Der Kapitalumschlag (auch: Kapitalumschlagshäufigkeit) zeigt, wie effizient ein Unternehmen sein eingesetztes Kapital zur Umsatzgenerierung nutzt. Er ist neben der Umsatzrendite der zweite Treiber im Du Pont-Kennzahlensystem.
Inhaltsverzeichnis
Die Formel
Kapitalumschlag = Umsatz / Gesamtkapital
| Variable | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Umsatz | Umsatzerlöse der Periode | € |
| Gesamtkapital | Bilanzsumme (Durchschnitt oder Jahresendwert) | € |
| Kapitalumschlag | Wie oft das Kapital pro Jahr „umgeschlagen“ wird | x / Jahr |
Beispielrechnung
| Größe | Wert |
|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.000.000 € |
| Bilanzsumme (Gesamtkapital) | 1.500.000 € |
| Kapitalumschlag | 3.000.000 / 1.500.000 = 2,0 |
Das Kapital wird 2-mal im Jahr durch den Umsatz „umgeschlagen“. Kombiniert mit einer Umsatzrendite von 8 % ergibt sich ein ROI von 8 % × 2 = 16 %.
Branchenvergleich
| Branche | Typischer Kapitalumschlag |
|---|---|
| Einzelhandel | 2,5–5,0 |
| Industrie | 0,8–2,0 |
| Immobilien | 0,1–0,3 |
| Dienstleistungen | 1,5–3,0 |
Kapitalintensive Branchen (Immobilien, Maschinenbau) haben naturgemäß niedrige Kapitalumschläge. Sie kompensieren das durch höhere Margen.
Optimierungsansätze
Ein niedrigerer Kapitalumschlag kann verbessert werden durch: Abbau von Lagerbeständen, schnelleren Forderungseinzug (Debitorenmanagement), Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögensgegenstände oder durch Sale-and-Lease-Back-Transaktionen.
Verwandte Themen
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Prüfungstipp: ROI = Umsatzrendite × Kapitalumschlag. Diese Zerlegung wird in Klausuren häufig abgefragt. Wenn der ROI gesteigert werden soll, muss man wissen, welcher der beiden Faktoren die größere Hebelwirkung hat.