Fertigungskosten: Zusammensetzung und Berechnung im Schema

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Fertigungskosten sind alle Kosten, die im Fertigungsbereich eines Betriebs durch die Bearbeitung der Werkstoffe entstehen. Sie sind neben den Materialkosten der zweite große Block der Herstellkosten und setzen sich aus Fertigungseinzelkosten und Fertigungsgemeinkosten zusammen. Gerade in arbeitsintensiven Branchen wie dem Maschinenbau bestimmen sie wesentlich die Höhe der Selbstkosten.

Was sind Fertigungskosten?

Fertigungskosten umfassen sämtliche Kosten, die für die produktive Bearbeitung eines Erzeugnisses anfallen. Wenn ein Schreiner aus zugeschnittenem Holz einen Tisch zusammenbaut, entstehen genau diese Kosten. Man unterscheidet zwei Bestandteile:

  • Fertigungseinzelkosten: direkt zurechenbare Kosten, vor allem die Fertigungslöhne der unmittelbar am Produkt arbeitenden Mitarbeiter (Akkord- oder Zeitlohn).
  • Fertigungsgemeinkosten: nicht direkt zurechenbare Kosten der Fertigung, z. B. Hilfslöhne, Maschinenabschreibungen, Energie der Fertigungshallen und Meistergehälter.

Ergänzend können Sondereinzelkosten der Fertigung hinzukommen, etwa Kosten für Spezialwerkzeuge oder Modelle, die nur für einen einzigen Auftrag benötigt werden. Diese werden dem Auftrag direkt zugerechnet. Während die Fertigungseinzelkosten verursachungsgerecht erfasst werden, bündeln die Fertigungsgemeinkosten alle Kosten, die zwar im Fertigungsbereich entstehen, sich aber nicht sinnvoll einem einzelnen Produkt zuordnen lassen.

Fertigungsgemeinkostenzuschlag berechnen

Da sich Fertigungsgemeinkosten nicht direkt zurechnen lassen, werden sie als prozentualer Zuschlag auf die Fertigungseinzelkosten verrechnet. Der Zuschlagssatz wird aus den Werten der Kostenstellenrechnung abgeleitet und ergibt sich wie folgt:

  • Zuschlagssatz = Fertigungsgemeinkosten ÷ Fertigungseinzelkosten × 100
  • Beispiel: 9.000,00 € ÷ 6.000,00 € × 100 = 150 %

Mit diesem Satz lassen sich die Fertigungsgemeinkosten je Kalkulationsobjekt anteilig verrechnen. Verursacht ein Auftrag also 2.000,00 € Fertigungslöhne, werden ihm 3.000,00 € Fertigungsgemeinkosten zugeschlagen. Der Zuschlagssatz wird in der Regel einmal je Abrechnungsperiode aus den Werten der Kostenstellenrechnung ermittelt und dann auf alle Aufträge dieser Periode angewendet. Bei stark schwankender Auslastung kann es sinnvoll sein, mit Maschinenstundensätzen statt mit Lohnzuschlägen zu arbeiten, um die Kosten verursachungsgerechter zu verteilen.

Fertigungskosten im Kalkulationsschema

Im Rahmen der Zuschlagskalkulation werden die Fertigungskosten zusammengeführt. Das folgende Schema zeigt die vollständige Berechnung:

  • Fertigungseinzelkosten (Fertigungslöhne): 6.000,00 €
  • + Fertigungsgemeinkosten (150 % von 6.000,00 €): 9.000,00 €
  • + Sondereinzelkosten der Fertigung: 500,00 €
  • = Fertigungskosten: 15.500,00 €

Die Fertigungslöhne werden in der Finanzbuchhaltung als Aufwand erfasst, beispielsweise 4110 Löhne 6.000,00 € an 1740 Verbindlichkeiten Lohn und Gehalt 6.000,00 € (SKR03). Zusammen mit den Materialkosten ergeben die Fertigungskosten anschließend die Herstellkosten des Erzeugnisses. Steigen die Fertigungslöhne oder verändert sich die Auslastung der Maschinen, müssen die Zuschlagssätze regelmäßig neu kalkuliert werden, damit die Kalkulation verlässlich bleibt.

Häufige Fragen zu Fertigungskosten

Was zählt zu den Fertigungseinzelkosten?

Zu den Fertigungseinzelkosten gehören vor allem die Fertigungslöhne der Mitarbeiter, die unmittelbar am Produkt arbeiten. Sie lassen sich dem Kostenträger direkt zurechnen, etwa über erfasste Akkord- oder Stundenlöhne.

Wie wird der Fertigungsgemeinkostenzuschlag ermittelt?

Der Zuschlagssatz ergibt sich, indem man die Fertigungsgemeinkosten durch die Fertigungseinzelkosten teilt und mit 100 multipliziert. Bei 9.000,00 € Gemeinkosten und 6.000,00 € Einzelkosten beträgt der Satz 150 %.

Sind Sondereinzelkosten der Fertigung Teil der Fertigungskosten?

Ja. Sondereinzelkosten der Fertigung wie Spezialwerkzeuge oder Modelle werden den Fertigungskosten direkt hinzugerechnet und sind nach § 255 HGB auch Pflichtbestandteil der Herstellungskosten.

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