Angebotskalkulation: Aufbau und Zuschlagssätze im Überblick

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Die Angebotskalkulation ermittelt im Wege der Vorwärtskalkulation den Angebotspreis eines Produkts. Ausgehend von den Materialeinzelkosten werden über Zuschlagssätze die Selbstkosten bestimmt, ergänzt um Gewinn, Skonto und Rabatt bis hin zum Angebotspreis. Sie ist das zentrale Werkzeug, um einem Kunden einen kostendeckenden und gewinnbringenden Preis zu nennen.

Was ist die Angebotskalkulation?

Die Angebotskalkulation ist die klassische Zuschlagskalkulation in der Vorwärtsrichtung: vom Kostenbestandteil zum Verkaufspreis. Sie zeigt, welcher Preis nötig ist, um alle Kosten zu decken und den gewünschten Gewinn zu erzielen.

  • Materialkosten = Materialeinzelkosten (MEK) + Materialgemeinkosten (MGK als Zuschlag auf MEK).
  • Fertigungskosten = Fertigungseinzelkosten (FEK) + Fertigungsgemeinkosten (FGK als Zuschlag auf FEK).
  • Herstellkosten = Materialkosten + Fertigungskosten.
  • Selbstkosten = Herstellkosten + Verwaltungsgemeinkosten (VwGK) + Vertriebsgemeinkosten (VtGK).
  • Auf die Selbstkosten folgen Gewinnzuschlag, Skonto und Rabatt bis zum Angebotspreis.

Vollständiges Kalkulationsschema mit Beispiel

Annahmen: MEK 200 €, FEK 150 €. Zuschlagssätze: MGK 10 %, FGK 80 %, VwGK 12 %, VtGK 8 %. Gewinn 10 %, Skonto 2 %, Rabatt 5 %.

  • Materialeinzelkosten: 200,00 €
  • + MGK 10 % auf MEK: 20,00 € → Materialkosten 220,00 €
  • Fertigungseinzelkosten: 150,00 €
  • + FGK 80 % auf FEK: 120,00 € → Fertigungskosten 270,00 €
  • = Herstellkosten: 490,00 €
  • + VwGK 12 % auf HK: 58,80 €
  • + VtGK 8 % auf HK: 39,20 €
  • = Selbstkosten: 588,00 €
  • + Gewinn 10 %: 58,80 € → Barverkaufspreis 646,80 €
  • + Skonto 2 % (im Hundert: 646,80 ÷ 0,98 − 646,80 = 13,20 €) → Zielverkaufspreis 660,00 €
  • + Rabatt 5 % (im Hundert: 660,00 ÷ 0,95 − 660,00 = 34,74 €) → Angebotspreis 694,74 € (netto)

Skonto und Rabatt werden „im Hundert“ gerechnet, weil sie sich auf den jeweils höheren Endpreis beziehen und nicht einfach auf den Barverkaufspreis aufgeschlagen werden dürfen. Würde man stattdessen „auf hundert“ rechnen, fiele der spätere Abzug zu gering aus und der Verkäufer bliebe auf einem Teil der Kosten sitzen. Der ausgewiesene Angebotspreis von 694,74 € ist ein Nettopreis; für ein Angebot an private Endkunden käme noch die Umsatzsteuer hinzu. Gewährt der Kunde später Skonto und Rabatt, fällt der Listenpreis genau auf den kalkulierten Barverkaufspreis zurück, sodass der geplante Gewinn erhalten bleibt.

Bedeutung der Zuschlagssätze

Die Zuschlagssätze stammen aus dem Betriebsabrechnungsbogen und verteilen die Gemeinkosten verursachungsgerecht auf die Kostenträger.

  • MGK- und FGK-Zuschläge beziehen sich auf die jeweiligen Einzelkosten als Bezugsgröße.
  • VwGK und VtGK werden üblicherweise auf die Herstellkosten bezogen.
  • Falsche Zuschlagssätze führen zu Unter- oder Überdeckung und damit zu falschen Angebotspreisen.
  • Die Sätze sollten regelmäßig aktualisiert werden, weil sich Gemeinkostenstrukturen im Zeitablauf verändern.

Häufige Fragen zur Angebotskalkulation

Warum rechnet man Skonto und Rabatt „im Hundert“?

Weil sich beide auf den Zielverkaufs- bzw. Listenpreis beziehen. Der Abzug muss so kalkuliert werden, dass nach Abzug genau der gewünschte Betrag übrig bleibt – daher die Hundert-Rechnung.

Was unterscheidet Herstellkosten von Selbstkosten?

Herstellkosten umfassen nur Material- und Fertigungskosten. Selbstkosten enthalten zusätzlich Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten und bilden damit die volle Kostenbasis des Produkts.

Woher kommen die Zuschlagssätze?

Aus dem Betriebsabrechnungsbogen (BAB), in dem die Gemeinkosten den Kostenstellen zugeordnet und ins Verhältnis zu den Einzelkosten gesetzt werden.

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