Eigenkapitalquote berechnen: Formel, Berechnung und Richtwerte

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Die Eigenkapitalquote zeigt, welcher Anteil des Gesamtkapitals (Bilanzsumme) durch Eigenkapital finanziert ist. Sie ist ein zentrales Maß für die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit eines Unternehmens. Je höher die Quote, desto weniger ist ein Unternehmen auf Fremdkapital angewiesen.

Die Formel

Eigenkapitalquote = (Eigenkapital / Gesamtkapital) × 100

Variable Bedeutung Einheit
Eigenkapital Gezeichnetes Kapital + Rücklagen + Jahresüberschuss
Gesamtkapital Bilanzsumme (Eigen- + Fremdkapital)
Eigenkapitalquote EK-Anteil am Gesamtkapital %

Beispielrechnung

Die Muster AG weist folgende Bilanzpositionen auf:

Position Wert
Eigenkapital (Passivseite) 400.000 €
Fremdkapital gesamt 600.000 €
Bilanzsumme 1.000.000 €

Eigenkapitalquote = (400.000 / 1.000.000) × 100 = 40 %

40 % des Kapitals stammen aus eigenen Mitteln, 60 % sind fremdfinanziert.

Richtwerte und Interpretation

Eigenkapitalquote Beurteilung
Unter 20 % Geringe Eigenkapitaldecke – hohe Insolvenzgefahr bei Verlusten
20–40 % Durchschnittlich – branchenabhängig akzeptabel
40–60 % Solide Finanzstruktur
Über 60 % Sehr stabil, geringe Verschuldung

Wichtig: Banken prüfen die Eigenkapitalquote bei Kreditvergabe. Eine höhere Quote verbessert in der Regel die Konditionen.

Zusammenhang mit Verschuldungsgrad

Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad sind zwei Seiten derselben Medaille. Der Verschuldungsgrad = FK / EK; je höher er ist, desto niedriger ist die Eigenkapitalquote.

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Prüfungstipp: Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad werden in Klausuren oft zusammen abgefragt. Aus einer bekannten EK-Quote lässt sich der Verschuldungsgrad direkt ableiten: Bei EK-Quote 40 % ist der Verschuldungsgrad 60/40 = 1,5.

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