Innerhalb von Unternehmen werden Strukturen bestimmt, in denen die Beziehungen der einzelnen Teilbereiche des Unternehmens, untereinander geregelt werden. Dabei werden Kompetenzen, Arbeitsprozesse und Hierarchien festgelegt. Ein wesentlicher Bestandteil der innerbetrieblichen Organisation ist auch die Koordination von Organisationsmitgliedern und ihren Aufgaben.

Die einzelnen Organisationsformen

Sehr viele in der Realität anzutreffende Organisationsformen gehen bei der Verknüpfung der einzelnen Stellen mit Informationskanälen nur nach einem einzigen Gesichtspunkt vor. Man spricht in diesem Falle von eindimensionalen Organisationen. Je nachdem, wieweit die Informationswege zentralisiert werden, sind wiederum zentralisierte ( = ein weg Organisation) und aufgespaltene Informationskanäle ( = Mehr Wege Organisation) zu unterscheiden.

Eindimensionale Ein Weg Organisation

Zunächst gibt es die Stern Organisation. Vor allem bei kleineren Betrieben ist eine Form der eindimensionalen Ein Weg Organisation anzutreffen, bei der alle Stellen durch zentralisierte Informationskanäle mit einer Zentralstelle verbunden sind. Man nennt eine solche Organisation, die neuerdings auch bei großen Betrieben und EDV Basis über zentrale Datenbanken Bedeutung gewinnt, Stern Organisation.

Der Vorteil dieser Organisationsform liegt in der geringen organisatorischen Distanz. Bei einem Informationsaustausch zwischen der Zentralstelle und den anderen Stellen sind überhaupt keine Zwischenglieder und beim Informationsaustausch zwischen einer Stelle und einer anderen Stelle ist höchstens ein Zwischenglied (die Zentrale) zu überwinden. Der Nachteil der Stern Organisation besteht in der möglichen Überforderung der Zentralstelle. Über diesen müssen alle Informationen und daher auch solche laufen, die für die Zentralstelle gar nicht relevant sind, weil sie nur andere Stellen betreffen.

Die Rad Organisation

Man hat den zuletzt geschilderten Nachteil der Stern Organisation dadurch zu beseitigen versucht, dass man die Nachbarstellen auch miteinander in Verbindung treten lässt. Das führt zur sogenannten Rad Organisation. Da bei einer Rad Organisation die Anweisungen in der Regel nur von der Zentrale ausgehen und die Nachbarstellen nur andere Informationen austauschen können, stellt diese Organisationsform aber bereits den Übergang zu den Mehr Wege Organisationen dar.

Die Linien Organisation

Wenn die Betriebe grösser werden, wird in der Realität allerdings nicht so häufig wie in Lehrbüchern zu einer Organisationsform übergegangen, die alle Informationswege zentralisiert und jeweils nur über eine einzige Stelle laufen lässt. Wird diese Organisationsform graphisch dargestellte, ergibt sich ein Bild, in dem jede Stelle nur durch einen einzigen zentralisierten Informationsweg, über den alle Informationen laufen und die auch für die Aktionen der nachgelagerten Stellen voll verantwortlich ist, mit den über – und den untergeordneten Stellen verbunden ist.

Man nennt diese Organisationsform wegen ihrer zentralisierten Informationskanäle und ihrer eindeutigen zentralisierten Kompetenzen auch Linien Organisation. Sie hat den Vorteil klarer Verantwortlichkeiten. Jeder Mitarbeiter hat nur einen Vorgesetzten, von dem er die Befehle empfängt und den er über die Ausführung seiner Arbeit informiert, der ihn auch kontrolliert und dem er auch die sonstigen wichtigen Informationen mitteilt. Etwaige Verbesserungsvorschläge sind an diesen Vorgesetzten zu richten.

Der wichtigste Nachteil dieser Organisationsform ist die Überforderung der Vorgesetzten, weil diese Alleskönner sein müssten, wenn sie ihrer Aufgabe optimal nachkommen wollen. Ein weiterer wichtiger Nachteil ist auch die organisatorische Distanz.

Von dieser organisatorischen Distanz hängt nicht nur die Zeitdauer der Informationsabwicklung ab. Noch wichtiger ist die positive Korrelation, die zwischen der Größe dieser organisatorischen Distanz und der Möglichkeit der Informationsfilterung und Informationsunterdrückung. Gerade dieser Nachteil hat in der betrieblichen Praxis dazu geführt, dass das reine Liniensystem nicht so oft angewandt wird als es den Anschein hat.

Die Stab Linien Organisation

Um bei noch grösser werdenden Betrieben die Überforderung der Stelleninhaber zu verringern, hat man das reine Liniensystem dadurch erweitert, dass man den Stelleninhabern für bestimmte Gebiete, in denen die Überforderung besonders groß war, die Fachleute ohne Befehlsgewalt beigegeben hat. Diese Spezialisten haben die Stelleninhaber zu beraten, die Entscheidung selbst liegt aber nach wie vor bei den Stelleninhabern. Man nennt diese Organisationsform Stab Linien Organisation.

Der Vorteil dieser Organisation ist in ihren besseren Entscheidungsgrundlagen bei gleichzeitiger Wahrung des Prinzips der Einheitlichkeit der Anweisungsberechtigung und der Einheitlichung der Verantwortung gelegen.

Organisationsformen

 

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