Geschäftsfälle buchen Übungsaufgaben — Von der Bestellung bis zum Jahresabschluss: Übe das Buchen typischer Geschäftsvorfälle mit vollständigen Buchungssätzen und Erläuterungen.
Inhaltsverzeichnis
Aufgabe 1: 10 typische Geschäftsvorfälle buchen
Buche folgende Vorgänge (alle netto, 19 % USt, SKR03):
- Wareneinkauf auf Ziel: 8.000 €
- Barzahlung einer Verbindlichkeit: 3.000 €
- Umsatzerlöse per Bankeingang: 5.000 €
- Gehaltszahlung per Bank: 4.500 €
- Kauf eines PKW auf Ziel: 25.000 €
- Telefonrechnung per Bank: 200 €
- Zinserträge vom Kreditinstitut: 150 €
- Versicherungsprämie bar: 600 €
- Abschreibung PKW (Jahres-AfA): 5.000 €
- Tilgung Bankdarlehen: 2.000 €
Lösung Aufgabe 1
| # | Soll | € | Haben | € |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Wareneingang (3200) + Vorsteuer (1576) | 8.000 / 1.520 | Verbindlichkeiten L+L (1600) | 9.520 |
| 2 | Verbindlichkeiten L+L (1600) | 3.000 | Kasse (1000) | 3.000 |
| 3 | Bank (1200) | 5.950 | Umsatzerlöse (4400) + USt (1776) | 5.000 / 950 |
| 4 | Löhne und Gehälter (4120) | 4.500 | Bank (1200) | 4.500 |
| 5 | Fuhrpark (0530) + Vorsteuer (1576) | 25.000 / 4.750 | Verbindlichkeiten L+L (1600) | 29.750 |
| 6 | Telefon (4920) + Vorsteuer (1576) | 200 / 38 | Bank (1200) | 238 |
| 7 | Bank (1200) | 150 | Zinserträge (4130) | 150 |
| 8 | Versicherungen (4360) | 600 | Kasse (1000) | 600 |
| 9 | Abschreibungen (4830) | 5.000 | Fuhrpark (0530) | 5.000 |
| 10 | Darlehensverbindlichkeiten (0650) | 2.000 | Bank (1200) | 2.000 |
Aufgabe 2: Bilanzverlängerung, -verkürzung und -verschiebung
Klassifiziere folgende Buchungen: (a) Kauf auf Ziel, (b) Bezahlung einer Verbindlichkeit, (c) Kauf mit Bank, (d) Aufnahme eines Darlehens, Eingang auf Konto.
Lösung Aufgabe 2
| Vorgang | Wirkung | Begründung |
|---|---|---|
| (a) Kauf auf Ziel | Bilanzverlängerung | Aktivum steigt, Passivum steigt (neue Verbindlichkeit) |
| (b) Verbindlichkeit bezahlen | Bilanzverkürzung | Aktivum (Bank) sinkt, Passivum (Verbindlichkeit) sinkt |
| (c) Kauf mit Bank | Aktivtausch | Aktivum (Gut) steigt, Aktivum (Bank) sinkt |
| (d) Darlehen → Bank | Bilanzverlängerung | Aktivum (Bank) steigt, Passivum (Darlehen) steigt |
Aufgabe 3: Eröffnungs- und Schlussbilanzbuchung
Erkläre kurz den Unterschied zwischen der Buchung bei Konteneröffnung und Kontenabschluss.
Eröffnung: Aktivkonten werden per Eröffnungsbilanzkonto (EBK) im Soll eröffnet; Passivkonten im Haben. Schema: Aktivkonto an EBK (Passivkonten) bzw. EBK an Passivkonto.
Abschluss: Aktivkonten werden über das Schlussbilanzkonto (SBK) abgeschlossen: SBK an Aktivkonto (Saldo im Haben). Passivkonten: Passivkonto an SBK (Saldo im Soll). Erfolgskonten laufen über GuV-Konto.
