Fertigungstypen sind eine Einteilung der Produktion danach, in welcher Stückzahl und mit welcher Wiederholhäufigkeit ein Erzeugnis hergestellt wird. Sie geben an, ob ein Unternehmen einzelne Produkte nach Kundenwunsch, in Serien oder in großen Mengen für den anonymen Markt fertigt. Die Wahl des Fertigungstyps hat erhebliche Auswirkungen auf Organisation, Kosten und Flexibilität der Produktion.

Inhaltsverzeichnis
Was sind Fertigungstypen?
Der Fertigungstyp beschreibt das Mengenverhältnis und die Häufigkeit der Wiederholung gleicher Erzeugnisse. Er ist ein zentrales Kriterium der Produktionswirtschaft und beeinflusst, wie stark sich eine Fertigung automatisieren und standardisieren lässt. Je größer die hergestellte Menge, desto eher lohnen sich spezialisierte Maschinen und feste Abläufe, die die Stückkosten senken. Umgekehrt verlangt eine geringe Stückzahl mehr Flexibilität und individuelle Anpassung. Der Fertigungstyp ist damit eine grundlegende Entscheidung der Produktionsplanung, die von der erwarteten Nachfrage, dem Grad der Produktindividualisierung und den verfügbaren Ressourcen abhängt.
Die wichtigsten Fertigungstypen
Üblicherweise werden vier Grundtypen unterschieden:
- Einzelfertigung: Herstellung eines einzelnen, oft individuell gefertigten Produkts, etwa eines Schiffs, einer Spezialmaschine oder eines Bauwerks.
- Serienfertigung: Produktion einer begrenzten Anzahl gleichartiger Erzeugnisse in Serien, beispielsweise im Maschinen- oder Möbelbau.
- Sortenfertigung: Herstellung verschiedener Sorten eines im Kern gleichen Produkts auf denselben Anlagen, etwa unterschiedliche Biersorten oder Papierformate.
- Massenfertigung: Produktion sehr großer Mengen eines gleichartigen Produkts über einen langen Zeitraum, etwa bei Schrauben, Getränken oder Standardelektronik.
Bedeutung für Kosten und Organisation
Der Fertigungstyp wirkt sich unmittelbar auf die Kostenstruktur aus. Bei der Massenfertigung sind die Stückkosten dank hoher Auslastung und Automatisierung niedrig, während die Einzelfertigung wegen des hohen Arbeits- und Planungsaufwands teuer ist. Zudem beeinflusst der Fertigungstyp die Wahl der Organisationsform der Fertigung, etwa Werkstatt-, Reihen- oder Fließfertigung. Die Massenfertigung wird häufig als Fließfertigung organisiert, die Einzelfertigung dagegen meist als Werkstattfertigung. In der Praxis sind die Übergänge zwischen den Fertigungstypen fließend, und viele Unternehmen kombinieren mehrere Typen, etwa indem sie standardisierte Bauteile in Massen fertigen und diese erst in der Endmontage kundenindividuell zu Serien oder Einzelstücken zusammensetzen.
Häufige Fragen zu Fertigungstypen
Worin unterscheiden sich Fertigungstypen und Fertigungsverfahren?
Fertigungstypen beziehen sich auf Menge und Wiederholhäufigkeit der Produktion. Fertigungsverfahren beschreiben dagegen die technische Art der Herstellung, etwa Gießen, Fräsen oder Schweißen. Beide Begriffe sollten nicht verwechselt werden.
Welcher Fertigungstyp ist am kostengünstigsten?
In der Regel die Massenfertigung, da hohe Stückzahlen, Automatisierung und feste Abläufe niedrige Stückkosten ermöglichen. Voraussetzung ist eine ausreichend hohe und gleichmäßige Nachfrage.
Wann wählt ein Unternehmen die Einzelfertigung?
Die Einzelfertigung wird gewählt, wenn Produkte individuell nach Kundenwunsch hergestellt werden müssen oder nur in sehr geringer Stückzahl benötigt werden. Typische Beispiele sind Spezialmaschinen, Bauwerke oder Schiffe, bei denen jeder Auftrag eigene Anforderungen mit sich bringt und eine standardisierte Massenproduktion weder möglich noch wirtschaftlich sinnvoll wäre.