Matrixorganisation

Bei der Matrixorganisation existieren zwei Hierarchien. Eine Hierarchie nach Funktionen (zum Beispiel konstruieren, beschaffen, fertigen, usw.) und eine Hierarchie nach Sparten (zum Beispiel PKW, LKW, usw.)

Dabei entstehen Schnittstellen zwischen den Funktionen und Sparten, die mit Mitarbeitern oder Teams besetzt werden können.

Durch die Matrixorganisation können die Vorteile aus der funktionalorganisation und Spartenorganisation gebündelt werden. Dabei entsteht eine flexible, mit hohem Expertenwissen ausgestattete, Organisation.

Die Matrixorganisation für Großkonzerne

Eine funktionale Organisation beschäftigt sich mit herkömmlichen Maßnahmen der Strukturierung nicht in einem Ausmaß wie eine Organisation, die die Verantwortlichkeit von den einzelnen Produkten her organisiert und die für jedes Produkt bzw. jede Produktgruppe einen Verantwortlichen einsetzt, den man, als Produktmanager bezeichnet. In dieser produktbezogenen Organisation sind die Produktmanager diejenigen Stellen, die durch die Informationswege miteinander verbunden werden.

Sie müssen alle Informationen, die die Produkte betreffen, für die sie verantwortlich sind, sammeln und alle Anweisungen geben, die für eine gute Verkaufbarkeit der Produkte notwendig sind. Die Produktmanager haben sich insbesondere um den Einkauf geeigneter Rohstoffe zu kümmern, sie haben für eine ordnungsgemäße Produktion und Einhaltung der Liefertermine zu sorgen, sie haben eine geeignete Werbung zu veranlassen, die Produktentwicklung weiterzutreiben, eine aussagefähige Produktionsberechnung eizurichten und ihre Ergebnisse zu analysieren, aber auch die Durchführung der Anweisungen zu kontrollieren, etwaige Verbesserungsvorschläge entgegenzunehmen und ihre Durchführbarkeit zu veranlassen.

Das Aufgabengebiet der Produktmanager ist daher äußerst umfangreich. Das führt dazu, dass die Produktmanager in aller Regel zwar ein sehr breites Wissen über alles haben, was ihr Produkt betrifft, aber keine Spezialisten bei der Durchführung der einzelnen betrieblichen Funktionen sind. Diese mangelnde Spezialisierung bei den einzelnen Funktionen (Einkauf, Produktion, Absatz, Finanzierung, usw. ) ist der Nachteil einer vom Produkt her aufgezogenen ( und damit eindimensionalen ) Organisation.

Hingegen ermöglicht eine von den Aufgaben her aufgezogene funktionale Organisation gerade diese Spezialisierung, sodass es naheliegt, die Vorteile dieser beiden Organisationsformen (Spezialisierung auf die einzelnen betrieblichen Aufgaben bei der funktionalen Organisation und Verantwortlichkeit für ein Produkt bei der produktbezogenen Organisation) dadurch miteinander zu verbinden, dass für alle Entscheidungen ein Zusammenwirken eines funktionalen und eines produktbezogenen Aufgabenträgers vorgesehen wird.

Es entsteht dadurch eine zweidimensionale Organisation, in der der funktionale Aufgabenträger Spezialist in den einzelnen betrieblichen Funktionen und der Produktmanager Spezialist in den Fragen ist, die ein bestimmtes Produkt betreffen.

Die Matrix als Namensgeber der Organisationsform

Eine solche funktions – produktbezogene Organisation bezeichnet man sehr häufig als eine Matrix Organisation, weil ihre schematische Darstellung die Form einer Matrix annimmt, in der in den Zeilen die für die einzelnen Funktionen (Forschung und Entwicklung, Beschaffung, Produktion, Vertrieb, usw.) Verantwortlichen und in den Spalten die für die einzelnen Produkte Verantwortlichen ( = Produktmanager) wiedergegeben werden.

Um Entscheidungen zu erarbeiten müssen jeweils die betreffenden Funktionsverantwortlichen und der betreffende Produktmanager in einer Sitzung (bzw. Konferenz, bzw. einem Team) zusammenwirken.

Die Bezeichnung Matrix Organisation gibt zwar für diese Organisation die Darstellungsform nicht richtig wieder, ist aber inhaltlich unbefriedigend, weil in der Realität auch noch andere zweidimensionale Organisationen anzutreffen sind und bei diesen die Funktion ebenfalls durch die Zeilen einer Matrix wiedergegeben werden können, während die Spalten einen anderen Inhalt als bei der eben gebrachten Matrix haben.

Der Konzern ist beispielsweise so eine zweidimensionale Organisation. Eine zweidimensionale Organisation liegt auch sehr häufig der Konzernbildung zugrunde. In einem Konzern werden rechtlich selbständig bleibende Unternehmen im Innenverhältnis zu wirtschaftlichen Zwecken unter eine einheitliche Leitung zusammengefasst. Diese wirtschaftlichen Zwecke sind in der Regel die Auslagerung entweder bestimmter Funktionen (zum Beispiel der Forschung und Entwicklung) oder der Erzeugung bestimmter Produkte auf abhängige Gesellschaften (zum Beispiel Tochtergesellschaften).

Vorteile:

  • Verbesserte Problemlösungen durch kombinierten Einsatz verschiedener Fachspezialisten
  • Entlastung der Unternehmensspitze
  • Betonung der Teamarbeit
  • direkte Kombinationsfeld
  • Gleichberechtigung der einzelnen Teams

Nachteile:

  • Kompetenzprobleme
  • großer Kommunikationsbedarf
  • zeitaufwändig
  •  hoher Bedarf an Führungspersonal
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