Aufgabe 4: Einzelbuchungen mit erfolgswirksamen und erfolgsneutralen Vorgängen
Buche folgende fünf Geschäftsfälle einzeln (netto, 19 % USt, SKR03) und gib jeweils an, ob der Vorgang erfolgswirksam oder erfolgsneutral ist:
- Warenverkauf auf Ziel: 4.000 € netto
- Der Kunde aus (1) begleicht die Rechnung per Banküberweisung
- Barabhebung vom Bankkonto in die Kasse: 1.000 €
- Privatentnahme des Inhabers aus der Kasse: 500 €
- Wareneinkauf gegen bar: 2.000 € netto
Lösung Aufgabe 4
| # | Soll | € | Haben | € | Art |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Forderungen L+L (1400) | 4.760 | Umsatzerlöse (4400) + USt (1776) | 4.000 / 760 | erfolgswirksam |
| 2 | Bank (1200) | 4.760 | Forderungen L+L (1400) | 4.760 | erfolgsneutral (Aktivtausch) |
| 3 | Kasse (1000) | 1.000 | Bank (1200) | 1.000 | erfolgsneutral (Aktivtausch) |
| 4 | Privatentnahmen (1800) | 500 | Kasse (1000) | 500 | erfolgsneutral (mindert Eigenkapital) |
| 5 | Wareneingang (3200) + Vorsteuer (1576) | 2.000 / 380 | Kasse (1000) | 2.380 | erfolgswirksam (Aufwand) |
In jeder Zeile gilt Soll = Haben. Beispiel (1): 4.000 + 760 = 4.760 €. Beispiel (5): 2.000 + 380 = 2.380 €.
Aufgabe 5: Skonto beim Zahlungsausgang buchen
Eine Eingangsrechnung über 5.000 € netto zzgl. 19 % USt (= 5.950 € brutto) wird unter Abzug von 2 % Skonto per Bank bezahlt. Bilde den Buchungssatz und korrigiere die Vorsteuer.
Lösung Aufgabe 5
Skontobetrag brutto: 2 % von 5.950 € = 119 €. Darin enthalten:
Skonto netto: 100 € (Konto Erhaltene Skonti, hier als Minderung des Wareneingangs)
Vorsteuer-Korrektur: 19 € (zu viel gezogene Vorsteuer wird zurückgebucht)
Banküberweisung: 5.950 − 119 = 5.831 €
| Soll | € | Haben | € |
|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten L+L (1600) | 5.950 | Bank (1200) | 5.831 |
| Erhaltene Skonti (3730) | 100 | ||
| Vorsteuer (1576) | 19 |
Probe: Soll 5.950 € = Haben (5.831 + 100 + 19) = 5.950 €. Der Skontoabzug mindert den Wareneinstand und korrigiert anteilig die zuvor gebuchte Vorsteuer.
Häufige Fragen zum Buchen von Geschäftsfällen
Was bedeutet „erfolgswirksam“ und „erfolgsneutral“?
Erfolgswirksame Vorgänge verändern den Gewinn, weil ein Aufwands- oder Ertragskonto angesprochen wird (z. B. Wareneinkauf, Umsatzerlöse). Erfolgsneutrale Vorgänge tauschen nur Bilanzpositionen, ohne den Gewinn zu berühren — etwa ein Aktivtausch wie eine Barabhebung vom Bankkonto.
Warum wird beim Wareneinkauf Vorsteuer und beim Verkauf Umsatzsteuer gebucht?
Beim Einkauf zahlt das Unternehmen die Umsatzsteuer an den Lieferanten; sie ist als Vorsteuer (1576) eine Forderung gegenüber dem Finanzamt. Beim Verkauf vereinnahmt das Unternehmen Umsatzsteuer (1776) vom Kunden — eine Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt. Die Differenz wird in der Umsatzsteuer-Voranmeldung verrechnet.
Wie prüfe ich, ob ein Buchungssatz korrekt ist?
Es muss immer Soll = Haben gelten (Summe der Sollbeträge = Summe der Habenbeträge). Außerdem sollten Sie sich bei jedem Konto fragen, ob es ein Aktiv-, Passiv-, Aufwands- oder Ertragskonto ist und ob die Zu- bzw. Abnahme auf der richtigen Seite steht.