Der Jahresabschluss ist das zentrale Rechenwerk jedes kaufmännischen Unternehmens. Er besteht mindestens aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und liefert Außenstehenden einen strukturierten Überblick über Vermögen, Schulden und Ertragslage eines Unternehmens.
Rechtliche Grundlage für den Jahresabschluss sind die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB). Kapitalgesellschaften müssen zusätzlich einen Anhang sowie einen Lagebericht erstellen. Informationen zu den Unterschieden zwischen handels- und steuerrechtlicher Bilanzierung findest du im Artikel zur handelsrechtlichen vs. steuerrechtlichen Bilanzierung.
Inhaltsverzeichnis
Bestandteile des Jahresabschlusses
| Bestandteil | Inhalt | Pflicht für |
|---|---|---|
| Bilanz | Vermögen (Aktiva) und Kapital (Passiva) zum Stichtag | Alle Kaufleute |
| GuV | Erträge und Aufwendungen der Periode | Alle Kaufleute |
| Anhang | Erläuterungen zu Bilanz und GuV | Kapitalgesellschaften |
| Lagebericht | Zukunftsaussichten und Risiken | Mittelgroße und große KapGes |
| Kapitalflussrechnung | Herkunft und Verwendung von Zahlungsmitteln | Börsennotierte Unternehmen |
Die Bilanz zeigt die Vermögens- und Kapitalstruktur zu einem Stichtag (Bestandsrechnung), während die GuV die Veränderungen durch Erträge und Aufwendungen im Laufe einer Periode abbildet (Erfolgsrechnung). Wie man die wichtigsten Kennzahlen aus Bilanz und GuV berechnet, erklärt der Beitrag zur Bilanzanalyse.
Zeitlicher Ablauf des Jahresabschlusses
| Schritt | Tätigkeit |
|---|---|
| 1 | Inventur (körperliche Bestandsaufnahme) |
| 2 | Inventar (schriftliches Verzeichnis aller Vermögensgegenstände) |
| 3 | Abschlussbuchungen (Abschreibungen, RAP, Rückstellungen) |
| 4 | Erstellung Bilanz und GuV |
| 5 | Erstellung Anhang und ggf. Lagebericht |
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Prüfungstipp: Die Bilanz ist eine Zeitpunktbetrachtung (Stichtag), die GuV eine Zeitraumbetrachtung (Geschäftsjahr). Dieser Unterschied wird in Klausuren häufig abgefragt. Der Gewinn der GuV schlägt sich als Eigenkapitalveränderung in der Bilanz nieder.
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