Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist ein zentrales Instrument der Kosten- und Leistungsrechnung. Er bildet die Brücke zwischen der Kostenartenrechnung und der Kostenträgerrechnung und verteilt die angefallenen Gemeinkosten auf die einzelnen Kostenstellen eines Unternehmens.
Im Studium begegnet dir der BAB vor allem in Vorlesungen zur Kostenrechnung und im Rahmen von Klausuraufgaben. Wer die Grundlagen der Kostenarten – insbesondere den Unterschied zwischen Einzelkosten und Gemeinkosten – verstanden hat, kann den BAB schnell durchdringen.
Inhaltsverzeichnis
Aufbau und Funktion des BAB
Der BAB ist eine tabellarische Aufstellung, in der die Gemeinkosten aus der Kostenartenrechnung auf die Kostenstellen (z. B. Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) verteilt werden. Am Ende werden Gemeinkostenzuschlagsätze für die Kalkulation berechnet.
| Kostenart | Gesamt (€) | Material | Fertigung | Verwaltung | Vertrieb |
|---|---|---|---|---|---|
| Hilfslöhne | 20.000 | 5.000 | 12.000 | 2.000 | 1.000 |
| Gehälter | 40.000 | 4.000 | 10.000 | 20.000 | 6.000 |
| Abschreibungen | 15.000 | 3.000 | 9.000 | 2.000 | 1.000 |
| Miete | 12.000 | 2.000 | 6.000 | 2.500 | 1.500 |
| Summe Gemeinkosten | 87.000 | 14.000 | 37.000 | 26.500 | 9.500 |
Berechnung der Gemeinkostenzuschlagsätze
Die Gemeinkostenzuschlagsätze werden je Kostenstelle berechnet und später in der Zuschlagskalkulation verwendet. Die Formel lautet:
Gemeinkostenzuschlagssatz = (Gemeinkosten der Kostenstelle ÷ Bezugsgröße) × 100
Als Bezugsgröße werden je nach Kostenstelle unterschiedliche Größen gewählt: für Material die Materialeinzelkosten, für Fertigung die Fertigungslöhne usw.
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Prüfungstipp: In Klausuren wirst du häufig aufgefordert, einen vollständigen BAB zu erstellen und anschließend die Selbstkosten eines Produktes zu berechnen. Übe diese Aufgabe an einem konkreten Zahlenbeispiel – das spart in der Prüfung wertvolle Zeit.
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