten + Fertigungskosten = Herstellkosten
  • + Verwaltungsgemeinkosten (VwGK)
  • + Vertriebsgemeinkosten (VtGK)
  • = Selbstkosten

Die Herstellkosten dienen zugleich als Basis für die Bestandsbewertung unfertiger und fertiger Erzeugnisse in der Bilanz. Die Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten werden im üblichen Schema auf die Herstellkosten bezogen.

Berechnung Schritt für Schritt

Beispiel mit folgenden Zuschlagssätzen: MGK 10 %, FGK 150 %, VwGK 8 %, VtGK 5 %.

  • Fertigungsmaterial: 400 €
  • + MGK 10 % auf 400 € = 40 € → Materialkosten = 440 €
  • Fertigungslöhne: 200 €
  • + FGK 150 % auf 200 € = 300 € → Fertigungskosten = 500 €
  • Herstellkosten = 440 € + 500 € = 940 €
  • + VwGK 8 % auf 940 € = 75,20 €
  • + VtGK 5 % auf 940 € = 47 €
  • = Selbstkosten = 1.062,20 €

Auf die Selbstkosten wird anschließend der Gewinnzuschlag aufgeschlagen, um den Barverkaufspreis und über Skonto und Rabatt schließlich den Angebotspreis (Listenverkaufspreis) zu bestimmen. Verändert sich die Kostenstruktur, etwa durch steigende Löhne, wirkt sich das über den Fertigungsgemeinkostenzuschlag unmittelbar auf die kalkulierten Selbstkosten aus – die Zuschlagssätze müssen daher regelmäßig überprüft werden.

Ein wesentlicher Vorteil der Zuschlagskalkulation ist ihre Flexibilität: Sie lässt sich als Vorkalkulation vor der Auftragsannahme und als Nachkalkulation nach Abschluss einsetzen. Der Vergleich beider Rechnungen deckt Abweichungen auf und liefert wichtige Hinweise für die Preisgestaltung und die Kostenkontrolle künftiger Aufträge. Kritisch ist allerdings die Verrechnung der Gemeinkosten über wenige Bezugsgrößen: Steigt der Gemeinkostenanteil, etwa durch Automatisierung, verlieren lohnbezogene Zuschlagssätze an Aussagekraft. Als Weiterentwicklung wurden deshalb Verfahren wie die Maschinenstundensatzrechnung und die Prozesskostenrechnung entwickelt, die Gemeinkosten verursachungsgerechter zuordnen. Für viele mittelständische Betriebe bleibt die Zuschlagskalkulation dennoch das praktikabelste und am weitesten verbreitete Kalkulationsverfahren.

Häufige Fragen zur Zuschlagskalkulation

Wann wird die Zuschlagskalkulation eingesetzt?

Immer dann, wenn ein Betrieb verschiedene Produkte herstellt und die Gemeinkosten nicht einfach gleichmäßig verteilt werden können. Sie ist typisch für Einzel- und Serienfertigung.

Worin unterscheiden sich summarische und differenzierte Zuschlagskalkulation?

Die summarische Variante nutzt einen einzigen Gemeinkostenzuschlag, die differenzierte Variante mehrere Zuschlagssätze für Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb. Die differenzierte Form ist genauer und daher in der Praxis üblich.

Wie berechnet man die Zuschlagssätze?

Die Zuschlagssätze stammen aus dem Betriebsabrechnungsbogen: Gemeinkosten der Kostenstelle geteilt durch die zugehörige Einzelkostenbasis, multipliziert mit 100.

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