Konzernabschluss Übungsaufgaben mit Lösungen: Kapital- und Schuldenkonsolidierung

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Der Konzernabschluss fasst die Einzelabschlüsse mehrerer rechtlich selbständiger Unternehmen (Mutter- und Tochtergesellschaften) zu einem einheitlichen Abschluss zusammen. Die Konsolidierungsschritte – besonders Kapital– und Schuldenkonsolidierung – sind wichtige Prüfungsthemen in fortgeschrittenen BWL-Kursen.

Aufgabe 1: Kapitalkonsolidierung (Erstkonsolidierung)

Die Mutter AG erwirbt 100 % der Anteile an der Tochter GmbH für 500.000 €. Die Tochter GmbH weist zum Erwerbszeitpunkt folgendes Eigenkapital aus:

Position Betrag
Gezeichnetes Kapital 200.000 €
Kapitalrücklage 100.000 €
Gewinnrücklagen 150.000 €
Eigenkapital gesamt 450.000 €

Lösung Aufgabe 1:

Bei der Erstkonsolidierung werden die Beteiligungsbuchwerte gegen das anteilige Eigenkapital der Tochter aufgerechnet:

Position Betrag
Anschaffungskosten (Beteiligungsbuchwert) 500.000 €
– Anteiliges Eigenkapital der Tochter (100 %) 450.000 €
= Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) 50.000 €

Buchungssatz der Eliminierung: Gezeichnetes Kapital 200.000 + KapRücklage 100.000 + Gewinnrücklagen 150.000 | an Beteiligung an Tochter GmbH 450.000 → Goodwill entsteht mit 50.000 €

Der Goodwill (50.000 €) wird im Konzernabschluss als immaterieller Vermögensgegenstand aktiviert und planmäßig abgeschrieben (nach HGB: max. 10 Jahre).

Aufgabe 2: Schuldenkonsolidierung

Die Mutter AG hat der Tochter GmbH ein Darlehen von 100.000 € gewährt. In den Einzelabschlüssen erscheint:

  • Mutter: Forderung gegenüber Tochter: 100.000 €
  • Tochter: Verbindlichkeit gegenüber Mutter: 100.000 €

Lösung Aufgabe 2:

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten werden gegeneinander aufgerechnet (Schuldenkonsolidierung nach § 303 HGB):

Eliminierungsbuchung: Verbindlichkeiten gg. Mutter 100.000 € | an Forderungen gg. Tochter 100.000 €

Im Konzernabschluss erscheint weder Forderung noch Verbindlichkeit – das Darlehen existiert aus Konzernsicht nicht.

Aufgabe 3: Zwischenergebniseliminierung

Die Mutter AG verkauft Waren zum Buchwert 60.000 € mit einem Gewinnaufschlag von 20 % an die Tochter GmbH. Die Tochter hat die Waren am Bilanzstichtag noch vollständig im Lager (nicht weiterverkauft).

Verkaufspreis Mutter → Tochter = 60.000 × 1,20 = 72.000 €

Lösung Aufgabe 3:

Der Konzerngewinn darf nicht durch konzerninterne Geschäfte erhöht werden. Der interne Gewinn (12.000 €) muss eliminiert werden:

Schritt Betrag
Interner Gewinn (72.000 – 60.000) 12.000 €
Eliminierung: Vorräte werden auf Konzernherstellungskosten bewertet – 12.000 €
Konzerngewinn sinkt um 12.000 €

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Prüfungstipp: Die drei Konsolidierungsarten (Kapital-, Schulden- und Aufwands-/Ertragskonsolidierung) sind klausurrelevant. Merke: Konzerninterne Transaktionen werden eliminiert, damit das Bild des Konzernabschlusses „so, als ob ein einziges Unternehmen“ entsteht.

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