Flexible Plankostenrechnung: Erklärung und Beispiel

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Die flexible Plankostenrechnung ist ein Verfahren der Kostenrechnung, das die geplanten Kosten an die tatsächlich erreichte Beschäftigung anpasst. Sie unterscheidet zwischen fixen und variablen Kosten und ermöglicht so eine aussagekräftige Kontrolle der Wirtschaftlichkeit.

Was ist die flexible Plankostenrechnung?

Anders als die starre Plankostenrechnung berücksichtigt die flexible Variante, dass sich variable Kosten mit dem Beschäftigungsgrad verändern. Sie ermittelt für die tatsächlich erreichte Beschäftigung die Sollkosten – also die Kosten, die bei wirtschaftlichem Arbeiten anfallen dürften. Durch den Vergleich der Sollkosten mit den tatsächlich angefallenen Istkosten lassen sich Abweichungen genau analysieren und ihren Ursachen zuordnen. Sie ist damit ein zentrales Instrument der Kostenkontrolle im Controlling.

Kostentrennung und Sollkosten

Grundlage ist die Aufteilung der Gesamtkosten in zwei Bestandteile:

  • Fixkosten bleiben unabhängig von der Beschäftigung konstant (z. B. Mieten, Abschreibungen, Gehälter).
  • Variable Kosten verändern sich proportional zur Beschäftigung (z. B. Fertigungsmaterial, Energie).

Die Sollkosten berechnen sich als: Fixkosten plus (variabler Plankostensatz je Beschäftigungseinheit × Istbeschäftigung). Davon zu unterscheiden sind die verrechneten Plankosten, die entstehen, wenn der gesamte Plankostensatz (einschließlich des proportionalisierten Fixkostenanteils) mit der Istbeschäftigung multipliziert wird. Der Vergleich beider Größen deckt die Abweichungen auf.

Abweichungsanalyse mit Beispiel

Plandaten: Plankosten 10.000 € bei einer Planbeschäftigung von 1.000 Stunden, davon 4.000 € fix und 6.000 € variabel. Der variable Satz beträgt 6 € pro Stunde, der gesamte Plankostensatz 10 € pro Stunde. Die Istbeschäftigung liegt bei 800 Stunden, die Istkosten bei 9.500 €.

  • Sollkosten: 4.000 € + (6 € × 800) = 8.800 €
  • Verrechnete Plankosten: 10 € × 800 = 8.000 €
  • Verbrauchsabweichung: Istkosten − Sollkosten = 9.500 € − 8.800 € = 700 € (unwirtschaftlich)
  • Beschäftigungsabweichung: Sollkosten − verrechnete Plankosten = 8.800 € − 8.000 € = 800 €

Die Verbrauchsabweichung zeigt echte Unwirtschaftlichkeiten, etwa Materialverschwendung. Die Beschäftigungsabweichung resultiert dagegen aus nicht ausgelasteten Fixkosten (Leerkosten) und ist keine vom Mitarbeiter zu verantwortende Größe.

Grenzplankostenrechnung als Weiterentwicklung

Die flexible Plankostenrechnung tritt in zwei Varianten auf. Bei der flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis werden – wie im obigen Beispiel – auch die Fixkosten anteilig auf die Kostenträger verrechnet. Dadurch entsteht die Beschäftigungsabweichung, die letztlich auf die Proportionalisierung fixer Kosten zurückgeht. Diese Verrechnung gilt als Schwäche, weil Fixkosten nicht verursachungsgerecht der einzelnen Leistungseinheit zugeordnet werden können.

Die Grenzplankostenrechnung (flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis) löst dieses Problem: Sie verrechnet nur die variablen (proportionalen) Kosten auf die Kostenträger, während die Fixkosten als Block in das Betriebsergebnis eingehen. Dadurch entfällt die Beschäftigungsabweichung, und es verbleibt im Wesentlichen die aussagekräftige Verbrauchsabweichung. Die Grenzplankostenrechnung eignet sich daher besonders für kurzfristige Entscheidungen wie Preisuntergrenzen, Eigenfertigung oder Fremdbezug und die Sortimentsplanung, bei denen nur die variablen Kosten entscheidungsrelevant sind.

Häufige Fragen zur flexiblen Plankostenrechnung

Worin unterscheidet sie sich von der starren Plankostenrechnung?

Die starre Plankostenrechnung passt die Plankosten nicht an die Istbeschäftigung an und kann daher keine Verbrauchsabweichung ermitteln. Die flexible Variante trennt fixe und variable Kosten und ist dadurch deutlich aussagekräftiger.

Was sagt die Beschäftigungsabweichung aus?

Sie zeigt die Leerkosten, also den Anteil der Fixkosten, der wegen Unterauslastung nicht durch verrechnete Plankosten gedeckt ist. Sie ist keine echte Unwirtschaftlichkeit, sondern eine Folge der Beschäftigungsschwankung.

Wofür wird die flexible Plankostenrechnung eingesetzt?

Sie dient vor allem der Kostenkontrolle in Kostenstellen und der Wirtschaftlichkeitsanalyse. Führungskräfte erkennen, ob Mehrkosten aus dem Verbrauch oder aus der Auslastung stammen.

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